Neu: Sicherheitskonzept für Festivals

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Die Summer-Breeze-Macher von "Silverdust" und die Hochschule Aalen haben jetzt ein nachhaltiges Konzept entwickelt. Welche Gedanken dahinterstecken.

Abtsgmünd

Rock am Ring und andere Musikfestivals für diesen Sommer sind jetzt abgesagt worden. Das hätte wohl nicht unbedingt sein müssen. Denn das "Summer Breeze" in Dinkelsbühl wird wahrscheinlich stattfinden, vom 18. bis zum 21. August. Und zwar mithilfe eines ausgeklügelten Sicherheitskonzeptes für Events. Das haben die Hochschule Aalen und der Summer-Breeze-Veranstalter "Silverdust" aus Abtsgmünd jetzt federführend entwickelt.

Das Konzept heißt "S.A.F.E.", "Safety Assessment for Events". Unter anderem interessant ist dabei: Dieses Tool wird als sogenannte "Open Source" zur Verfügung gestellt und darf von anderen frei benutzt, bearbeitet und verteilt werden. Also könnte man es, zum Beispiel, auch für ein Feuerwehrfest einsetzen. Dahinter steckt, dass die Entwicklung mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde.

Das Summer-Breeze-Open-Air und die Hochschule Aalen haben eine gemeinsame Pressemitteilung geschickt. Ergänzt durch Telefongespräche mit Prof. Ulrich Holzbaur (Hochschule) und Jonas Medinger (Silverdust) ergibt sich folgendes Bild dieser Entwicklung:

Festival mit Abstand? Schwer vorstellbar. 40 000 Gäste pro Tag hat das Metal-Festival in Dinkelsbühl. Darunter sind 36 000 Camper. "Ein Festival zu veranstalten, ohne dass Stimmung aufkommt, wäre sinnlos. Dann könnte man sich ja gleich zuhause vor den Fernseher setzen", sagt Prof. Ulrich Holzbaur.

Also musste ein Sicherheitskonzept her, das vor allem das Thema "Ansteckungen" und "Kontaktnachverfolgung" in den Vordergrund rückt. Und natürlich Corona-Tests. Nicht nur für die Besucherinnen und Besucher, sondern für alle. Auch für die 1400 Polizisten, Rettungsdienstler und Feuerwehrleute, die dabei sind. Und für die 650 Kurzzeitbeschäftigte, mit denen die Silverdust GmbH das Festival in Dinkelsbühl über die Runden bringt.

Am Donnerstag vor einer Woche hat dazu unter der Leitung der Aalener Hochschule und der Firma Silverdust ein erster offener Workshop getagt, ebenfalls kostenlos übrigens. Über 100 Vertreter der Veranstaltungsbranche nahmen teil, was die Veranstaltenden als großen Erfolg verbucht haben. Es zeige, wie wichtig es sei, ein solches Werkzeug zu entwickeln.

Ein Festival ohne Stimmung wäre sinnlos.

Prof. Dr. Ulrich Holzbaur Hochschule Aalen

Der Grundbaustein von "S.A.F.E." ist eine sogenannte 360-Grad-Betrachtungsweise. Also ein sorgfältiger Rundumblick auf alle Faktoren. Dabei betrachtet man die Veranstaltung aus verschiedenen Blickwinkeln. Aus der Sicht der Besucher, der Künstlerperspektive, der Perspektive der Mitarbeitenden oder der Dienstleister und so weiter.

Wichtig dabei ist auch die sogenannte "Customer Journey", also folgende Kette eines jeden Gastes: Ticketkauf, Einlassphase, Aufenthaltsphase, Auslassphase, Heimreise. Dafür ist das personalisierte Ticket für Besucher perfekt.

Beispielsweise müssen zusammen anreisende Besucher auch zusammen campen. Darüber hinaus wird eine Fülle von Maßnahmen genannt, die auch unter juristischen und wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden.

Das Konzept ist jetzt im KVP", berichtet Jonas Medinger von Silverdust, im "kontinuierlichen Verbesserungsprozess". Viele Leute aus der Branche seien dabei und es werde im vierwöchigen Turnus überarbeitet und optimiert. Medinger sagt, veranstalten wolle Silverdust das "Summer Breeze" auf alle Fälle. Ob es sich aber auch als wirtschaftlich erweise, könne man erst danach beurteilen.

Link zur Website von S.A.F.E.: über www.schwaepo.de

Kontakt: production@silverdust.de

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