Nicht nur am Girls' Day arbeiten Mädchen bei Kessler & Co. mit

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Die angehende Industriemechanikerin Jasmin Metzger am Arbeitsplatz vor einer modernen CNC-Maschine in der Lehrwerkstatt.

Trend beim Achsenproduzenten in Abtsgmünd: Immer mehr junge Frauen wollen Industrie- oder Zerspanungsmechanikerin sowie Mechatronikerin werden

Abtsgmünd

Bei Kessler & Co. in Abtsgmünd ist nicht nur am 28. April „Girls‘ Day“. Und das gilt in allen Bereichen des Unternehmens mit rund 850 Angestellten, das Schwerlastachsen, Getriebe und Antriebstechnik herstellt, auch für die E-Mobilität. Die Ausbildungsplätze sind wegen ihres breiten Angebots und der hervorragenden Berufsaussichten bei Schülerinnen und Schülern begehrt.

Junge Menschen schon früh für Wissenschaft und Technik zu begeistern, ist Kessler & Co. wichtig. Dazu gehört auch die Förderung von Frauen in technischen Berufen. „Von den angehenden rund 100 Industrie- und Zerspanungsmechanikern sowie Mechatronikern sind fünfzehn weiblich“, sagt Ausbildungsleiter Hubert Fuchs. Und die jungen Frauen tragen nicht nur schnell Verantwortung in der hochmodernen Lehrwerkstatt, sondern fürs Foto auch mal eben ihren Chef.

Die Anzahl der Bewerberinnen in den technischen Bereichen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. „Dieser positive Trend freut uns sehr. Zählt man die kaufmännischen Lehrberufe hinzu, dann sind es sogar 16 junge Frauen, die bei uns eine Ausbildung absolvieren“, ergänzt Kessler-Geschäftsführer Max Grimminger.

Karen Gerlach (16, erstes Lehrjahr) hat vor ihrer Ausbildung als Industriemechanikerin bereits ein Praktikum im Metallbereich gemacht. Als Exotin in einem vermeintlichen Männerberuf fühlt sie sich nicht, sondern pudelwohl in der aufgeschlossenen Belegschaft am Kocher: „Viele hier im Betrieb sagen uns oft, dass sie es cool finden, wenn wir als Mädchen diese Jobs machen.“

Wie eine Ausbildung bei Kessler & Co. abläuft und welche Möglichkeiten den Bewerberinnen und Bewerbern offenstehen, können Schülerinnen auch am bundesweiten „Girls’ Day“ am 28. April bei Kessler & Co. erleben. Zwölf Mädchen werden dann von 7 bis 15 Uhr mitarbeiten und sich und ihre potenzielle Lehrstelle kennenlernen. Gemeinsam mit Ausbildern und Auszubildenden wird auch gleich „live“ ein spannendes Projekt in der Lehrwerkstatt realisiert. Das Ziel beim Drehen und Fräsen: ein Stiftehalter - echte Handarbeit.

Lea Reichersdörfer (20, drittes Lehrjahr) möchte Zerspanungsmechanikerin werden, nachdem sie auch mal den Job als Mediengestalterin ausprobiert hatte. Dann war aber nach ein paar Praktika klar: „Etwas Technisches und Handwerkliches hat mir richtig gut gefallen. Bei Kessler + Co. ist das Miteinander und der Umgang untereinander richtig super: Jeder hilft hier wirklich jedem.“

Jasmin Metzger (19, drittes Lehrjahr) bewarb sich nach einem „Schnupperkurs“ in der Offenen Lehrwerkstatt von Kessler & Co. als Industriemechanikerin. Und will sehr gerne auch nach ihrer Ausbildung im Unternehmen bleiben. „Die Zusammenarbeit im Team macht mir großen Spaß. Dass wir Mädchen sind, ist hier eigentlich kein Thema mehr.“ Ab und zu gäbe es mal einen Spruch von den Jungs, klar, aber dann mit einem Augenzwinkern: „Ihr Mädels müsst halt mehr Spätzle essen...“

Jana Seibold (19) fand nach Tests in anderen Bereichen über ihren älteren Bruder zu Kessler & Co., der in ihrem dritten Lehrjahr dort auch ihr Arbeitskollege ist. „Ein Bürojob war einfach nicht mein Ding.“ Ihr erklärtes Berufsziel: Zerspanungsmechanikerin.

Im Sommer können 35 neue Auszubildende bei Kessler & Co. durchstarten. Wer sich über die Ausbildung informieren möchte, kann das auch an den „Tagen der Offenen Lehrwerkstatt“ bei Kessler & Co. am 22. Juli (16 bis 19 Uhr) und 23 Juli (9 bis 13 Uhr) tun. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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