Pilotkommune Abtsgmünd: Mehr Platz für die Natur

+
Die Biotopvernetzungskonzeption zeigt, an welchen Stellen die Gemeindeverwaltung Tieren und Pflanzen helfen soll. Ein mögliches Projekt könnte die Aufwertung von Streuobstwiesen sein. ÌArchivfoto: opo

Die Gemeinde Abtsgmünd ist Pilotkommune für die Umsetzung des Biotopverbundes. Welche Projekte die Verwaltung in den kommenden Jahren umsetzen will.

Abtsgmünd

Die Gemeinde Abtsgmünd wurde vergangenen Sommer als Pilotkommune für die Umsetzung des landesweiten Biotopverbundes im Ostalbkreis ausgewählt. Ziel des Programms ist es, Maßnahmen auszuarbeiten, die zur Erhöhung der biologischen Vielfalt beitragen und dem gegenwärtigen Artensterben entgegenwirken. Dies teilte die Gemeindeverwaltung mit.

Nach der Auftaktveranstaltung im Juli hat das beauftragte Planungsbüro Plan Werk Stadt aus Westhausen eine Konzeption ausgearbeitet und nun im Abtsgmünder Rathaus präsentiert. „Vor allem entlang verschiedener Gewässerachsen wurden über 200 mögliche Maßnahmen auf einer Fläche von 479 Hektar in der Gesamtgemeinde identifiziert, um vorhandene isolierte Biotope miteinander zu verbinden um so weniger mobilen Tier- und Pflanzenarten die Wanderung und somit den genetischen Austausch zu ermöglichen“, so die Verwaltung.

Das Ziel: Ziel des Programms sei es, bis 2030 stufenweise einen räumlich funktionalen Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche des Offenlandes zu schaffen. „Dafür wurden Förderprogramme auf den Weg gebracht. So erhalten Kommunen für eine Biotopverbundplanung 90 Prozent der Planungskosten und 70 Prozent der Umsetzungskosten gefördert“, so die Verwaltung. Durch entsprechende Maßnahmen sollen demnach bestehende Kernflächen, das sind etwa Biotope, Streuobstwiesen, blütenreiche Wiesen oder Nasswiesen, aber auch Stillgewässer oder Quellbereiche, miteinander verbunden werden, indem in den dazwischenliegenden Suchräumen neue Lebensräume geschaffen werden.

Die Projekte: Mögliche Maßnahmen seien etwa die Aufwertung von Streuobstwiesen, Bachläufen und Gewässerrandstreifen mittels Pflege sowie die Schaffung neuer Verbindungselemente und Trittsteinbiotope. Die Gemeinde Abtsgmünd sei mit ihren 1581 Hektar Landschafts- und Naturschutzgebiete, das entspreche 22 Prozent der Markungsfläche, für diese Verbindungen prädestiniert, so die Mitteilung.

So geht's weiter: Barbara Neher und Andreas Walter vom Planungsbüro „Plan Werk Stadt“ präsentierten Bürgermeister Armin Kiemel und Annegret Glombik vom Bauverwaltungsamt sowie Ralf Worm, dem Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Ostalbkreis und der Biotopverbundbotschafterin Julia Zwick ihr Konzept. Die Gemeinde bekomme damit einen Maßnahmenkatalog an die Hand, mit dem sich gezielt Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der Biodiversität in der Gemeinde identifizieren und an geeigneter Stelle planen und umsetzen lassen. Hauptsächlich entlang der Flüsse und Bäche, den sogenannten Entwicklungsachsen in der Gemeinde, wurden über 200 kleine und auch größere Maßnahmen identifiziert, die zur Förderung der Biodiversität beitragen, wie die Verwaltung mitteilte. Vor allem öffentliche Flächen seien untersucht worden.

„Mit der Biotopvernetzungskonzeption hat die Gemeinde nun einen Fahrplan bzw. eine Arbeitshilfe für die weiteren Planungen an der Hand und weiß genau, welche Maßnahme an welcher Stelle sinnvoll umgesetzt werden könnte“, sagte Bürgermeister Armin Kiemel. Wichtig sei es nun, alle beteiligen Akteure aus der Gemeinde, Grundstückseigentümer und vor allem die Landwirte mit ins Boot zu holen, so der Schultes.

Im nächsten Schritt solle die Biotopvernetzungskonzeption mit den Fachbehörden erörtert und im Gemeinderat und bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Zurück zur Übersicht: Abtsgmünd

Mehr zum Thema

Kommentare