Rätinnen und Räte teilen Sorge um Hausarztversorgung in Abtsgmünd

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Das sagen die Fraktionsvorsitzenden zum Haushaltsplan 2022 für die Gemeinde Abtsgmünd. Die zentralen Themen: hausärztliche Versorgung, Innenentwicklung, Bildung.

Abtsgmünd. Der Haushaltsplan 2022 ist verabschiedet – einstimmig. Was ist den drei Fraktionen in diesem Jahr wichtig? Darauf gingen die Fraktionsvorsitzenden in ihren Haushaltsreden in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ein.

Marlies Büker (SPD): Ein Defizit von 2,22 Millionen Euro muss 2022 aus den Rücklagen finanziert werden. Die SPD könne dieses Defizit guten Gewissens vertreten. Denn sinnvolle Maßnahmen ständen an, etwa der Digitalpakt Schule, Investitionen in Kinderbetreuung, Bildung, Sportstätten und den Umweltschutz, sagte die Gemeinderätin. „Wir tun in Abtsgmünd viel für die Welt von morgen“, sagte Büker.

Umdenken, neue Wege gehen, neue Konzepte erstellen – das muss aus Sicht der Fraktion das Motto für künftige Bebauungspläne sein. „Bei der Erschließung neuer Baugebiete sollte die Frage vorangestellt werden, wie auf kleiner Fläche möglichst viel Wohnraum verwirklicht werden kann“, sagte Büker. Die Fraktionsvorsitzende stellte den Antrag an die Verwaltung, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie Besitzern von alten Immobilien bei der Vermarktung oder dem Abriss geholfen werden kann. Auch bezahlbarer Wohnraum müsse geschaffen werden, etwa auf dem Angstenberger-Areal.

Wichtig sei, das eingeplante Geld für den Umbau der DRK-Garagen in einen Jugendraum schnell zu investieren. „Es dürften nicht Jahre vergehen, bis ein Jugendraum zur Verfügung steht“, betonte sie.

Sorgen bereitet der Fraktion die hausärztliche Versorgung im Ort. Bürgermeister Armin Kiemel erhalte von der Fraktion „volle Unterstützung“, eine „Hausärztliche Genossenschaft“ für Abtsgmünd zu organisieren, sagte die Gemeinderätin.

Robert Kruger (CDU/Unabhängige Bürger): Die Fraktion wünscht sich, dass die Realisierung des Angstenberger-Areals in diesem Jahr in Angriff genommen wird, wie Kruger sagte. „Die Umsetzung einer grünen Lunge im Ortskern ist ein Muss“, betonte er. Zudem müssten weitere Baugebiete ausgewiesen werden.

Auch er sprach die hausärztliche Versorgung an. Eine kurzfristige Lösung müsse dringen gefunden werden, denn Abtsgmünd brauche schnellstmöglich einen weiteren Hausarzt.

Für Gewerbetreibende sei es wichtig, dass eine weitere Gewerbefläche ausgewiesen wird, mindestens die kleine Fläche im „Dettenried“, sagte Kruger.

Eine schnelle Umsetzung fordert die Fraktion bei der Sanierung von Wegen und Straßen in Abtsgmünd und drumherum.

In Abtsgmünd und den Teilorten gebe es eine „hervorragende“ Bildungs- und Betreuungsstruktur. Wichtig sei, alle Bildungsstandorte, vor allem in den Teilorten, so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, sagte der Fraktionsvorsitzende. „Es wäre uns eine Herzensangelegenheit, wenn die im Haushalt eingeplanten Mittel auch für die entsprechenden Erhaltungsmaßnahmen vor Ort verwendet werden“, sagte Kruger und nannte den Kindergarten in Hohenstadt als Beispiel.

Die Weiterentwicklung des Hallenbads werde Gemeinderat und Verwaltung in den kommenden Jahren beschäftigen. „Wir wünschen uns für 2022, dass die Planungen vorangetrieben werden und wir für Schulen, Familien und Vereine zeitnah einen Neubau realisieren können“, sagte er. Wünschenswert sei auch ein barrierefreier Umbau der Turnhalle in Untergröningen.

Armin Friedrich (Freie Wähler): Die hausärztliche Versorgung beschäftigt auch die Freien Wähler. Die Fraktion schlägt den Bau eines Gesundheitszentrums in Abtsgmünds Ortsmitte vor. Auch eine Lehrpraxis für angehende Ärzte könnte entstehen, wie Friedrich sagte.

„Äußerst vordringlich erscheint uns, dass die Planungen für eine neue Betreuungseinrichtung im Bereich Hirtenklinge in die Realisierungsphase kommen“, betonte der Gemeinderat. Das „energetische Sorgenkind“ sei für die Fraktion der Kindergarten Hohenstadt. Es müsse untersucht werden, ob das Gebäude saniert oder ein Neubau errichtet werden soll.

Handlungsbedarf sei bei der Ausweisung neuer Baugebiete gegeben, sagte Friedrich. Eine Teilerschließung des Gewerbegebiets „Dettenried“ sollte von der Verwaltung geprüft werden.

„Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Innenentwicklung, verbunden mit dem Projekt Ortskernsanierung Abtsgmünd-Nord, durch die Gremiumsarbeit“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Die Ortsdurchfahrt dürfe keinesfalls bis zur Umwidmung in eine Ortsstraße in diesem „desolatem Zustand“ belassen werden, betonte er. Die Fraktion stellte den Antrag, einen „Projektausschuss Ortsmitte Abtsgmünd“ einzuberufen. 

Armin Friedrich, Vorsitzender Freie Bürger. Archivfoto:ks
Robert Kruger, CDU/Unabhängige Bürger. Archivfoto: privat
Marlies Büker, Fraktionsvorsitzende SPD. Archivfoto: arc

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