Starkes Zeichen der Solidarität in Abtsgmünd

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Die Gemeinderäte Wilfried Horlacher (links) und Armin Friedrich zeigten die ukrainische Fahne.
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Mit einer Kundgebung drückten am Abend rund 300 Abtsgmünder Bürger ihre Ablehnung der Kampfhandlungen und ihr Mitgefühl mit den Geflüchteten aus.

Abtsgmünd

Rund 300 Menschen waren am Freitagabend zur Solidaritätskundgebung für die Ukraine gekommen. „Eine tolle Zahl, einehervorragende Anteilnahme für die Kürze der Zeit, seit wir die Idee hatten“, freute sich Bürgermeister Armin Kiemel.

Seit Montag haben Kiemel und Wolfgang Haas, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Abtsgmünd, zusammen die Kundgebung entwickelt. Und schnell waren mit dem evangelischen Pfarrer Martin Gerlach und dessen katholischem Amtskollegen Jürgen Kreutzer sowie dem Schwäbischen Albverein und dem Musikverein Mitstreiter gewonnen. Letzterer spielte zu Beginn der Veranstaltung das Lied „Die Gedanken sind frei“. „Erfreulich ist, dass auch die Schülersprecher beider Schulen zu Statements bereit waren“, ergänzte der Bürgermeister.

Vor zwei Wochen habe eine neue Zeit begonnen, „indem einselbstherrlicher Diktator einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen einfriedliches Land begonnen hat“, sagte Kiemel unter Beifall. „Die Geltungssucht eines alten Mannes“ produziere immense Schäden, fordere viele Todesopfer, zerreiße Familien. „Ihr Morden muss ein Ende haben, es ist humanitäre Pflicht, das zu beenden“, appellierte er. In Abtsgmünd seien die ersten fünf ukrainischen Geflüchtete angekommen – drei Erwachsene und zwei Kinder-, dankenswerterweise von zwei Familien aufgenommen. Zwölf weitere Wohnungen stünden bereit, für 48 Menschen.

Die beiden Pfarrer interpretierten anschließend den Song „We shall overcome“, mit einer kleinen Textänderung „East and West together…“ Viele Kundgebungsteilnehmer sangen mit. Damian Milson, Schulsprecher der Friedrich-von-Keller-Schule, erklärte dann. „Bei mir sind viele Fragen aufgekommen.“ Viele Mitschüler hätten aufgrund der Videos und Bilder im Netz Angst. Man wolle den Geflüchteten hier helfen, Hoffnung geben. „Aber die Fragen bleiben ohne Antworten“, schloss er. Seine Mitschülerin Kim Rocktäschel kündigte Aktionen der Oberstufe an.

Auch Lea Eh, Schulsprecherin des St. Jakobus Gymnasiums, sagte, die Schüler verspürten Angst vor den Folgen und vor Spaltung. Man habe Mitleid mit den Menschen und den Opfern. Aber auch Wut auf die, die sich mit Waffen bekämpfen, statt sich zu respektieren. Es machte Mut, dass viele Menschen helfen. „Wir haben Hoffnung trotz allen Leids“, ergänzte sie. Eigentlich hätten die Schüler ein Fest zugunsten eines sozialen Projekts geplant, sagte ihre Mitschülerin Alina Bieg. Das habe man verworfen wegen der Ereignisse. Jetzt sollen Kleider gesammelt und Kuchen verkauft werden zugunsten der Geflüchteten in der LEA in Ellwangen.  Julia Edich, Lehrerin am Gymnasium, hat Freunde in der Ukraine und organisiert eine Sammlung von benötigten Sachspenden. Eine erste Geldsammlung hatte bereits rund 15 000 Euro erbracht.

Beide Pfarrer sprachen Gebete. Zum Ende sagte Wolfgang Haas, man sei ohnmächtig. „Lasst uns mit freundlicher Unterbringung ein Zeichen setzen für Mitmenschlichkeit“, schloss er. Der Musikverein beendete die Kundgebung mit der Europahymne, der „Ode an die Freude“.

Wir haben Hoffnung trotz allen Leids.“

Lea Eh, Schülersprecherin, St. Jakobus-Gymnasium

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