Tierquälerei: Zuchtbetrieb war "Lernort Bauernhof"

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In einem Käfig gehaltene Kaninchen. Das Bild soll in dem umstrittenen Betrieb in Abtsgmünd entstanden sein.
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Kaninchen sollen brutal gequält worden sein. Was die Landesbeauftragte für Tierschutz von dem Fall weiß.

Abtsgmünd. Erste Konsequenzen im Fall des in die Schlagzeilen geratenen Kaninchenzuchtbetrieb in Untergröningen. Bis Donnerstagmittag wurde der Betrieb auf der Internetseite „Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg“ aufgeführt. Als Lernort für die Schulklassen 1 bis 4. Gegen 13 Uhr wurde der Eintrag gelöscht.

Wie berichtet, ermittelt nach einer Anzeige von Tierschützern die Staatsanwaltschaft Ellwangen wegen möglicher Tierschutzverstöße in der Zuchtanlage für Kaninchen. Die Polizei ist mit den Ermittlungen beauftragt. Vermutlich in eineinhalb bis zwei Monaten könne die Staatsanwaltschaft Genaueres sagen, heißt es aus der Behörde.

Das Verfahren richte sich gegen zwei Beschuldigte. Mit welchem Auftrag die Polizei in die Ermittlungen einsteigt, kann die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Der Verein Deutsches Tierschutzbüro hatte Videoaufnahmen veröffentlicht, die aus dem Betrieb stammen sollen. Darauf soll zu sehen sein, wie zwei Mitarbeiter Kaninchen totschlagen. Zudem sollen Bilder verletzte und kranke Tiere zeigen, die nicht artgerecht in Käfigen gehalten werden. Eine schriftliche Anfrage bei dem Unternehmen blieb bislang unbeantwortet.

Kaninchen nur in Ausnahmefällen "nottöten"

Von dem Fall Kenntnis hatte auch die Landesbeauftragte für Tierschutz, Dr. Julia Stubenbord. Die Landestierschutzbeauftragte übernimmt indes keine Vollzugstätigkeiten und ist dementsprechend nicht befugt, Kontrollen durchzuführen. Weisungsbefugt ist die Landestierschutzbeauftragte gegenüber den Veterinärämtern auch nicht. „In diesem Fall hat die Landestierschutzbeauftragte eine fachliche Beurteilung des Bildmaterials vorgenommen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die landeseigene Stabstelle hätte aber unterstützend vor Ort in Untergröningen sein können, denn sie hat die Möglichkeit, die Kollegen bei Vorort-Kontrollen zu unterstützen, „was bei dem beschriebenen Fall nicht erfolgte und nicht gewünscht war“.

Die Betreiberfirma der Anlage ließ über einen Anwalt mitteilen, einer der beiden auf den Aufnahmen zu sehenden Mitarbeitern habe den Betrieb bereits verlassen. Kaninchen dürften dort nur ausnahmsweise nach anerkannten Regeln notgetötet werden, wenn eine Behandlung durch einen Tierarzt keinen Erfolg verspreche und das Leiden des Tieres ohne sofortiges Handeln erheblich verlängert werde.

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