Verein sucht neue Führungskraft

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Michaela Ebert

Die Vorsitzende des Yoga-Vereins Abtsgmünd will bald aufhören, aber bislang ist niemand in Sicht, der ihre jetzige Position einnehmen möchte.

Abtsgmünd

Die Vorsitzende des Yoga-Vereins Abtsgmünd denkt ans Aufhören. Vielmehr will sie aufhören und hat dies bei der jüngsten Jahreshauptversammlung im Februar dieses Jahres auch angekündigt. Seither sucht sie – vergeblich – nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Und das, obwohl das Klima im Verein gut ist, kein Streit.

Michaela Ebert betont: "Es sind rein familiäre Gründe, aus denen ich den Vereinsvorsitz abgeben will." Die 75-Jährige hat inzwischen sieben Jahre lang an der Spitze des Vereins gestanden und war davor 28 Jahre lang in anderen Funktionen und Vereinen ehrenamtlich tätig.

Oft nimmt ja in ähnlich gelagerten Fällen der oder die 2. Vorsitzende die Gelegenheit wahr und rückt nach. Nicht so beim Yoga-Verein. Eberts Stellvertreterin hat angekündigt, ihr Amt auch niederlegen zu wollen. So nach dem Motto: "Wenn die geht, dann geh' ich auch."

Was Michaela Ebert seit einer Weile bei der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger erlebt, das kennen viele, die sich ehrenamtlich in einem Vereinsvorstand engagieren oder dort engagiert waren. Und sie fragen sich, was sie denn tun können gegen diese Misere.

Die allermeisten wissen natürlich, woher es rührt, dass zunehmend weniger Menschen sich ehrenamtlich einbringen wollen, zumal im Vorstand eines Vereins. Der Vorsitzende des Sportkreises Ostalb, Manfred Pawlita, fasst dies so zusammen:

  • Die Individualisierung unserer Gesellschaft schreitet voran
  • Die Anforderungen der beruflichen Arbeitswelt verändern sich so, dass sich das Freizeitverhalten ändert
  • Die Freizeit bekommt dadurch einen höheren Stellenwert

"Alle Wissenschaftler kommen zu diesen gleichen Ergebnissen", sagt Pawilta, "das ist nicht auf meinem Mist gewachsen."

Michaela Ebert ergänzt Pawlitas Liste in einem Punkt: dass Vorstandsmitglieder mit ihrem Privatvermögen haften, sei sicher auch nicht hilfreich. "Das müsste man unbedingt ändern", sagt sie.

In dieser Hinsicht ist die Vorsitzende des Yoga-Vereins zwar machtlos. Aber in zwei Punkten hat sie bereits Initiative ergriffen, die Bedingen zu verbessern. Es wird eine Ehrenamtspauschale eingeführt, um die Bereitschaft zum Engagement finanziell anzuerkennen. Und die Satzung des Vereins soll geändert werden, damit sich die Vorstandsmitglieder des Vereins gegenseitig vertreten können

Letzteres sei eine gute und in vielen Fällen bewährte Idee, sagt Manfred Pawlita: "Job-Sharing, kleinere Pakete schnüren, damit die Belastung aufgeteilt werden kann." Falls trotz alledem sich niemand findet, der die Verantwortung übernehmen will, gebe es für Vereine auch noch andere Wege. Zum Beispiel, sich einem anderen Verein als Abteilung anzuschließen oder mit einem anderen Verein zu fusionieren. "Da muss man aber sorgfältig sondieren, wer dafür infrage kommt", sagt der Sportkreisvorsitzende.

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