Ziel: Lebensräume verbinden

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Die Vorstelung des Konzepts im Rathaus.

Planungsbüro stellt in Abtsgmünd die Optionen zur Biotopvernetzung vor.

Abtsgmünd. Die Gemeinde Abtsgmünd wurde vergangenen Sommer als Pilotkommune für die Umsetzung des landesweiten Biotopverbundes im Ostalbkreis ausgewählt. Ziel ist es, Maßnahmen auszuarbeiten, die zur Erhöhung der biologischen Vielfalt beitragen und dem Artensterben entgegenwirken. Das Planungsbüro „Plan Werk Stadt“aus Westhausen hat ein Konzept ausgearbeitet und im Abtsgmünder Rathaus präsentiert. Vor allem entlang verschiedener Gewässerachsen wurden über 200 mögliche Maßnahmen auf einer Fläche von 479 Hektar identifiziert, um isolierte Biotope miteinander zu verbinden, um so Tier- und Pflanzenarten die Wanderung und den genetischen Austausch zu ermöglichen.

Ziel des Programms ist es, bis 2030 stufenweise einen räumlich funktionalen Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche des Offenlandes zu schaffen. Dafür wurden umfangreiche Förderprogramme auf den Weg gebracht. So erhalten Kommunen für eine Biotopverbundplanung 90 Prozent der Planungskosten und 70 Prozent der Umsetzungskosten gefördert. Durch entsprechende Maßnahmen sollen bestehende Kernflächen, das sind beispielsweise Biotope, Streuobstwiesen, blütenreiche Wiesen oder Nasswiesen, aber auch Stillgewässer oder Quellbereiche, miteinander verbunden werden, indem in den dazwischenliegenden sogenannten Suchräumen neue Lebensräume geschaffen werden.

Über 200 Maßnahmen

Mögliche Maßnahmen sind etwa die Aufwertung von Streuobstwiesen, Bachläufen und Gewässerrandstreifen mittels Pflege sowie die Schaffung neuer Verbindungselemente und Trittsteinbiotope. Die Gemeinde Abtsgmünd sei mit ihren 1,581 Hektar Landschafts- und Naturschutzgebiete, das entspricht 22 Prozent der Markungsfläche, für diese Verbindungen geradezu prädestiniert.

Barbara Neher und Andreas Walter vom Planungsbüro Plan Werk Stadt präsentierten Bürgermeister Armin Kiemel und Annegret Glombik vom Bauverwaltungsamt sowie Ralf Worm, dem Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Ostalbkreis, und der Biotopverbundbotschafterin Julia Zwick die Ergebnisse. Die Gemeinde bekomme damit einen Maßnahmenkatalog an die Hand, mit dem sich gezielt Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der Biodiversität in der Gemeinde identifizieren und an geeigneter Stelle planen und umsetzen lassen. Hauptsächlich entlang der Flüsse und Bäche, den sogenannten Entwicklungsachsen in der Gemeinde, wurden über 200 kleine und auch größere Maßnahmen identifiziert, die zur Förderung der Biodiversität beitragen. Vor allem öffentliche Flächen wurden untersucht.

Alle mit ins Boot holen

Bürgermeister Armin Kiemel zeigte sich beeindruckt von der ganzheitlichen Planung: „Mit der Biotopvernetzungskonzeption hat die Gemeinde nun einen Fahrplan und eine Arbeitshilfe für die weiteren Planungen an der Hand und weiß genau, welche Maßnahme an welcher Stelle sinnvoll umgesetzt werden könnten.“ Wichtig sei es nun, alle beteiligen Akteure aus der Gemeinde, Grundstückseigentümer und vor allem aus der Landwirtschaft mit ins Boot zu holen, so der Schultes. Im nächsten Schritt soll die Biotopvernetzungskonzeption mit den Fachbehörden erörtert, im Gemeinderat und im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

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