Zu Anfang war's das Schwimmenlernen

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Freuen sich auf das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des KreisLandFrauenvereins Ostalb (v.l.) Geschäftsführerin Birgit Bärreiter, Gründungsvorsitzende Hanna Wörner, die aktuelle Vorsitzende Claudia Fuchs, und Hewig Ernsperger, ihre Vorgängerin.
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Die KreisLandFrauen Ostalb können jetzt ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Warum die Idee schnell Zuspruch fand und noch findet und welche Themen Frau schon früh gesetzt hat.

Abtsgmünd

Über den Tellerrand zu gucken und in die Zukunft zu denken, das war schon immer ihr Ding. Ab 1946 sind es die LandFrauen, die sich politisch einsetzen für die Interessen der Frauen. Und für mehr Bildung. Und besonders für die Gemeinschaft im Dorf. Keine sollte ausgegrenzt werden.

Den ersten Verein hat Margarete von Holtz in Alfdorf gegründet. In den folgenden Jahrzehnten schwappt die mitreißende Idee über ganz Deutschland. Überall besuchen die Frauen die Vorträge und Diskussionen, saugen begierig das Wissen auf, wollen selbst aktiv werden.

Initialzündung für den KreisLandFrauenverein Aalen-Ostalb ist ein Nachbarschaftstreffen in Leinroden, bei dem die im Landwirtschaftsamt beschäftigte Wiltrud Heyd über das Thema „Landfrau gestern - Landfrau heute“ spricht. So stark ist die Wirkung, dass die Zuhörerinnen nun selbst einen Verein aufbauen möchten. Ein Draht zum Landesverband wird geknüpft, die Veranstaltung im Traditionsgasthaus Löwen in Neubronn für den 28. Dezember 1972 terminiert. LandFrauen-Landesvorsitzende Hanne Schiefer reist extra mit der Bahn aus Stuttgart an und leitet die Versammlung. 68 Gründungsmitglieder tragen sich in die Listen ein. Als Vorsitzende wird Hanna Wörner gewählt, Geschäftsführerin wird Wiltrud Heyd, Kassierin Paula Frede. Führende Gründungsmitglieder sind Klara Schuster und Berta Weller aus Neubronn, Henriette Severini aus Leinroden, Erna Pfisterer aus Laubach, Hanna Hipper und Karin Bachmann aus Essingen, Elisabeth Auchter aus Nesslau und Margret Pfleiderer aus Hammerstadt.

Von Anfang an sind die LandFrauen für alle Berufsgruppen offen - außerdem überparteilich und überkonfessionell. Das kommt gut an - ebenso wie das Bildungsprogramm, das Wissen vermitteln und aktuelle Themen ansprechen will. Es gibt praktische Kurse, Reisen und Ausflüge - und mit jeder Veranstaltung ist ein geselliges Miteinander verbunden. Hanna Wörner erinnert sich rückblickend deshalb nicht nur an rasant steigende Mitgliederzahlen, sondern vor allem an Aktionen, die das Selbstbewusstsein der Frauen steigerten und ihre Unabhängigkeit förderten.

Der erste Schwimmkurs zum Beispiel. Im Abtsgmünder Hallenbad wagen sich auch damals 60-Jährige noch an den Wassersport. „Als Kinder mussten diese Frauen im Sommer auf dem Feld helfen. Entspanntes Schwimmenlernen im Freibad oder an einem See war da nicht drin“, erzählt Hanna Wörner. Und auch, dass die LandFrauen-Mitglieder viel auf sich nehmen, um regelmäßig bei der Gymnastik dabei zu sein. Oder bei den Nähkursen im Winter, deren Ergebnisse zum Abschluss immer in tollen Ausstellungen gezeigt werden.

Basteln oder Bauernmalerei - aber auch Streichen und Tapezieren, Pannenkurse fürs Auto und fürs Fahrrad und schließlich Einführungskurse in die Arbeit am PC gab es - „das Programm hat sich immer nach den Wünschen der Mitglieder gerichtet und war deshalb extrem vielseitig“, erzählt Hanna Wörner. Und weil die Frauen sensibler seien für ihr Umfeld und die Umwelt, haben sie sich auch schon vor 40 Jahren mit dem Thema „Klimakrise“ beschäftigt. „Die Welt läuft heiß“, habe damals das mahnende Leitthema gelautet.

Mit fortschrittlichen Ideen und kritischem Nachfragen habe man sich nicht immer beliebt gemacht, erzählt Hanna Wörner vom massiven Gegenwind, dem die LandFrauen vor allem in den 1990er-Jahren standhalten mussten. Zum Beispiel habe man sich bei der Gentechnik schon früh auf die Seite der Kritiker geschlagen. Auch der Kampf um die soziale Absicherung der Bäuerinnen gelang nur, weil die LandFrauen stets ein eigenständiger Verband geblieben sind. Brustkrebsfrüherkennung und eine zertifizierte hauswirtschaftliche Familienbetreuung sind weitere Schwerpunktthemen über die Jahrzehnte.

Und heute? In Zeiten des Internets habe manches Bildungsthema den Reiz verloren, wissen Hedwig Ernsperger, die 2008 von Hanna Wörner den Vorsitz übernahm, und Claudia Fuchs, die aktuelle „Chefin“ der KreisLandFrauen Ostalb. Doch freuen sich die Verantwortlichen nach einer Durststrecke derzeit über wachsende politische Frauenpower. Auch gesellige Treffen haben Zuspruch.

Derzeit zählen die KreisLandFrauen Ostalb 998 Mitglieder in diesen elf Ortsvereinen: Aalen-Unterrombach, Abtsgmünd-Fachsenfeld, Adelmannsfelden-Pommertsweiler, Dewangen, Ellwangen, Essingen-Lauterburg, Hohenberg, Härtsfeld, Laubach-Leinroden, Tannhausen, Unterschneidheim. Kreisvorsitzende ist Claudia Fuchs. Kreisgeschäftsführerin Birgit Bärreiter.

Willkommen im Verein sind alle Frauen, die im ländlichen Raum leben. Ziel der Arbeit ist es, den Zusammenhalt in den Dörfern und Stadtteilen zu stärken. Hauptanliegen ist die Weiterbildung durch Fachvorträge, Kurse, Informationsreisen, Besichtigungen. Das Leitthema für die Bildungsarbeit auf Orts-, Kreis- und Landesebene lautet 2023: „Total digital“ Total menschlich?“

Der Festakt zum Jubiläum ist am Samstag, 28. Januar, ab 13.30 Uhr im Kellerhaus Oberalfingen. Anmelden können sich Interessierte unter (07963) 4719991 oder (07361) 529464 oder unter birgit.baerreiter@web.de

Derzeit zählen die KreisLandFrauen Ostalb 998 Mitglieder in diesen elf Ortsvereinen: Aalen-Unterrombach, Abtsgmünd-Fachsenfeld, Adelmannsfelden-Pommertsweiler, Dewangen, Ellwangen, Essingen-Lauterburg, Hohenberg, Härtsfeld, Laubach-Leinroden, Tannhausen, Unterschneidheim. Kreisvorsitzende ist Claudia Fuchs. Kreisgeschäftsführerin Birgit Bärreiter.

Willkommen im Verein sind alle Frauen, die im ländlichen Raum leben. Ziel der Arbeit ist es, den Zusammenhalt in den Dörfern und Stadtteilen zu stärken. Hauptanliegen ist die Weiterbildung durch Fachvorträge, Kurse, Informationsreisen, Besichtigungen. Das Leitthema für die Bildungsarbeit auf Orts-, Kreis- und Landesebene lautet 2023: „Total digital“ Total menschlich?“

Der Festakt zum Jubiläum ist am Samstag, 28. Januar, ab 13.30 Uhr im Kellerhaus in Oberalfingen. Anmelden können sich Interessierte unter oder oder birgit.baerreiter@web.de

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