Altes Gemäuer braucht viel Geduld

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Das Team der Burg Niederalfingen GmbH hofft auf baldigen Fortgang der Umbauarbeiten. Hinten v.li die Geschäftsführer Thomas Medinger und Achim Ostertag, vorn v. li. die Projektmanagerinnen Minou Alirezazadeh, Vicky Gässler und Sarah Hirschfeld vor dem Rapunzelturm der Burg.
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Der Umbau der Burg Niederalfingen wird im Dschungel von Gutachten und Bürokratie verzögert.

Hüttlingen-Niederalfingen. Eigentlich sollte auf der Burg dieses Jahr bereits richtig Leben einkehren, ein Biergarten sollte eröffnet werden, Hochzeiten und andere Veranstaltungen sollten stattfinden. Aber wie es bei größeren Baumaßnahmen an zudem alten Gebäuden passieren kann – alles verzögert sich.

Im vergangenen Jahr hatten die Geschäftsführer Jonas Medinger und Achim Ostertag mit ihrem Team von der Burg Niederalfingen GmbH, die als Pächter fungiert,  mit dem Burgerwachen am 1. Mai, einer Kunst- und einem Handwerkermarkt erste Anfänge gemacht. Und geplant, damit fortzufahren sowie weiter umzubauen. Aber sie wurden zunächst ausgebremst. „Zum einen dauerten einige Genehmigungen und Planungen länger, da eben mehrere Behörden involviert sind“, sagt Jonas Medinger. Neben dem Besitzer Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd beispielsweise der Denkmalschutz, der Naturschutz und andere mehr. „Zudem sind bei der Erstellung weiterer Gutachten durch Fachleute eine Reihe Nachbesserungen festgestellt worden, die noch erledigt werden müssen“, ergänzt Achim Ostertag. „Deshalb werden wir in diesem Jahr keine Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Feste durchführen.“ Nur einige kleine Verkostungen mit jeweils 30 Gästen sind geplant. Der Auftakt ist am 7. Juni eine Weinprobe. „Die Teilnahme kann man über unsere Homepage der GmbH buchen“, ergänzt Projektmanagerin Minou Alirezazadeh. Dafür könne man kurzfristig, je nach Lage der Bauarbeiten, den Ort festlegen.

Derzeit laufen Arbeiten zur Sicherung der Außenmauern, ab Ende des Monats bis wohl in den Mai wird die Brücke saniert, die Arbeiten an den Mauern werden bis mindestens Ende des Jahres laufen. Der geplante Biergarten wird im Herbst in Angriff genommen, ebenso die Erstellung weiterer Parkplätze und der Einbau einer neuen Küche. Die Fertigstellung ist für Anfang 2024 geplant. Diese und weitere Arbeiten müssen aber noch ausgeschrieben werden. Ab Anfang 2024 ist dann der Aus- und Umbau im Innengastronomiebereich geplant. Die Böden müssen saniert werden, Leitungen, Beleuchtung erneuert und eine neue Bar eingebaut werden. „Die neue Einrichtung ist bereits ausgesucht“, ergänzt  Minou Alirezazadeh. Zudem werden zwei bisherige Übernachtungszimmer in weitere Toiletten umgebaut, damit Außen- und Innenbereich jeweils eigene Sanitärräume bekommen. Für die ehemaligen Stallungen müssen laut Sicherheitsvorschriften nach außen öffnende Türen eingebaut werden, die einige Lieferzeit benötigen. Erst dann kann mit dem Umbau der dortigen Räume begonnen werden.  Inzwischen hat Projektmanagerin Vicky Gässler erfolgreich in Archiven geforscht, und viele historische Bilder und Artikel gefunden, die im Gastrobereich als Dekoration angebracht werden sollen. „So wird der Besuch dann für die Menschen auch eine Reise in die fast 1000-jährige Geschichte der Burg“, sagt sie.

Trotz der Verzögerungen bezeichnen die beiden Geschäftsführer die Zusammenarbeit mit den Landesbehörden als gut. Sie seien offen für Ideen, „haben aber doch ein Auge auf den Kostenrahmen“, schmunzelt Medinger. „Beide Seiten wollen ein nachhaltiges, lange nutzbares Schmuckstück schaffen, das für die Besucher ein touristisches und gastronomisches Erlebnis wird“, ergänzt Ostertag.

Derzeit werden die Mauern der Burg saniert.
An der Burg Niederalfingen werden derzeit die Außenmauern saniert. Im Vordergrund sollen weitere Parkplätze entstehen.

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