Bächweiher: Behörden stellen ein Vergehen fest

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Um die Arbeiten, die am Bächweiher in den vergangenen Tagen ausgeführt wurden, gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen Angelsportverein und den Behörden. Foto: je
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Angelsportverein bestreitet nicht genehmigte Arbeiten und will eventuelle Schäden beheben.

Hüttlingen. Die Arbeiten des Angelsportvereins (ASV) Ostalb am Bächweiher sind weiter in der Diskussion. Der Eigentümer, die Gemeinde Hüttlingen, und die Untere Wasserschutzbehörde des Landratsamts hatten dort die teilweise  Entschlammung des Weihers genehmigt, aber festgestellt, dass darüber hinaus weitere Eingriffe vorgenommen worden seien.

Das moniert der Bürgermeister: Bei einer Begehung hatten Bürgermeister Günter Ensle, weitere Verwaltungsmitarbeiter und Michael Deininger vom Landratsamt festgestellt, dass ein Bagger die  Dammanlage befahren habe und dabei die Krötenleiteinrichtung unter dem Damm und der Straße hindurch beschädigt hatte. Außerdem seien am Westufer Planierarbeiten vorgenommen worden. Dabei sei auch in ein Biotop eingegriffen worden. Alles nicht in der Genehmigung zur Entschlammung inbegriffen.

Bürgermeister Ensle sagte, man werde eine Schadensersatzforderung prüfen. Der Damm habe zudem eine Funktion im Hochwasserschutz für Schwenningen, er sei aber nicht mehr stabil. Es müsse geprüft werden, welche Befestigungsmaßnahmen ergriffen werden müssten.

Das sagt der Angelsportverein: Voin Stojanovic, Vorsitzender des Angelsportvereins, bestreitet diese Kritik. „Alles, was wir gemacht haben, war genehmigt und mit beiden Behörden abgesprochen“, sagt er. Man habe über den Damm fahren müssen, um den Schlamm entfernen zu können. Und am Westufer habe man in einem Abschnitt Arbeiten ausführen dürfen und dann dort Spuren der Bagger beseitigt.

In einem Gespräch mit Ensle sagte er auch zu, dass der Verein entstandene Schäden, die man gemeinsam begutachten werde, beheben werde. Wie gemeinsam abgesprochen, werde man den Weiher im Frühjahr auch nur bis zu einer Höhe von 1,5 Metern aufstauen, bis beschlossen sei, wie weit die Gemeinde den Damm wieder besser befestigen werde.

Die Untere Naturschutzbehörde: Kritik an den Maßnahmen kommt auf Anfrage unserer Zeitung auch von der Unteren Naturschutzbehörde. In einer Stellungnahme aus dem Landratsamt heißt es, dass die „Entlandung des Weihers“ vom Angelsportverein angekündigt und diesem auch genehmigt worden sei. Man führt aber weiter aus, dass „nach Beginn bekannt wurde, dass die Arbeiten den Umfang einer Entlandung überschreiten, die Dammanlage mit einem Baugerät befahren sowie in Ufer- und Biotopbereiche eingegriffen wurde“.

„Diese Woche wurde der ASV sowohl von der Gemeinde Hüttlingen als auch von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts schriftlich aufgefordert, die weiteren Arbeiten auf die Entlandung zu beschränken und die gesetzlich geschützten Biotope unberührt zu belassen“, heißt es dazu weiter in der Stellungnahme aus dem Landratsamt.

⋌Jürgen Eschenhorn

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