Bald ist das Internet schneller

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Die Anwohner Walter Beyer (links) und Günter Seidel hätten sich gewünscht, dass im zuge der derzeitigen arbeiten in ihrer Straße ihre Häuser gleich Breitbandanschlüsse bekommen hätten.
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Anwohner sind verwundert, warum das Glasfaserkabel nicht zeitgleich mit den Stromleitungen verlegt wird. Gemeinde erklärt die Gründe

Abtsgmünd-Wöllstein

Im Ort wird derzeit das neue Baugebiet „3. Erweiterung“  an der Alten Abtsgmünder Straße erschlossen, dabei werden Stromleitungen neu verlegt und die Stromversorgung teilweise erneuert, auch zu zwei neuen Bauplätzen am Ende der bestehenden Bebauung in der Straße. Dafür wurde die bestehende Straße aufgebaggert. Auf Unverständnis stößt bei den Anwohnern in diesem Bereich, warum bei ihnen nicht gleich auch die im Rahmen der bundesweiten Förderung geplanten Glasfaseranschlüsse gelegt wurden.  „Es ist doch unverständlich, dass die Hausanschlüsse jetzt nicht gleich mitgemacht werden, wenn in der Straße schon gearbeitet wird“, meinen die Anlieger Annemarie und Walter Beyer sowie Günter Seidel. Denn in diesem Bereich sollen bis 2023 im Rahmen des „Weißen Flecken-Programms“ von Bund und Land Glasfaseranschlüsse gelegt werden. Aber dafür wird noch einmal gebaggert. 

Bisher werden die Anwohner dort mit herkömmlichen Kupferleitungen versorgt, die laut Anbieter 50 Mbit/s Internetleistung liefern. Das sei aber nur auf dem Papier und zu manchen Zeiten so, sagen die Anwohner. Wenn Internet in direkt nebeneinanderliegenden Häusern genützt werde, würde die Leistung deutlich sinken. Mit der offiziellen Leistung ist ein Problem für neue Anschlüsse genannt: Im Förderprogramm werden Neuanschlüsse für Häuser unterstützt, die bisher höchstens 30 Mbit/s bekommen. „Damit lagen diese Häuser zunächst nicht im Programm“, sagt Ortsbauamtsleiter Ralf Löcher. Die Gemeinde habe aber einen Förderbeschluss für die Anlieger erwirkt, der sei auch seit kurzem da. Für eine kurzfristige Planung der Hausanschlüsse aber zu spät, deren Herstellung sei jetzt nicht zu machen gewesen.

Die Arbeiten an den Stromleitungen in der Alten Abtsgmünder Straße waren im Erschließungsauftrag für das Baugebiet nicht inbegriffen. Die ausführende Firma Haag Bau wurde vom Versorger  EnBW ODR erst nachträglich damit beauftragt, die Leitungen zu einem neuen versetzten Verteilerkasten bei genannten beiden Neubauten zu legen, von dem dann auch das neue Baugebiet mit Strom versorgt wird. Die bisher bestehenden Freiluftleitungen werden abgebaut. „Das ist von uns außerplanmäßig gemacht worden, um die Versorgung für das Neubaugebiet herzustellen“, sagt Bastian Koschate, Technischer Leiter bei Haag Bau. „Wir haben aber nach Absprache mit der Gemeinde Leerrohre für die Haupttrasse für das Breitband in diese Gräben gelegt.“

Glasfaser kommt bis Ende 2023

Die Hausanschlüsse und das Einschießen der Glasfaserkabel sei ein anderer Planungsbereich und würden gemacht, wenn im Rahmen des Gesamtausbaus in der Gemeinde Wöllstein versorgt wird, ergänzt Löcher. Die Gemeinde hätte das laut Koschate vielleicht besser kommunizieren müssen. Laut Richtlinien müssen alle betreffenden Anschlüsse bis Ende 2023 erneuert sein, um gefördert zu werden. 12,5 Millionen Euro werden investiert, 90 Prozent davon von Bund und Land bezuschusst. Vergeben werden die Bauarbeiten im Juli.

Wir verlegen bereits Leerrohre für die Glasfaserkabel.

Bastian Koschate

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