BI Hochwasserschutz: Jetzt spricht Bürgermeister Ensle 

+
Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle.
  • schließen

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Hochwasserschutz sofort „torpedieren“ laut Günter Ensle die vorgesehenen Maßnahmen gegen Hochwasser in Niederalfingen.

Hüttlingen-Niederalfingen. „Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz sofort in Niederalfingen boykottiert bewusst die vonseiten der Gemeinde Hüttlingen geplante Hochwasserschutzmaßnahme beim Freibad“: Das schreibt Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle in einer Verlautbarung. Die Bürgerinitiative (BI) berate Bürgerinnen und Bürger dahingehend, der Hochwasserschutzmaßnahme am Freibad und den dafür erforderlichen Maßnahmen nicht zuzustimmen, so Ensle weiter.  


Darum geht‘s: Die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Hochwasserschutzmaßnahme zwischen Naturerlebnisbad und Brücke Parkplatz müsse vonseiten des Landratsamtes in einem Planfeststellungsverfahren genehmigt werden. Durch diese Maßnahme könne ein „zuverlässiger Hochwasserschutz“ für den nördlichen Teil Niederalfingens gewährleistet werden, so Ensle.  


„Um nachteilige Auswirkungen auf Dritte zu vermeiden, müsste gemäß den Ergebnissen der hydraulischen Berechnungen des Büros Winkler und Partner, zusätzlich zur geplanten Hochwasserschutzmauer am Freibad eine kleine Umwallung oder eine kleine Mauer auf einem Grundstück erstellt werden“, erklärt Ensle weiter. Vertreter des Landratsamtes und der Verwaltung hätten dazu Kontakt mit Eigentümern von Grundstücken aufgenommen. Zuerst sei man sich einig gewesen, später habe er erfahren, dass die Vereinbarung geplatzt ist, sagt der Schultes. Die Grundstückeigner hätten die Vereinbarung auf Zureden der BI nicht unterzeichnet, so Ensle weiter – Wilhelm Hammer, Sprecher der BI, bestätigt dies auf SchwäPo-Anfrage. Laut dem Bürgermeister „boykottiert“ die Bürgerinitiative durch solche Ratschläge die Umsetzung des Hochwasserschutzes. „Durch die Hochwasserschutzmaßnahme am Freibad wird ein Großteil von Niederalfingen geschützt. Trotzdem hat der Vorsitzende Einspruch gegen die Planungen der Gemeinde erhoben“, schreibt Ensle in seiner Erklärung. 


Er könne, so Ensle, nicht nachvollziehen, weshalb sich eine Bürgerinitiative, die sich für den Hochwasserschutz einsetzen wolle, gegen eine Hochwasserschutzmaßnahme wendet.  


Hüttlingens Bürgermeister wird deutlich: „Die Bürgerinitiative torpediert die vorgesehenen Maßnahmen, um nachher wieder der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat vorwerfen zu können: ‚Die unternehmen nichts für den Hochwasserschutz.‘“  


Die BI solle seiner Meinung nach zukünftig besser unter der Überschrift „Gegen Hochwasserschutz sofort“ fungieren. „Es liegt nun an den vernünftigen Mitgliedern der BI und an den Niederalfinger Bürgern, die Vorstandschaft der BI zur Raison zu bringen“, betont Ensle. 


Auch die Anzeige gegen Neuler – die BI wirft der Gemeinde vor, Klärschlamm in den Schlierbach eingeleitet zu haben – sei „völlig aus der Luft gegriffen“, sagt der Bürgermeister. „Sie hat lediglich zu einer Verschlechterung der bisher sehr guten Beziehungen zur Gemeinde Neuler geführt.“ 

Er sieht nur eine Chance für einen zeitnahen Hochwasserschutz in Niederalfingen, „wenn die Mitglieder der Bürgerinitiative und die Niederalfinger Bürger auf die Vorstandsmitglieder der BI einwirken“, so Ensle. 

Mehr zum Thema:

Schlierbach: BI vermutet Umweltfrevel, Landratsamt widerspricht

HQ100-Schutz: Was es kostet

Zurück zur Übersicht: Kochertal

Kommentare