BI-Hochwasserschutz: Wir schauen nicht mehr zu

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Im Dezember stellte die BI "Hochwasserschutz sofort" ihre Ziele vor. Transparente sollen auf die Dringlichkeit des Anliegens - ein schneller Hochwasserschutz - aufmerksam machen.
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Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Hochwasserschutz sofort" wollen eine Flugblattaktion starten. Ein kleiner Bach verstärkt die Hochwassergefahr.

Hüttlingen-Niederalfingen. Das Hochwasser im Mai 2016 wird den Niederalfinger Bürgerinnen und Bürgern noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Schlierbach trat über die Ufer und Keller liefen voll. Damit bei einem erneuten Hochwasser weniger Schaden in Hüttlingen und Niederalfingen entsteht, wird aktuell eine Flussgebietsuntersuchung durchgeführt. Wenn die Ergebnisse da sind, sollen konkrete Maßnahmen folgen. Auch eine Bürgerinitiative (BI) hat sich im Ort gegründet, um auf das Hochwasserproblem aufmerksam zu machen. 224 Menschen haben sich dieser Gruppe inzwischen angeschlossen. 

Drei Fragen an Wilhelm Hammer, Pressesprecher der BI „Hochwasserschutz sofort“.

 

Herr Hammer, was macht die BI aktuell ?

Wilhelm Hammer: Wir haben bei einer Untersuchung vor Kurzem festgestellt, dass das Wasser bei Hochwasser nicht nur vom Schlierbach kommt, sondern auch von einem kleineren Bach aus Richtung Sulzdorf, dem Fülgenbach. Das erschwert die Hochwassersituation in Niederalfingen. Früher waren in Richtung Sulzdorf Äcker und Wiesen, nun wird dort Mais angebaut. Das führt zu einer Bodenverdichtung und verhindert, dass das Wasser versickern kann. Der Fülgenbach floss beim Hochwasser nach Niederalfingen wie ein zweieinhalb Meter breiter Fluss.

 

Mit einer Plakataktion machten Sie auf die Forderung der BI – ein schneller und wirksamer Hochwasserschutz – aufmerksam. Wie geht’s weiter?

Die Plakataktion ist der Auftakt zu einer Flugblattaktion. Wir wollen unsere Forderungen darstellen und begründen, warum etwas passieren muss. Wenn wir merken, dass nach der Vorstellung des Gutachtens nichts passiert, wollen wir Zahlen, Verantwortliche und Fakten nennen. Wir wollen nicht mehr zuschauen! Denn die Menschen an den Flüssen haben Angst vor Starkregen.

 

Was fordern Sie von Verwaltung &. Co?

Wir hoffen, dass ein Zweckverband mit Neuler gegründet wird. Zudem wollen wir, dass der Vorschlag von CDU-Landtagsabgeordnetem Winfried Mack aufgegriffen wird. Er befürwortet ein ganzheitliches und naturnahes Konzept für den Hochwasserschutz. Man muss nun zudem überlegen, wie man den Schlierbach parallel zum Kocher laufen lassen und dann in den Kocher einleiten kann. Wir verkennen nicht, dass es für Hochwasserschutz Geld braucht. Wir sind von Zuschüssen abhängig. Aber wenn man nur auf Zuschüsse wartet, sind Leib, Leben und Eigentum der Anwohner gefährdet. Wir haben keine Geduld mehr und hoffen auf einen schnellen und wirksamen Hochwasserschutz.

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