Biketour: Pässe der Ostalb lindern Kurvensucht

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Eine Rundfahrt im Westen des Landkreises mit Abstecher in den Kreis Göppingen. Wo man Kurven, Kehren und ordentliche Steigungen findet.

Aalen

Mach doch mal eine Pässe-Tour auf der Ostalb", schlägt der Kollege vor. "Da haben wir ja ein paar." Recht hat er. Der Reporter hockt sich hin mit der Landkarte und baldowert eine Rundtour aus.

Von Essingen aus führt ein holperiges Sträßchen nach Lautern. Das ist landschaftlich schön, aber so richtig spannend macht es die Passage beim Schlossgut Hohenroden. 18 Prozent Gefälle werden angekündigt. Das kann sich mit den steilsten Stellen namhafter Alpenpässe messen. Nach der tollen Kurve bei der Einfahrt zum Gutshof windet sich die Straße in zwei engen Kehren hinab.

Von Lautern aus steil hinauf nach Lauterburg, das in der Ortsmitte mit einer 170-Grad-Kurve begeistert, dann weiter nach Bartholomä. Von dort durch den Möhnhof und nach drei schönen Kehren und einer netten Bergabfahrt landet man in Heubach. 12 Prozent Gefälle waren das jetzt, immer noch standesgemäß für einen Pass. In der Stadt stößt man auf den großen Kreisel, von dem aus es praktisch überall hingeht. Fünf Straßen treffen auf ihn. Man verlässt ihn nach einer dreiviertel Runde auf die Gmünder Straße.

Vorbei an der Sporthalle, nach Buch und von dort aus auf der neuen Umfahrung im Halbkreis um Bargau rum. Bald ist man in Weiler in den Bergen, auf der Anfahrt zum Furtlepass. Schon die kurvige Ortsdurchfahrt macht Laune.

Pass mit Wikipedia-Eintrag

Der Furtlepass hat übrigens einen Eintrag in "Wikipedia" im Internet. Zitat: "Der Furtlepass, auch Furtlespass oder Furtlachpass genannt, ist ein Gebirgspass im Vorland der Schwäbischen Alb; seine Scheitelhöhe liegt auf 630 m ü. NHN. Der Furtlepass verläuft in Nord-Süd-Richtung und quert die Wasserscheide zwischen der nördlich gelegenen Rems und der südlich gelegenen Fils." So. Dem ist nur hinzuzufügen, dass Steigung bzw. Gefälle mit maximal 8 Prozent moderat ausfallen, dass der Pass aber dennoch ein paar schöne Kehren und Kurven hat.

Man passiert auf der Südseite Degenfeld und stößt auf die B 466. Der Reporter hat's nicht gemacht, aber ein lohnender Abstecher wäre in Richtung Böhmenkirch, bergan durch Weißenstein, ab nach Treffelhausen und von dort wieder runter nach Donzdorf. So aber biegt der Tourenfahrer rechts ab beim "Ställe". An der Kneipe, einem beliebten Motorradtreffpunkt, stehen am Vormittag aber nur drei Autos.

Unter der Burgruine vorbei

Nach fünf Kilometern Bundesstraße in Richtung Göppingen geht's erneut rechts, um über Winzingen und Wißgoldingen den Rechberg zum Ziel zu nehmen. Der Pass ist offenbar namenlos. Nicht namenlos jedoch ist die Burg Rechberg – oder besser gesagt, die Burgruine. Die Burg ist 1865 nach einem Blitzschlag abgebrannt, nachdem sie viele kriegerische Auseinandersetzungen überstanden hatte. Die restaurierten Reste der Stauferburg, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand, kann man besichtigen. Es gibt auch eine Burgschänke.

Drei Kehren führen hinab nach Straßdorf, praktisch wieder ins Remstal. In der zweiten postiert sich der Reporter. Er hofft auf ein schönes Foto mit Motorradfahrern. Da kann er aber lange warten, denn zehn Minuten vergehen, bis mal einer kommt. Kaum hat er wieder zusammengepackt, kommen drei auf einmal, samt eines Porsches, der hier seine Pferdestärken ausleben kann.

Kleiner Umweg fürs Vergnügen

In Straßdorf ‘ne Dreiviertelrunde durch den Kreisel und raus in Richtung Göppingen. Auf zum Hohenstaufen, zweiter und letzter "Kaiserberg" auf dieser Tour. An einer Parkbucht auf dem Höhenzug hält der Reporter an, um den Rundblick eine Weile zu genießen. Und dann kommt ein Genuss anderer Art: Er fährt ein paar hundert Meter zurück und stürzt sich durch die Schonterhöfe runter nach Ottenbach. Dort dreht er wieder um.

Von Ottenbach aus hoch, links in Richtung Hohenstaufen, aber davor rechts und hinab nach Maitis, das ist eine Passage, die schwere Fälle von Kurvensucht lindern kann.

Von Maitis aus über den Weiler Radelstetten (zwei tolle Kehren!) bis nach Gmünd. Im Gmünder Osten dann die B 298 in Richtung Gaildorf genommen, bis zur Abzweigung nach Durlangen. Hoch den Berg und von dort nicht direkt, sondern unbedingt über Thierhaupten nach Täferrot. Aus zwei Gründen: Das Sträßchen senkt sich lebhaft ins Tal und überquert den Damm des Stausees Rehnenmühle, den der Wasserverband Kocher-Lein in den Sechzigerjahren gebaut hat, zum Hochwasserschutz. Baden ist erlaubt, Liegewiesen werden gemäht. Der zweite Grund: die Passstraße mit zwei runden und einer spitzen Kehre hinab ins Tal der Lein nach Täferrot.

Vor dem Dorf links, über die Ölhäuser nach Leinzell und weiter entlang der Lein über Heuchlingen nach Laubach. Vor der Leinbrücke links, rauf nach Neubronn und rüber nach Hohenstadt, doch unmittelbar vor dem Dorf scharf rechts. Eine schöne 180-Grad-Kehre leitet die Gefällstrecke ins Kochertal ein. Man stößt im rechten Winkel auf die B 19.

Tuckerstrecke nach "Pommes"

Der Reporter fährt rechts, gleich in Reichertshofen links auf ein nicht ausgeschildertes, bis 6 Tonnen zugelassenes Sträßchen, das durch dichten Wald den Büchelberger Grat erklimmt. Oben wendet er sich rechts und hat einen fantastischen Ausblick auf Hohenstadt samt Schloss und Wallfahrtskirche sowie den Albtrauf mit den Kaiserbergen.

Dann tuckert er über den Grat, vor Vorderbüchelberg schwingt sich das Sträßchen links hinab und kurvt direkt nach Pommertsweiler. Links, durchs Dorf Richtung Adelmannsfelden, danach gleich rechts und auf der 2019 neu gemachten Kreisstraße 3241 hinab ins Tal der Blinden Rot zur Burghardsmühle. Dort hat übrigens samstags, sonn- und feiertags eine interessante Vesperstube mit Biergarten geöffnet.

15 Prozent ins Kochertal

Jetzt, fast zum Schluss, noch mal 18 Prozent, aber als Steigung. Über eine spitze und zwei runde Kehren klettert die Straße hoch in Richtung Neuler. Doch der Reporter nimmt die Abzweigung nach Ramsenstrut, quert die Landesstraße 1075 zwischen Abtsgmünd und Neuler und nimmt Kurs auf Neuler-Ebnat. Den Horizont bildet jetzt der Albtrauf, ein schönes heimatliches Landschaftsbild von Schloss Kapfenburg bis zu den Kaiserbergen. Dann vorbei an Ebnat, auf 15 Prozent Gefälle ins Kochertal bei Waiblingen und über Hüttlingen wieder nach Hause. 162 Kilometer zeigt der Tageszähler. Ein Kurvenzähler wäre sicher fast am Anschlag.

Weitere Infos im Internet: www.hohenroden.de (Schlossgut, Hofladen, Feiern) - Motorradtreffpunkt Ställe: www.bikler-treff.de/Ställe - www.burg-rechberg.de (Burgruine Rechberg), www.burghardsmuehle.de (Versperstube, Umgebung usw.)

Der Motorradreporter
Schlossgut Hohenroden bei Essingen. Nach der Linkskurve warten 18 Prozent Gefälle.
Wallfahrtskirche und Schloss Hohenstadt, gesehen auf dem Weg ins Kochertal.
Warnschild zwischen Pommertsweiler und Neuler.
Zweite Kehre von oben auf der Nordseite des Rechbergs: Ein Motorradfahrer nimmt eine Kehre in Angriff. Für eine gute, sichere Linie befindet er sich allerdings bereits etwas zu weit auf der Innenseite der Kurve.

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