Bürgerinitiative für Hochwasserschutz gegründet

+
Statt einer von Verwaltung und Gemeinderat geplanten Schutzmauer entlang des Schlierbachs ab dem Freibad bis fast zum Vereinsheim der Heimatliebe möchte die neue Bürgerinitiative den Hochwasserschutz im gefährdeten Bereich mit naturnahen und ökologischen

In Niederalfingen regt sich Protest. Bürger fordern zum Handeln auf.

Hüttlingen-Niederalfingen. „Es reicht!“, unter diesem Motto haben Menschen in Niederalfingen jetzt eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Hochwasserschutz sofort“ gegründet. Sie verlangen einen vernünftigen Schutz vor Hochwasser - und zwar rasch. Anton Hügler ist Vorsitzender der neuen Initiative, seine Stellvertreter sind Julia Maier und der ehemalige und langjährige Gemeinderat Franz Dollansky - allesamt Geschädigte vergangener Hochwasser in Niederalfingen.

Nach mehreren Hochwässern zuvor in den vergangenen Jahren, insbesondere etwa 2003 oder 2016, seien durch Hochwasser Schäden in Millionenhöhe entstanden, so die Bürgerinitiative. Bereits seit dem Jahr 1989 seien mehrere Maßnahmen versucht worden, ohne Erfolg. Aerodynamische Anpassung der Kehren des Schlierbachs vor einem Jahr hätten „nur das Wasser schneller gemacht“, heißt es in der Mitteilung. Bei Hochwasser führe der Kocher sehr viel Wasser mit einer sehr starken Strömung. Dies staue den Einlauf des auch hochwasserführenden Schlierbaches zurück, was zu Überflutungen in Niederalfingen führe. Bereits im November 1998 habe es wegen Hochwassers des Schlier-Filgenbaches in der Schmid-Wiesen und teilweise in der Hürnheimerstraße vollgelaufenen Keller gegeben. Damals seien Beeinträchtigungen und Schäden auch im Wasserstall und in der Goldshöfer Straße aufgetreten. Wohnbebauungen und Flächenversiegelungen in Neuler brächten „erheblich mehr Oberflächenwasser für das Schlierbachtal“ und diese Ursache nehme weiter zu. Auch Oberflächenwasser durch eine andere landwirtschaftliche Nutzung Sulzdorfs, wodurch der Filgenbach ebenfalls zum reißenden Fluss werde, trete verstärkt auf. Schlier- und Filgenbach treten dann in Höhe Naturfreibad heraus über den Sportplatz- und das Hochwasser fließe durch die Schierbachstraße wie 2016. Am Haus Dollansky sei ein Hochwasserschild (2016) mit der Markierung 40 Zentimeter über der Schlierbachtraße angebracht worden. Es sei nicht nur Wasser, sondern Schlamm, der nach kurzer Zeit wie Beton werde, der die Niederalfinger bedrohe. Nach 2016 sei sofortiges Handeln angekündigt worden. „Es muss nun endlich etwas geschehen, um die Niederalfinger nachhaltig vor Hochwasser zu schützen“, schreiben die Mitglieder der Bürgerinitiative. Durch die Starkregen vom 7. Juni und 9. Juli sei der Schlierbach jeweils wieder kurz vor dem Überlaufen gewesen. Der Schlierbach müsse durch die vorhandene natürliche Topographie mit überflutbaren Dämmen und Durchlassverkleinerungen bachaufwärts bis Ramsenstrut zurückgehalten und dessen Fließgeschwindigkeit verlangsamt werden, verlangen die Mitglieder der Initiative und weiter: „Niederalfingen braucht einen naturgeeigneten, ökologischen Hochwasserschutz.“

Geplant: Protestveranstaltungen

Im erweiterten Vorstand der Bürgerinitiative arbeiten Susanne Meißner, Cyprian Brenner jun. und Dina Bork mit - und 40 weitere aktive Mitglieder. Man wolle auch die vorhandenen Kontakte zu den Landtagsabgeordneten Winfried Mack (CDU) und Martin Grath (Bündnis 90/Die Grünen) nutzen, um Mittel des Landes Baden-Württemberg zum naturnahen Ausbau des Baches zu erhalten.

Geplant sind auch Protestveranstaltungen - so, wie es die Corona-Pandemie zulasse.

Zurück zur Übersicht: Kochertal

WEITERE ARTIKEL

Kommentare