Alten Mauern wird neues Leben eingehaucht

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Vor der Burg Niederalfingen entsteht in den kommenden Monaten ein Biergarten. 
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Vor der Burg Niederalfingen entsteht in den kommenden Monaten ein Biergarten. Das planen die Mitglieder der Burg Niederalfingen GmbH zudem auf dem Areal.

Hüttlingen-Niederalfingen. Seit einigen Monaten ist die Burg Niederalfingen GmbH, Tochter der Silverdust GmbH, Pächterin der über 1000 Jahre alten Burg in Niederalfingen. Jonas Medinger und Achim Ostertag wollen deren Flächen und Gemäuer „wieder beleben, der Öffentlichkeit zugänglich machen“, wie sie sagen. Und sie haben unterschiedliche Ideen. 

„Wir kommen aus der Region, fahren quasi täglich im Tal vorbei und wollen, dass hier wieder Geschichte ge- und erlebt werden kann“, ergänzt Achim Ostertag. Deshalb haben sich die beiden mit einem komplexen Konzept beim zuständigen Landesamt für Vermögen und Bau als Pächter beworben – und sich gegen zehn weitere Interessenten durchgesetzt, unterstützt von Landrat Dr. Joachim Bläse und der örtlichen Verwaltung um Bürgermeister Günter Ensle. „Überzeugt hat, dass wir ein stimmiges Konzept vorgelegt haben, behutsam sanieren und umbauen wollen und vor allem, dass wir regional arbeiten wollen“, erklärt Jonas Medinger. Natürlich müsse in den Gebäuden und den Anlagen einiges saniert und auf einen moderneren Stand gebracht werden. 

So soll in einem ersten Bauabschnitt vor dem Bergfried im Hof ein Biergarten entstehen, „einer der schönsten des Ostalbkreises“, schmunzelt Medinger. Dazu werden die sogenannten Stallungen teilsaniert und zugänglich gemacht. Hier sollen bald Veranstaltungen wie Tagungen, Versammlungen  oder Hochzeiten möglich werden. Im oberen Bereich sollen die bisherigen Speiseräume zu einem Restaurant umgebaut werden, mit einem neuen Boden, neu gestalteten Räumen. Es werden direkt anschließend neue Toiletten entstehen, der Küchenbereich wird, soweit notwendig, modernisiert. „Das Restaurant wird dauerhaft geöffnet sein und soll zu einem attraktiven Ausflugsziel werden“, sagt Sarah Hirschfeld, die dort Küchenchefin wird.  Die Küche werde nachhaltig und mit regionalen Produkten sein, saisonal ausgerichtet, immer wieder neue Ideen beinhalten und bodenständig sein, ergänzt sie. Anfangen mit den Arbeiten möchte man möglichst spätestens im Herbst. 

In einem weiteren Bauabschnitt werden die 22 Übernachtungszimmer und die sanitären Anlagen saniert und umgebaut. „Hier sollen Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste der Veranstaltungen, für Tagungsgäste und Ausflügler entstehen“, schildert Medinger. Dazu werde der Rittersaal saniert und zugänglich gemacht, auch Bergfried und Turm sollen „irgendwann“ geöffnet werden. „Wir wollen die Geschichte dieser Mauern erzählen, erlebbar und transparent machen“, sagt der Geschäftsführer. 

Den Betreibern schwebt vor, dass in der Burg im Wechsel Veranstaltungen wie Märkte, Burgfeste, Rittermahl, Lesungen, Kunstaktionen, Märchenabende oder ähnliches stattfinden können, aber auch Hochzeiten, Jahrgangstreffen, Workshops, Tagungen oder Geburtstage. „Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die sich im Laufe der Zeit ergeben werden“, freut sich Projektleiterin Minou Alirezazadeh. 

Auch um die Burg wird einiges geschehen. So soll ein Erlebnispfad mit verschiedenen Infos zu Wald und Geschichte durch den Wald zur Burg führen, möglichst verbunden mit dem Skulpturenpfad. Er wird vom Leader-Programm Jagst gefördert. Auch weitere Parkplätze sollen entstehen. „Es sind viele Behörden beteiligt, da dauert manches noch ein bisschen“, ergänzt Medinger. „Aber wir werden es hinkriegen.“ Wichtig ist ihm: „Wir wollen die Einwohner im Ort mitnehmen, informieren und mit Vereinen wie Heimatliebe und dem Heimatmuseum zusammen arbeiten.“

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