Die lange Liste der Freibad-Sanierer

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Bürgermeister Stefan Jenninger und Bademeister Dieter Krieger überlegen, wie sich das Problem mit dem Wasserverlust vorläufig beheben lässt.
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Was sich die Fachbüros in der beliebten Schechinger Einrichtung für ihre Konzepte so alles angesehen haben und was womöglich Weichen für die Zukunft stellt.

Schechingen. Springbrunnen“ wäre zu viel gesagt - aber es sprudelt doch stetig in den Katakomben des Schechinger Freibads. Sechs bis acht Kubikmeter pro Stunde, schätzt Bademeister Dieter Krieger die Menge, die sich irgendwo durch den in die Jahre gekommenen Stahlbeton einen „illegalen“ Weg in die Freiheit sucht. Noch sei die Ursache nicht eindeutig ergründet, ergänzt Bürgermeister Stefan Jenninger, der dann gemeinsam mit dem Schwimmbad- und Bauhofteam Möglichkeiten suchen will, den Wasserverlust provisorisch einzudämmen, bis die umfassende Instandsetzung in Angriff genommen werden kann.

Denn dass es in der beliebten Anlage im Herzen der Gemeinde Sanierungsbedarf gibt, ist bekannt. Vertreter mehrerer Fachbüros hatte der Bademeister deshalb in den vergangenen Wochen durch das Freibad geführt. Sie werden nun Konzepte erstellen und dem Gemeinderat unterbreiten. Auch dessen Mitglieder hatten sich unlängst zu einem Rundgang durchs Bad eingefunden, um sich als Basis für die Entscheidung selbst einen Eindruck zu verschaffen. Dabei ging es, wie Bürgermeister und Bademeister berichten, natürlich um die diversen Löcher im Beton oder der mittlerweile fast 30 Jahre alten Folie, die das Wasser im Becken halten soll.

Thematisiert wurde aber auch die Chlorgasanlage, deren Unterbringung an die neuesten Sicherheitsvorschriften angepasst werden muss. Zudem habe sich der Standort der Wärmepumpen auf dem Flachdach des Technikgebäudes als nicht ideal entpuppt, denn für eine eigentlich notwendige Überdachung reiche die Statik nicht aus. Zudem können Dieter Krieger und das Schwimmbadteam das Wasser aus dem Sportbecken nicht mehr einfach ablassen, sondern müssen es abpumpen, seit vor etlichen Jahren der Ablauf des in den Jahren 1963/64 anstelle eines Feuerlöschteichs angelegten Bades einfach zusammengebrochen ist.

Mit Blick auf das Alter des Bades sei auch der Beckenkopf auf die To-do-Liste zu setzen, sagt Dieter Krieger. Dessen Beschichtung sei nicht mehr rutschfest.

Und schließlich sollen die Vorschläge der Sanierungsexperten auch die Zukunft berücksichtigen, betont Bürgermeister Stefan Jenninger. Er denkt dabei an Möglichkeiten, den Eingangsbereich samt Cafeteria attraktiver zu gestalten. Und andererseits die vorhandenen Dächer mit Fotovoltaik aufzurüsten mit dem Ziel, dass das Bad am Ende autark in der Stromversorgung sei. Rund 15 000 Euro im Jahr würde man allein dadurch sparen und womöglich auch noch etwas dazuverdienen, indem der überzählige Strom ins öffentliche Netz gespeist wird.

Der Bürgermeister ist sehr gespannt, was die Fachbüros dem Gemeinderat im Herbst vorschlagen werden. Und er hat außerdem ein Art „Schwimmbad-Sprengel“ angeregt. „Wenn sich alle Kommunen, die öffentliche Bäder betreiben, regelmäßig treffen, könnte man Wissen und Erfahrungen austauschen“, meint Stefan Jenninger. Und hat, gesagt, getan, die Kollegen nach Schechingen eingeladen. Corona-geschuldet im Freien zwar, weshalb der Termin schon mal verschoben wurde - „aber einen Anfang wollen wir machen“.

Fest vorgenommen haben sich die Schechinger, das Bad in der Woche nach Pfingsten zu öffnen - obwohl die Vorbereitung noch aufwendiger ist. Denn der Mai-Sturm hat jede Menge Blätter und Äste ins Becken geweht, das Bademeisterin Leonia Krieger nun mit großer Geduld erneut reinigt. Anke Schwärer-Haag

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