Kommentar:

Genießen statt berieseln lassen

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Erik Roth

Klar: Im Jahr 2021 können Videotheken gegen Onlinegiganten wie Netflix nicht mehr viel ausrichten. Warum sie trotzdem nicht nur einen Besuch wert sind.

Die Netflix-Liste mit vorgemerkten Titeln platzt aus allen Nähten. Trotzdem dauert es immer eine halbe Ewigkeit, bis dann entschieden ist, was nun geschaut wird. Oder die zig Filme und Serien, die nach 5 Minuten schon wieder abgeschaltet wurden und in der "Wiedergabe fortsetzen"-Anzeige versauern. Im schlimmsten Fall merkt man sich diesen einen Film wochenlang vor, nur, um dann festzustellen, dass ihn Streaminganbieter "XY" wieder aus dem Programm genommen hat.

Hand aufs Herz: Wer kennt einen, vielleicht sogar alle dieser Momente? Wo es so etwas nicht gibt? In der Videothek. Klar, so bequem, wie den Film von der Couch aus zu wählen, ist es nicht. War es nie. Wird es nie sein. Aber durch die Regale stöbern, mit den Videothekaren Empfehlungen austauschen und letztendlich mit ein, zwei, drei DVDs auf dem Beifahrersitz voller Vorfreude nach Hause fahren? Das bietet Netflix nicht. Prime auch nicht. Und Disney+ ebenfalls nicht.

Was Streaminganbieter dafür sind? Überwältigend. Und das nicht immer im positiven Sinn. Die schiere Masse der Titel, die man einfach so anschauen kann, erschwert oft die Entscheidung. Oder sorgt dafür, dass Blockbuster zur Berieselung verkommen. Hauptsache im Hintergrund läuft etwas, während man eigentlich am Smartphone klebt. Diejenigen, die sich aber die zwei, drei interessanten Filme in der Videothek schnappen? Sie werden wohl kaum unaufmerksam werden, nach der Hälfte aufhören oder die DVD in der Hülle lassen. Wer einen Film wieder einmal mit anderen Augen sehen möchte, der leihe ihn sich aus!

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