Hochwasser in Niederalfingen verhindern – aber wie?

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In Niederalfingen ging es jetzt bei einem Ortstermin darum, wie man Hochwasser im Ort verhindern kann und welche Maßnahmen optimal realisierbar sind. Archivfoto: dat
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Beim Treffen am Schlierbach mit Abgeordneten stehen naturnahe Maßnahmen im Fokus.

Hüttlingen-Niederalfingen. Im Ort hat sich um Anton Hügler, der Leiter der Gruppe ist, und Gemeinderat Klaus Auchter eine Gruppe gebildet, die zusammen mit der Hochwassergruppe um Josef Kowatsch und Joachim Grimm sowie weiteren engagierten Bürgern den Ort mit Hilfe von ökologischen Maßnahmen vor Hochwasser schützen will. Dazu haben sie mit den Landtagsabgeordneten Winfried Mack (CDU) und Martin Grath (Grüne, Wahlkreis Heidenheim) politische Partner an ihrer Seite.

Die Gruppe fordert ökologische Maßnahmen am oberen Bachbett des Schlierbachs, möglichst gemeinsam mit der Gemeinde Neuler, um ein Hochwasser in Niederalfingen zukünftig zu verhindern. Dann sei der Bau einer Schutzmauer, die nur einen Teil des Ortes schützen würde, unnötig. Jetzt hatte man sich am Schlierbach mit Martin Grath getroffen und mögliche Maßnahmen besprochen, auch rund 50 interessierte Bürger waren vor Ort. Bereits einige Tage zuvor war Winfried Mack mit der Gruppe dort unterwegs.

EU-Verordnung setzt Ziel

Beide Abgeordnete verwiesen auf den Koalitionsvertrag ihrer Parteien für die neue Landesregierung. Darin wird unter anderem festgelegt, dass die Landesregierung fließende Gewässer naturnah entwickeln möchte, auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Nach einer EU-Verordnung müsse der betonierte Teil des Bettes des Schlierbachs im Bereich Freibad bis 2027 entsprechend umgestaltet werden, das werde auch finanziell gefördert, erläutert Josef Kowatsch. Neben den von der Hochwassergruppe bereits vor Jahren vorgeschlagenen Maßnahmen – unter anderem Durchflussverengungen mit Rückstaueffekt am Schlierbach – hatten die beiden Abgeordneten weitere Anregungen im Gepäck. So sei es ihrer Ansicht nach möglich, das vor rund 60 Jahren in großen Teilen begradigte Bachbett wieder in den ehemaligen Zustand versetzen, indem man dort früher vorhandene Zweitarme wieder öffnet. Damit werde im Fall eines Starkregens die Fließgeschwindigkeit geringer und ein Teil des Wassers im oberen Bereich auf Überschwemmungswiesen zurückgehalten, wo es dann versickern kann. Was auch für den Grundwasserspiegel vorteilhaft wäre. So gelange es nicht nach Niederalfingen. Mack schlägt dazu noch die Schaffung einer Biotopvernetzung des ökologischen Freibads mit einem naturnahen Schlierbach vor.

„Wir sind für eine ganz neue Denke, man muss das Thema anders angehen“, sagt Mack. „So kommt nur eine wirkliche Spitze bis nach Niederalfingen, die das bisherige Bachbett mit einer kleineren Erweiterung verarbeiten kann“, ergänzt Kowatsch.

Konsens erzielen

Beide Abgeordnete wollen zeitnah mit der Umweltministerin des Landes über das Thema sprechen. Jetzt hätten sich selbst Bürger, die durch eine Mauer geschützt würden, für solche Maßnahmen ausgesprochen. „Sie wollen nicht auf Kosten anderer Anwohner geschützt werden“, sagt Anton Hügler. „Alle – die Gruppe, Anwohner, Politiker und auch die Gemeinde – wollen zeitnah die bestmögliche naturnahe Lösung, und das in Zusammenarbeit mit Neuler“, ergänzt er. Der dortige Gemeinderat hatte sich zur Freude aller für das Besprechen gemeinsamer Konzepte ausgesprochen.

Jürgen Eschenhorn

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