Hochwasserschutz Gutachten: Das sagt die Bürgerinitiative

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Der Einfluss des Fülgenbachs (links) in den Schlierbach hinter dem Haus der Heimatliebe überflutete im Sommer 2021 einen Spazierweg. Eigentlich fließt der Bach dort durch ein Rohr.
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  BI fordert Nachbesserung des Gutachtens und Gründung eines Zweckverbands.

Hüttlingen-Niederalfingen. Wie können Bürgerinnen und Bürger in Niederalfingen und deren Anwesen vor Hochwasser geschützt werden? Diese Frage soll ein Gutachten klären, das die Gemeindeverwaltung in Auftrag gegeben hat. Fachingenieur Armin Binder schlägt darin diese Maßnahmen vor: Mauer am Naturfreibad bauen, versiegelte Flächen zwischen Bach und Mauer rekultivieren, Ufer vor der Verdolung in der Hürnheimer Straße leicht erhöhen, Schutzmauer an beiden Seiten des Schlierbachs an der Hürnheimer Straße bauen, Durchfluss am Ringdamm oberhalb des Freibads verkleinern.

Wie bewerten die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Hochwasserschutz sofort“ das Ergebnis? Vier Fragen an Anton Hügler, Vorsitzender der Gruppe.

Herr Hügler, sind Sie mit dem Ergebnis des Gutachtens zufrieden?

Anton Hügler: Wir vermissen die Aktualität. Das Gutachten wurde überwiegend mit Daten aus dem Jahr 2016 durchgeführt, aber inzwischen hat sich das Rad weitergedreht. Außerdem ist das Gutachten nicht vollumfänglich. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, daher hätten wir uns gewünscht, dass nicht nur die Fläche bis Neuler untersucht wird, sondern das ganze Gebiet von Niederalfingen bis zur Schlierbachquelle. Zudem wurden die untersuchten Maßnahmen nicht in Kombination bewertet.

Was meinen Sie damit konkret?

Im Gutachten ist nicht ersichtlich, wie viel die unterschiedlichen Maßnahmen in Kombination bewirken. Auch die Betrachtung voller Fluss-leerer Fluss fehlt. Ich vergleiche das mit einem Topf. Wenn in einen leeren Topf Wasser gefüllt wird, kann dieser viel Wasser aufnehmen, ist das Gefäß bereits voll, passt nicht mehr viel rein.

Im Gutachten wird vorgeschlagen, eine Mauer am Freibad zu bauen.

Das ist für uns nicht die heilbringende Lösung. Diese schützt nur einen Teil des Ortes. Zudem vermissen wir eine Kostenbewertung oder eine Volumenrechnung für diese Maßnahme.

Wie geht es für die BI nun weiter?

Es geht um Leib und Leben. Was ist, wenn es beim nächsten Hochwasser nicht so glimpflich ausgeht? Wir wollen daher die Verwaltung und den Gutachter dazu auffordern, das Gutachten nachzubessern. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten wollen wir naturnahe Maßnahmen für einen Hochwasserschutz finden. Sinnvoll wäre es, wenn Hüttlingen einen Zweckverband mit Neuler, Abtsgmünd und eventuell auch mit Wasseralfingen gründet, um eine gesamtheitliche Lösung zu finden. 

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"Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden.“

Anton Hügler Vorsitzender Bürgerinitiative

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