Hochwasserschutz in Hüttlingen: Ensle kontert Bürgerinitiative

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Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle wehrt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit. Archivfoto: mam
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Hüttlingens Rathauschef will die Vorwürfe der BI zum Reizthema nicht so stehen lassen. Was er erwidert.

Hüttlingen-Niederalfingen. Der Hochwasserschutz am Schlierbach bleibt weiter ein heftig diskutiertes Thema. Besonders natürlich nach heftigeren Regenfällen oder der Schneeschmelze, wenn die Pegel der beiden Flüsse kräftig ansteigen.

Besonders die Bürgerinitiative (BI) „Hochwasserschutz sofort“ und ihre Mitstreiter werfen Bürgermeister Günter Ensle, der Verwaltung Hüttlingen und Teilen des Gemeinderats immer wieder Untätigkeit und „ausgegebene Gelder für unsinnige kostspielige Gutachten“ vor. Man habe weder in Niederalfingen noch in Hüttlingen wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bürger, „die weiter bei jedem Unwetter Angst haben müssten“, wie die BI schreibt, ergriffen. Teile des Gemeinderats würden mit dieser Untätigkeit ihre Pflichten verletzen. Zudem regt die BI um ihren Vorsitzenden Anton Hügler Gespräche der Verwaltungen von Hüttlingen und Neuler an, da mögliche Maßnahmen auf beiden Gemarkungen ergriffen werden müssten.

Verweis auf Investitionen

Bürgermeister Günter Ensle verweist in einer Stellungnahme auf Investitionen in Hochwasserschutz in Hüttlingen entlang des Kochers von insgesamt knapp drei Millionen Euro, die  bereits vor dem großen Hochwasser 2016 ausgeführt worden sind und damit eine Überflutung von großen Teilen Hüttlingens verhindert hätten.

Maßnahmen wurden abgelehnt

Auch habe man nach 2016 in Niederalfingen einen Damm bauen wollen, der vom Regierungspräsidium abgelehnt wurde, weil er nach dessen Meinung teurer geworden als die dadurch verhinderten Schäden zu erwarten gewesen wären. Eine 2020 im Gemeinderat beschlossene Mauer hätte relativ schnell verwirklicht werden können. Sie hätte zwar nur einen Teil des Ortes geschützt, aber für weitere Grundstücke hätten in Gesprächen Lösungen gefunden werden können.

„Diese Maßnahme ist aber durch Einsprüche verzögert und bisher vom Landratsamt noch nicht genehmigt worden“, sagt Ensle. Man müsse seiner Ansicht nach Schritt für Schritt vorgehen, erst schnelle Maßnahmen, dann mögliche naturnahe Ergänzungen, wie von der BI vorgeschlagen.

Gesetzlichen Weg gehen

„Jetzt muss zunächst das Ergebnis der Flussgebietsuntersuchung abgewartet werden, die derzeit für den Schlierbach und den Filgenbach auch auf Neulermer Gemarkung erarbeitet wird“, ergänzt der Bürgermeister. Sie sei auch Voraussetzung für naturnahe Maßnahmen, besonders im FFH-Gebiet.

Er sei sich bewusst, dass die Bürgerinnen und Bürger Schutz wollten, „aber wir müssen uns an gesetzliche Gegebenheiten halten“, betonte er. Man sei mit Neuler im Übrigen im Gespräch.

⋌Jürgen Eschenhorn

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