Hochwasserschutz sorgt für Diskussionsstoff

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Ein Foto aus dem Archiv.

Mehrere Einsprüche gegen die Maßnahme am Schlierbach erreichen die Gemeindeverwaltung.

Hüttlingen-Niederalfingen. Die von der Gemeindeverwaltung geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Schlierbach sorgen weiter für Diskussionen. Derzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren für eine geplante Mauer vom Freibadgebäude bis etwa zur Brücke über den Schlierbach, die zu den Parkplätzen führt. Einsprüche gibt es gegen die Mauer, da sie im Falle eines „hundertjährigen Hochwassers“ einen bisher betroffenen Teil des Dorfes schützt, andere Bewohner dann wohl mehr Wasser als bisher abbekommen.

Der Einspruch eines Niederalfingers liegt der Redaktion vor. Er beanstandet, dass die Mauer zwar rund zwölf Gebäude und Grundstücke schützt, aber deutlich mehr Anwohner „mit mehr Hochwasser rechnen dürfen“. „Und zwar mit einem höheren Wasser, als in dem der Annahme beim Mauerbau zugrundeliegenden Gutachten angenommen wird“, schreibt der Bürger. Statt der dort beschriebenen 3 bis 5 Zentimeter seien es bis zu 15 Zentimeter mehr, denen die Anwohner der gesamten Schlierbachstraße unterhalb des Durchflusses an der Hürnheimer Straße sowie im Bereich Auweg/Vogtweg/Jägerstraße/Greutweg/Hürnheimer Straße ausgesetzt seien. Zudem hätten die beiden von der Gemeinde 2016 und 2017 in Auftrag gegebenen Gutachten unterschiedliche Höchstwasserstände aufgewiesen, nämlich 17,6 m3/sec zu 19,8 m3/sec. Er verweist auch auf die Verantwortlichkeit, wenn Personen zu Schaden kommen würden. „Was beim letzten Hochwasser fast geschehen ist“, so der Anwohner.

Wie auch einige Gemeinderäte, fordert er die Prüfung von naturnahen Maßnahmen anstatt des Baus der Mauer. So könnten Durchflüsse des Schlierbachs oberhalb des Freibads verengt werden, um im Falle eines Hochwassers Rückstauflächen zu erhalten, und die Erweiterung des Bachbettes im Bereich des Freibads komme infrage, um den Wasserspiegel zu senken. Die Mauer wäre demnach überflüssig. „Diese Möglichkeiten müssen aber von den Behörden aus Naturschutzgründen geprüft werden, dann ginge es von vorne los“, sagt Bürgermeister Günter Ensle. Er bestätigt den Eingang von mehreren ähnlichen Einsprüchen bei der Gemeinde, weitere seien beim Landratsamt eingegangen. „Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens werden diese geprüft, dann muss der Gemeinderat entscheiden.“ je

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