Die Hohenstadter Kirchenglocken sind aus Holland zurück 

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Kirchenglocken kehren auf den Turm in Hohenstadt zurück
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Mit einem großen Autokran werden die wertvollen Instrumente nach einer Segensfeier wieder in den Turm der Kirche St. Mariä Opferung transportiert.

Abtsgmünd-Hohenstadt

Das erleben wir nur einmal. Das werden wir nie vergessen“, ist Pfarrer Jürgen Kreutzer überzeugt. Er spricht von der mindestens 520 Jahre alten bronzenen Elfeglocke, die frisch gereinigt, aufwendig repariert und von Sandra Hirsch mit einem Blumenkranz geschmückt auf der Holzpalette steht und darauf wartet, wieder an ihren angestammten Platz im Turm der Kirche Mariä Opferung zu „fliegen“. Eine leichte Übung für den riesigen Kran, obwohl das prachtvolle Instrument über 600 Kilogramm auf die Waage bringt.

Ebenfalls mit auf Reparaturreise war die 1953 in der Gießerei Bachert in Kochendorf hergestellte „Sterbeglocke“ - einst in Auftrag gegeben zum Gedenken an die Gefallenen im Krieg.

Rund 5000 Euro hätte die katholische Kirchengemeinde ursprünglich für die Sanierung investieren müssen. Etwas über 2000 Euro kamen dann noch dazu, weil sich bei der eingehenden Untersuchung in der Glockengießerei Eijsbouts in Asten in Holland herausstellte, dass beide Glocken stärker beschädigt waren, als gedacht.

Im Kirchturm oben, erzählt Architekt Johannes Weber, ist inzwischen alles perfekt vorbereitet worden für die Rückkehr: Der ramponierte Glockenstuhl aus Stahl wurde ersetzt durch einen aus Eiche, der länger halte und die Instrumente obendrein besser klingen lasse. Die Turmuhrenbau-Fachfirma Falkenburg hat den historischen Zeitmesser saniert, die Zifferblätter neu lackiert, die Zeiger frisch vergoldet und auch die Kugel auf der Turmspitze wurde mit 632 Blatt feinstem Gold neu belegt. Rund 3000 Euro und viele Stunden geduldige Arbeit, teils in luftiger Höhe wurden allein dazu investiert.

Ehe der Kran loslegt, spricht Pfarrer Jürgen Kreutzer Gebets- und Segensworte für diese „wichtigen Glaubens- und Mahnzeichen“, die die Menschen im Alltag ebenso wie in bedeutenden Stunden des Lebens begleiteten und daran erinnerten, dass „alle Zeit von Gott geschenkt ist“. Glocken verkündeten den Glauben und den Frieden und erinnerten an die Zusage Gottes, die da laute: „ Ich bin bei Euch, alle Tage.“ Gemeinsam sangen die über 50 Besucher der kleinen Segensfeier, zu denen sich auch Bürgermeister Armin Kiemel gesellt hatte, das „Großer Gott, wir loben dich“ und beteten das „Vater unser“.

Ehe die Glocken in den Turm hinaufflogen, gab es eine Segensfeier. Im Bild (v.l.) Laienvorsitzender Dr. Martin Häußermann, Pater Johny Maniamkeril, Bürgermeister Armin Kiemel, Pfarrer Jürgen Kreutzer und André Drondorf von der Turmuhrenbaufirma.

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