Fußgängerampel als Verkehrsbremse

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Ortsdurchfahrt Hohenstadt im Westen des Dorfes. Im Vordergrund die Abzweigung Josefstraße, links die Abzweigung Schulstraße. Etwa dort, wo das Auto fährt, wird auf beiden Seiten der Lettengasse (Landesstraße 1080) die Fußgängerampel eingerichtet.

Im Westen Hohenstadts wird an der Ortsdurchfahrt der L 1080 eine „Drückampel“ gebaut. Warum diese Lösung jetzt 13 Jahre gedauert hat.

Abtsgmünd-Hohenstadt

Schulkinder und andere Fußgänger leben gefährlich am westlichen Ortseingang von Hohenstadt. Aus Richtung Eschach bzw. Obergröningen rauscht der Verkehr daher, auch wenn Schul- und Kindergartenkinder die Straße queren.

13 Jahre lang ist über Abhilfe beraten und gestritten worden. Jetzt wird es zwar keine richtige Verkehrsbremse geben, aber einen Kompromiss: eine sogenannte „schlafende Fußgängerampel“. Eine „Drückampel“, wie der Volksmund sagt. Spätestens Ende September soll sie funktionieren.

Der Gemeinderat hat dies in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Das Westhausener Büro „A2plan“ hat die Pläne vorgestellt. Inklusive Straßenbau soll alles etwa 130 000 Euro kosten. Der Ostalbkreis wolle davon 45 000 Euro übernehmen, sagte Ortsbaumeister Ralf Löcher.

Alles beginnt 2008

Warum aber hat das alles so lange gedauert? Wo doch bereits seit 2008 Untersuchungen angestellt wurden, wie das man sichere Überqueren der Landesstraße an dieser Stelle ermöglichen kann?

Bürgermeister Armin Kiemel skizzierte die Gründe dafür. Zuerst war ein Zebrastreifen im Gespräch. Nun wird aber auf eine baden-württembergische Landesstraße nur ein Zebrastreifen gemalt, wenn auch eine bestimme Anzahl von Fußgängern je Stunde die Straße queren. Viele Dörfer können davon ein Lied singen: Zebrastreifen – Fehlanzeige.

Dann wurde überlegt, zwischen der Schulstraße und der Josefsgasse eine Querungshilfe für Fußgänger in die Landesstraße zu bauen. Vorweggesagt: ebenfalls Fehlanzeige. Verantwortlich dafür war aber nicht das Regierungspräsidium Stuttgart, sondern die örtliche Gegebenheit. Zum Beispiel müssen Schul- und Linienbusse an der engen Einfahrt zur Schulstraße weit ausholen und dafür die Gegenfahrbahn benutzen. Eine Querungshilfe wäre im Weg gewesen. Für größere landwirtschaftliche Fahrzeuge gilt dasselbe. Außerdem hätte eine Mittelinsel in diesem Bereich Hofeinfahrten behindert. Einige Male besah sich die Verkehrsschau die Situation und lehnte alle angedachten Maßnahmen ab. Eine Aufweitung, also Verbreiterung, der Straße an dieser Stelle ist gescheitert, weil ein Grundstückseigentümer nichts verkaufen wollte.

Die verschiedenen Zuständigkeiten des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Landratsamtes Ostalbkreis hatten die Sache auch nicht gerade beschleunigt. Weil nichts half, hat die Gemeinde Abtsgmünd in Eigenregie an der Einmündung Schulstraße in die Landesstraße (Ostseite) eine kleine, gepflasterte Aufstellfläche für Kinder angelegt.

Verwaltung bleibt dran

Und die Gemeindeverwaltung ließ nicht locker und hat die Außenstelle Ellwangen des Regierungspräsidiums dazu bewegen können, noch einmal zu prüfen. Unter der Maßgabe, dass alle anderen Möglichkeiten nicht durchführbar seien, könne man sich eine Fußgänger-Drückampel doch vorstellen, hieß es dort. Und eine weitere Verkehrsschau stimmte schließlich zu.

Der Ostalbkreis will 45

Ralf Lächer, Ortsbaumeister
An dieser Stelle ist die schlafende Ampel geplant. Grafik: ca

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