Hohenstadt: kleine Schule wächst

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Die Grundschule in Hohenstadt ist eine der kleinsten Schulen im Ostalbkreis, 32 Kinder besuchen diese aktuell.
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Die Grundschule in Hohenstadt wächst: Ab September gibt's dort eine Außenklasse der Konrad-Biesalski-Schule.

Abtsgmünd-Hohenstadt. Vier neue Schülerinnen und Schüler kommen im September mit den Erstklässlern an die Grundschule in Hohenstadt. Denn ab dem kommenden Schuljahr gibt's dort eine Außenklasse der Konrad-Biesalski-Schule (KBS), einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SSBZ).

Durch den Umbau der Reinhard-von-Koenig-Schule in Fachsenfeld – dort wird aus einem Schulgebäude eine Kita – habe die KBS ein Klassenzimmer verloren, sagt Sibylle Beyer-Frank, Abteilungsleiterin für den Anteil der kooperativen Organisationsformen an der KBS. Ein neuer Ort für die Schulkinder im Raum Aalen musste her. Gefunden wurde dieser in einer der kleinsten Grundschulen im Ostalbkreis, in Hohenstadt. „Alle anderen Schulen hatten keinen Platz für uns. Ich erlebe in Hohenstadt viel Offenheit. Das stimmt mich hoffnungsfroh“, so Beyer-Frank.

Bereits im vergangenen Schuljahr gab's an der Grundschule, die aktuell 32 Kinder besuchen, Ideen, eine Klasse für Kinder mit Förderbedarf einzurichten. „Eltern aus der Umgebung wollten ihre Kinder hier einschulen und haben eine Initiative gestartet“, erklärt Schulleiterin Sibylle Beck. Es sind zwar Gespräche mit der Jagsttalschule – ebenfalls ein SBBZ – geführt worden, am Ende stand jedoch fest: Daraus wird nichts. „Wir hätten für die Klasse mindestens vier Kinder gebraucht, sonst lohnt es sich nicht. Das haben wir nicht geschafft“, sagt Beck.

Möglich wurde jetzt die Kooperation mit der KBS, da die Kinder den sieben Außenklassen des SBBZ im Ostalbkreis zugeteilt werden. Die Grundschule in Hohenstadt stellt nun einen Raum zur Verfügung, die KBS das Lehrpersonal. „Es sind zwei getrennte Systeme“, sagt Beck, deren Wunsch es ist, dass die neuen Kinder in den Schulalltag so viel wie möglich integriert werden.

Laut UN-Behindertenkonvention dürfen Menschen mit Beeinträchtigung nicht vom allgemeinen Schulsystem ausgeschlossen werden. Sie haben ein Recht darauf, eine Regelschule zu besuchen und müssen dort Unterstützung erhalten. Die kooperativen Organisationsformen, also die Außenklassen, hätten den Vorteil, dass die Kinder wie an einem SBBZ versorgt werden, da extra Personal zur Verfügung gestellt werde, sagt Beyer-Frank. „Es entsteht also keine zusätzliche Belastung für die Kolleginnen und Kollegen.“ Für Kinder entstehe dadurch ein anderes Sozialgefüge, da sie lernen, mit Schwächen umzugehen. „Manche unserer Kinder freuen sich aber auch, wenn sie größer sind, unter Gleichen an der Schule in Wört zu sein und nicht mehr die Schwächsten zu sein“, fügt Beyer-Frank hinzu. Wie die Zusammenarbeit in Hohenstadt konkret aussieht, das wolle sie der Schulleitung offenlassen, sagt Beyer-Frank. „Es soll kein Druck entstehen“, betont sie. Sie freut sich, dass die neue Klasse in Hohenstadt von Kollegium, Eltern und Gemeindeverwaltung positiv begleitet wird, wie die Abteilungsleiterin betont.

Die Schulleiterin ist froh, dass es mit der Kooperation klappt. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Sie erweitert unseren Horizont und wir sammeln neue Erfahrungen“, sagt Beck.

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