Achterbahn-Tour durchs Kochertal

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Der Reporter hinter einer BMW R 80 R "Boxer"
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Ein lebhaftes, spannendes Auf und Ab zwischen Hüttlingen und Gaildorf am Süd- und am Nordrand des Kochertals. Was man dabei alles erleben kann.

Hüttlingen. Ein Motorrad-Navi auf dieser Strecke wäre zwecklos, vermutet der Reporter. Er steht ohnehin auf Kriegsfuß mit diesen Dingern. Weil er sein Auge lieber auf der Straße hat als auf einem kleinen Handy-Display.

Eine Runde im klassischen Sinne ist es nicht dieses Mal. Der Fahrer hat der Route den Namen „Kochertalschaukel“ gegeben. Sie startet in Hüttlingen, vollführt am Südrand des Kochertals flussabwärts ein Auf und Ab bis kurz vor Gaildorf. Und dann dasselbe am Kochertal-Nordufer wieder zurück bis Hüttlingen. Steigungen und Gefälle bis 15 Prozent.

Die reine Fahrzeit nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch, Fotostopps und dergleichen rausgerechnet. Die Strecke ist damit eher nichts für Geschwindigkeitsfanatiker: 102 Kilometer Länge entsprechen einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 50 Stundenkilometer.

Start in Hüttlingen

Der Reporter startet in der Hüttlinger Bachstraße. Es geht den Kirchhofweg hoch und nach Seitsberg. In der Ortsmitte scharf rechts, dann folgt ein auf sechs Tonnen lastbeschränktes, kurviges Sträßchen, das einen wieder ins Tal nach Aalen-Waiblingen bringt. Achtung, und das gilt für die meisten langsamen Abschnitte: Immer damit rechnen, dass ein Traktor entgegenkommen kann. Oder einfach im Weg steht.

Wieder rauf nach Fachsenfeld, vorbei am sehenswerten (vor allem im Inneren) evangelischen Kirchlein, am Rathaus rechts in Richtung Dewangen. Wenige hundert Meter erneut rechts. Dieses Sträßchen führt einen nach Abtsgmünd, vor dem Ortseingang links im Tal liegt der Laubbachstausee.

Schöne Wallfahrtskirche

In Abtsgmünd schlägt man einen Rechts-Links-Haken, landet auf der Ortsdurchfahrt in Richtung Westen, nimmt bei der Tankstelle die Landesstraße 1080 und düst hoch nach Hohenstadt. Unmittelbar vor dem Dorf geht es in spitzem Winkel rechts runter nach Reichertshofen. Nach der ersten Kehre öffnet sich ein hübscher Blick auf die schöne Wallfahrtskirche und das benachbarte Schloss derer von Adelmann. Unten angekommen, trifft man im rechten Winkel auf die B 19, biegt nach links und kann knapp vier Kilometer weit Gas geben. Unvermittelt kommt aber die Abzweigung nach Fach, links weg. Den Kocher überquert man in beiden Fällen auf einer eingehauste Brücke aus Holz.

Ein wenig verzwickt

Sowohl von Fach wie auch von Algishofen aus führt ein schmales Sträßle den Berg hinauf nach Obergröningen. Dort rechts auf die L 1080, Richtung Eschach, und die nächste Abzweigung nehmen in Richtung Untergröningen. Man durchquert die Siedlung „Buren“, lässt die „Kolonie“ rechts oben liegen. Kurz bevor man den eigentlichen Ort erreicht, wird’s ein wenig verzwickt: Es geht im spitzen Winkel links ab in Richtung Waldmannshofen. Das Asphaltband wird schmal und kurvenreich. Ein Geländer trennt das Sträßchen vom rauschenden Bach. Die bewaldeten Hänge steigen beiderseits steil an. Man könnte meinen, im Schwarzwald zu sein, doch wir befinden uns im Wilden Westen des Ostalbkreises.

Man passiert den Weiler Waldmannshofen und wieder geht’s rein in den Wald und bergan. Unmittelbar nach dem letzten Baum kommt die Abzweigung scharf rechts, nach Seifertshofen. Man erreicht die L 1080 schräg gegenüber des Eingangs zum Museum Kiemele (Schwäbischen Bauern- und Technikmuseum).

Dann reitet man auf der Frickenhofer Höhe westwärts in Richtung Gschwend, um drei Kilometer weiter rechts zu schwenken und auf einer perfekten Straße talabwärts via Rübgarten nach Laufen am Kocher zu gelangen. Auf der B 19 bis kurz vor Sulzbach, links, wieder rauf auf die Höhe nach Rotenhar, aber sofort wieder rechts und runter bis nach Bröckingen an der B 19. Auf der flott zurück nach Sulzbach-Laufen.

Ein bisschen wild

In der Ortsmitte links in Richtung Bühlerzell. Die Straße steigt in Kehren an. In Kohlwald rechts abbiegen. Jetzt wird’s wieder ein bisschen wild. Das liegt nicht am Aussichtsturm Altenberg, der jetzt in den Blick kommt. In seiner Montur war dem Reporter der Weg von Parkplatz zum Turm jedoch zu weit – und der Turm mit seinen 42 Metern zu hoch. Er steht übrigens auf der höchsten Erhebung des Landkreises Schwäbisch Hall.

Kaum hat man den Weiler Hohenberg passiert und ist am Altenberg vorbei, wechselt der Straßenbelag von Asphalt auf Schotter. Auf glattem, rutschigem und losem Untergrund gilt: Finger weg von der Vorderradbremse! Bricht die Karre hinten aus, weil das Rad blockiert – das fängt man locker ab. Bricht sie vorne aus, liegt man aber wahrscheinlich auf der Nase.

An einer Kreuzung mitten im Wald weist ein Schildle rechts den Weg nach Wegstetten. Kurz vor diesem Weiler hat nach knapp fünf Kilometern das Schotterabenteuer ein Ende. Nach Untergröningen und die B 19 zurück bis kurz vor Reichertshofen, nach den „Schafhäusern“ links. Ein schlechtes, schmales Sträßchen führt durch den Wald zur kleinen Streusiedlung „Meisenhäuser“. Ohne Autos und Stromleitungen würde man sich versetzt führen ins 19. Jahrhundert. Über den Kocherhof wieder zurück zur Bundesstraße 19.

In Reichertshofen, schräg gegenüber der Einmündung von Hohenstadt, eine namenlose Abzweigung links. Wieder durch Wald klettert ein Sträßchen auf den Büchelberger Grat. Tolle Sicht, vor allem in Richtung Norden. Über Vorderbüchelberg nach Wilflingen, auf der L 1073 über Schäufele nach Abtsgmünd. Bei der Neuschmiede biegt man links ab in Richtung Bronnen, vorbei an der Einfahrt zum Friedhof und den Berg hoch. Leider ist der Asphalt holperig, doch von Bronnen in Richtung Neuler ist die Straße neu. Bevor‘s runtergeht ins Schlierbachtal rechts und via Neuler-Ebnat zurück ins Kochertal und nach Hüttlingen.

Nützliche Infos: www.regioerlebnis.de (Schloss und Wallfahrtskirche Hohenstadt); www.museum-kiemele.de (Schwäbischen Technik- und Bauernmuseum); www.sulzbach-laufen.de (Aussichtsturm Altenberg)

Aussichtsturm auf dem Altenberg, 42 Meter hoch,bestehend seit 2007
Die Route
Blick zum Kocherhof, wo vor allem Pferdewirtchaft betrieben wird.
Streusiedlung Meisenhäuser, Gemeinde Abtsgmünd, am Nordrand des Kochertals.
Eine öffentliche Straße als Schotterpiste im Schwäbischen Wald, zwischen Hohenberg und Wegstetten im Grenzbereich zwischen Landkreis Schwäbisch Hall und dem Ostalbkreis.
Wallfahrtskirche und Schlos Hohenstadt, gesehen von der Straße zwischen Hohenstadt und Reichertshofen.

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