Ausverkauf auf Burg Niederalfingen

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Lieferwagen von weit her im Burghof stehen beim "Ausverkauf" des Inventars der Niederalfinger Marienburg bereit.

Gerangel innerhalb des Bund Neudeutschland um ein kleines Museum. Inventar soll in die Sieger-Köder-Gedenkstätte Wasseralfingen kommen.

Hüttlingen-Niederalfingen

Der Bund Neudeutschland (ND) war 100 Jahre lang Mieter der Burg Niederalfingen. Generationen von jungen Menschen erlebten die alte Fugger-Burg als Ort der Erholung und geistigen Orientierung für ihr Leben.

Jetzt stehen Lieferwagen aus der ganzen Diözese auf dem Burghof. Der "Ausverkauf" des Inventars hat begonnen: Komplette Tischgarnituren, Doppelstockbetten und andere Möbel gehen an Jugendzentren, aber auch über die Sozialämter an Asylunterkünfte in Aalen und Gmünd. Denn am 31. März endet in Niederalfingen die große Ära christlicher Jugendarbeit.

ND gibt die Burg an das Land Baden-Württemberg als Eigentümer zurück. Tieftest Bedauern beim Land, im Ostalbkreis und der Gemeinde Hüttlingen. Die Gründe liegen, wie schon ausführlich berichtet, nicht allein in der Corona-Pandemie. Allenthalben Ratlosigkeit, was die Zukunft bringt. Vorschläge, wie beispielsweise ein Hausmeister, der es ermöglichen könnte, dass die Burg mit dem hohen Bergfried wenigstens gelegentlich zugänglich wäre, scheinen sich zerschlagen zu haben. Auch Überlegungen einer gastronomischen Nutzung?

Mir geht es um die Bewahrung und authentische Darstellung des Materials.

Burghard Michalski will die Relikte sichern

Der "Ausverkauf" auf der Burg brachte die Ellwanger NDer auf die Barrikaden. Bekanntlich erinnern in der Burgkapelle am Turm neben der Zugbrücke Freskenmalereien an den Künstler-Pfarrer Köder, der in jungen Jahren, ohnehin mit ND verbunden, auch sogenannter Burggraf war. Dazu hat er an der Ausgestaltung des darunter liegenden kleinen Museums der Ellwanger ND-Gruppe mitgewirkt.

Die derzeit Verantwortlichen aber wollten diese Relikte zusammen mit Bannern und Wimpeln in die ND-Zentrale nach Köln auslagern. Da schaltete sich SK-Neffe Burghard Michalski in die Auseinandersetzungen mit einer Idee ein. In seiner Sieger-Köder-Gedenkstätte in Wasseralfingen, die vom dortigen Bund für Heimatpflege, dessen Vorstand er angehört, mitgetragen wird, könnten die Relikte des kleinen Burgmuseums ausgestellt und für die Nachwelt gesichert werden "Mir geht es", so Michalski, "um die Bewahrung und authentische Darstellung des Materials und dessen besondere persönliche Bedeutung des ND – und der Burg – als Lebensauffassung für Sieger Köder; und der sich nicht vor Unverständnis und Empörung im Grab rumdrehen müsste". Weil Dr. Christian Schefold (Stuttgart), Vorsitzender des ND (Rechtlicher Eigentümer der Burg), darauf beharrte, die Inventarteile des kleinen Turmmuseums nach Köln auszulagern. Dem hielt Michalski entgegen, dass die Ausstellungsstücke doch eindeutig Eigentum der Ellwanger NDer seien.

Nach vielem Hin und Her, auch juristischen Erwägungen vonseiten Schefolds mit dem langjährigen Vorsitzenden des Burgkuratoriums Bernd Brasse, Ellwangen, der mit Unterstützung seiner Frau maßgebend an der Gestaltung des Turmmuseums mitwirkte, scheint jetzt eine Einigung in Sicht. Der Jurist hat nachgegeben. In Wasseralfingen dürfte man sich darüber freuen.

Stolz auf ihr kleines Turmmuseum: der langjährige "Macher" auf der Burg, Bernd Brasse (links), mit dem Leiter der Ellwanger ND-Gruppe, Dr. Rudolf Grupp.
Auch die Banner aus dem Rittersaal der ND-Gruppen Leipzig, Aalen, Ellwangen und Gmünd wären in der SK-Gedenkstätte in Wasseralfingen gut aufgehoben. Archivfoto: -afn-

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