Burkina-Faso-Hilfe wird 40

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Christel Trach-Riedesser berichtet in einem eindrücklichen Brief über die humanitäre Katastrophe und dem Wasserkrieg in Burkina Faso.

Hüttlingen. Die Burkina-Faso-Hilfe Hüttlingen um Christel Trach-Riedesser hat es sich seit genau 40 Jahren zur Aufgabe gemacht, ihren Teil zu einer Linderung der Not in dem afrikanischen Land beizutragen. Durch Einzelkontakte zu Beginn ist über die Jahre in Burkina Faso ein Netz von Helfern gebildet worden, die vor Ort dafür sorgen, dass die Hilfe unserer Spender und Paten zweckgebunden verwendet wird.

Denn die humanitäre Krise in Burkina Faso hat eine neue schreckliche Qualität erreicht. Das hungernde und dürstende Land wird seit Februar von gezielten Anschlägen auf die Wasserversorgung getroffen. Islamistische Terrorristen und kriminelle Banden, die zumeist aus den Nachbarstaaten heraus operieren, aber auch einheimische Warlords streiten um Einflussbereiche.
Brunnen, Bohrlöcher mit Pumpen, Wasserstellen aber auch Tanklastwagen und Wasserinfrastruktur werden zerstört oder sogar mit Tierkadavern vergiftet.Die verfügbare Wassermenge liegt zurzeit noch bei knapp drei Litern pro Tag und Person. Das entspricht nicht einmal der Hälfte, der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Mindestmenge.
Durch die Wasserknappheit und mit Waffengewalt werden die Menschen gezwungen ihre Wohnungen zu verlassen und erhöhen damit die Zahl der Binnenflüchtlinge. Auch Flüchtlinge aus den Nachbarländer sorgen dafür, dass sich ihre Zahl inzwischen der Zweimillionenmarke nähert. Hilfsorganisationen sprechen inzwischen von einem gezielten Wasserkrieg, dessen Ziel es ist, die humanitäre Lage zu verschlimmern und Druck auf die sowieso schon schwache Regierung auszuüben. Obwohl diese, wie unsere Kontaktpersonen in Burkina Faso mitteilen, in letzter Zeit Erfolge gegen die Terrorbanden erzielen konnte.
Die Menschen fliehen aus dem bedrohten Norden in den noch relativ sicheren Süden, wo die Burkina Faso Hilfe aus Hüttlingen tätig ist. Sie finden in den viermonatigen Ferien bis auf weiteres Unterschlupf in den leerstehenden Schulen. Verpflegt werden können sie nur, wenn genug Geld gespendet wird, mit dem der Partner René Millogo vorhandenes Getreide aufkaufen kann. Ansonsten bleibt ihnen nur, sich aus Mülltonnen zu ernähren, die allerdings nicht überquellen, da zurzeit Touristen eher rar sind.
Krieg in der Ukraine verschärft die Krise

„Wir dürfen angesichts des skrupellosen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der uns das Grauen vor der Haustür nahegebracht hat, nicht vergessen, dass dieser Krieg das Leid im globalen Süden noch verstärkt, weil wichtige Getreidelieferungen ausfallen bzw. so teuer werden, dass sich die ärmeren Menschen kein Getreide mehr leisten können. Umso wichtiger ist es, dass wir uns unserer Verantwortung für diesen Teil der Welt bewusst sind und versuchen nach Möglichkeit zu helfen“, ruft Christel Trach-Riedesser auf.

Waren es zu Beginn die Patenschaften, wurde die Hilfe im Laufe der Jahre ausgebaut und erstreckt sich auf zahlreiche Projekte. Kernstück sind immer noch die Patenschaften, die für die Schulausbildung und den Lebensunterhalt von zahlreichen Schülerinnen und Schülern sorgen und daneben die Versorgung mit Lebensmitteln, die angesichts der aktuellen Notsituation dringend notwendig ist.

Dank der Spenden-Empfänger*innen:
Die Förderer erhalten gerade ein Dankeschreiben aus Burkina Faso von Sr. Rose, Eltern und Patenkindern: „Für die Wohltäter bitten wir, ihnen unsere große Dankbarkeit für alles, was sie für die Kinder bis zum heutigen Tag getan haben, zu übermitteln. Wir sind uns der Anstrengungen und Einschränkungen bewusst, die sie auf sich nehmen, damit die Kinder essen und lernen können. Bei den Treffen mit den Eltern, Patenkindern und Betreuern wurde das Wort „Danke“ aus allen Mündern gerufen.“

Spenden: KSK Ostalb :IBAN: DE41 6145 0050 0110 2154 00 – BIC: OASPDE6A Empfänger: Kath. Kirchengemeinde Hüttlingen Verwendung: Spende für Burkina Faso Bildung - Nahrung

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