Dirigent mit besonderen Näschen sagt „Ade“  

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Ernennung zum Ehrendirigenten
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Robert Wahl gab nach 42 Jahren als Dirigent beim Musikverein Hüttlingen sein letztes Konzert.

Hüttlingen. Gleich zwei Auszeichnungen hat Robert Wahl am Samstag in der Limeshalle nach seinem letzten Konzert als Dirigent bekommen: vom Landesverband die Erich-Ganzenmüller-Medaille für besondere Verdienste und die Ernennung zum Ehrendirigenten mit goldenem Dirigentenstab von seinem Musikverein.

Die Auszeichnungen hat er sich auch verdient, nach immerhin 42 Jahren auf dem Podest. „Danke Robert“ ist auf Transparenten zu lesen, die vom Publikum hochgehalten werden, während Luftschlangen von der Bühne abgeschossen werden. Ein sehr emotionaler Moment für Wahl, der dem Verein als Musiker erhalten bleibt.

Ein großes „Danke“ überbrachte Kreisverbandsdirigent Matthias Weller, der Wahl höchstes musikalisches Können, ein besonderes Näschen für die Auswahl an Musikstücken und ein hohes Maß an Empathie bescheinigte. „Robert Wahl ist ein besonderer Mensch und Musiker, der einen ausgezeichneten Ruf hat“, so Weller.

Zu Beginn sagte Matthias Reimschüssel in seiner ersten Rede als neuer Vorsitzender des Musikvereins, dies werde ein ganz besonders Konzert. Zwei Jahre habe man alle Möglichkeiten zum Proben genutzt, um endlich wieder im Rampenlicht stehen zu können. „Wir sind zurück“ ist auf dem Programm als Überschrift zu lesen und genau so präsentierte Robert Wahl auch seine Musikerinnen und Musiker. Voller Energie und Spielfreude startete der Musikverein mit der Jugendgruppe. Von der „Prozession der Magier“, mystisch und dunkel, kam man zu „Pocahontas“, um dann den „Banana Rock“ zu spielen, der mit Harry Belafonte als „Banana Boat“ weltberühmt wurde.

Nach der geforderten und gespielten Zugabe füllt sich die Bühne. Das 80-köpfige Orchester scheint den Raum gänzlich auszufüllen. Beim ersten Stück „Leichte Kavallerie“ ist das Holzregister mit viel Fingerfertigkeit gefordert. Robert Wahl hat vor ungefähr 40 Jahren dieses Werk als erste Ouvertüre mit dem Musikverein einstudiert. Nachdem die Kavallerie weitergezogen ist, erklingen die Jagdhörner. „Das letzte Einhorn“ soll das Opfer sein, entkommt nach einer dramatischen Verfolgungsjagd.

Wer den Musikverein kennt weiß, dass er gerne musikalisch durch die Welt reist. Nach einer rasanten Zugfahrt durch „Oregon“, wo der Indianer um den Totempfahl tanzt, geht es in den Dschungel, wo Balu der Bär gemütlich mit Mogli das Leben genießt. Hier hatte nicht nur der Affenkönig viel zu tun, sondern auch die Solisten.

Frank Sinatra lädt nach der Pause und dem davor gehörten Sousa-Marsch nach „New York“ ein und erklärt seinen Weg. Mexiko ist nicht weit, wie man an den Sombreros sieht, die das Trompetenregister zieren. Mit dem „Concierto de Mariachi“ von Hector Sevillanas geht es weiter mit dem magischen Silbervogel aus dem Stück „Flight of the Silverbird“.

Das Publikum ist begeistert, jede Menge Beifall zeugen davon im vollen Saal. Zurück aus den 80ern mit einem Medley bekannter Stücke geht es Richtung Schlussmarsch „Zum Städtel hinaus“. Doch ganz so schnell entlassen die Fans ihren geliebten Musikverein und natürlich auch ihren „Robert“ nicht. Zwei Zugaben müssen sein und dann folgt die gebührende Verabschiedung des beliebten Dirigenten. Uwe Glowienke

Matthias Weller hält die Laudatio
Das begeisterte Publikum hält "danke"-Schilder hoch beim letzten Konzert mit Robert Wahl als Dirigent.
"Danke Robert": Der Abschied des MV Hüttlingen von Robert Wahl als Dirigent.

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