Gemeinderat fordert Rückbau

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Steine des Anstoßes: hohe Mauer aus L-Steinen, so nicht genehmigt, der Zaun zu hoch und ein ungenehmigter Pool. Der Gemeinderat fordert einen Rückbau.

Nicht genehmigte Mauer und nicht genehmigter Pool sollen wieder weg. Warum im Hochfeld von "dreistem Vorgehen" die Rede ist.

Hüttlingen

Anders als in den ursprünglich von der Unteren Baurechtsbehörde beim Landratsamt und vom Gemeinderat genehmigten Bauplänen hat ein Anwohner im Baugebiet Hochfeld seine Außenanlagen gestaltet. Über das Ergebnis informierte sich der Gemeinderat bei einem Ortstermin in seiner jüngsten Sitzung.

Die Bauherrschaft hat die Stützmauer an der Südseite und der Ostseite des Grundstücks zur Straße hin jetzt mit zwei Absätzen L-Steinen gestaltet, jeweils 1,5 Meter hoch. In den eingereichten Plänen waren drei je einen Meter hohe Abschnitte mit Natursteinen vorgesehen. Zudem wurde auf der oberen Stufe direkt vor dem Haus innerhalb des Baufensters ein sieben mal drei Meter großer Pool angelegt, der in den eingereichten Plänen ebenfalls nicht eingezeichnet war.

Ein Pool darf ohne Genehmigungsverfahren dort nicht angelegt werden. Und schließlich ist um das Grundstück ein Meter hoher Zaun gebaut worden, erlaubt wären nur 80 Zentimeter.

Am 2. September hatte die Kreisbaumeisterstelle diese Verstöße bei einer Kontrolle festgestellt und die Einstellung der Arbeiten veranlasst. Die Behörde verlangte die Begrünung der Stützwände. Ende September reichte die Bauherrschaft neue angepasste Pläne zur Genehmigung ein.

In ihrem Antrag forderte die Verwaltung den Umbau der Stützmauer und einen niedrigeren Zaun, der Pool könne genehmigt werden. Bürgermeister Günter Ensle zeigte sich enttäuscht über das "dreiste Vorgehen". Man sei den Bauherren in Neubaugebieten immer entgegengekommen.

Josef Kowatsch monierte, dass in den neuen Plänen nicht dargestellt werde, wohin das Wasser aus dem Pool fließe, in das Abflusssystem oder "einfach in den Gulli". Damian Wörner (Aktive Bürger und CDU) wendete sich auch gegen die Zulassung des Pools, da er das Baufenster wesentlich überschreite. Und Markus Raab (Bürgerliste), ergänzte: "Es kann nicht sein, dass Frechheit siegt, auch im Hinblick auf zukünftige Baugebiete."

Joachim Grimm (Aktive Bürger und CDU) zweifelte zudem die nötige Standsicherheit der L-Steine an, um die Last zu halten. Ensle schloss sich dem an, und möchte auch beim Landratsamt den Rückbau von Mauer und Pool fordern.

Der Antrag der Verwaltung wurde folgendermaßen geändert: Das Einvernehmen für den Pool wird nicht erteilt, der Stützmauer wird so wie gebaut nicht zugestimmt, der Zaun muss auf 80 Zentimeter verringert werden. Jedem der drei Punkte stimmte der Rat einzeln zu.

Eine zweite Änderung eines ursprünglichen Bauplans durch den Bauherrn im "Hochfeld" wurde nichtöffentlich beraten.

Jürgen Eschenhorn

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