Hochwasserschutz: Gutachten in Auftrag gegeben

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Vor einer Woche hatte die Feuerwehr in Niederalfingen vorsorglich Sandsäcke am Schlierbach gelegt.
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Die Hüttlinger Gemeinderäte votieren für eine hydrologische Analyse des Schlierbach-Bachbetts.

Hüttlingen. Gemeinderat und Verwaltung möchten endlich Nägel mit Köpfen in Sachen Hochwasserschutz am Schlierbach machen. Für die Erarbeitung einer sogenannten Flussgebietsuntersuchung war bereits in der vergangenen Sitzung ein Fachbüro beauftragt worden.

Das Büro Winkler aus Stuttgart hatte dazu ein Angebot erstellt. Ingenieur Binder erläuterte dem Gremium am Donnerstag die Inhalte des Angebots und die Verfahrensweise für diese Untersuchung.

Bereits im Vorfeld hatte ein kleiner Kreis aus Verwaltung, Gemeinderat, dem Ingenieur und Regierungspräsidium vor Ort Möglichkeiten besprochen, unter anderem die insgesamt 13 Vorschläge der Hochwassergruppe um Joachim Grimm vom März 2020.

Außerdem waren ganz neue Ideen geäußert worden. Das Büro Winkler wird unter Einbeziehung dieser Vorschläge und neuer Messmethoden, wie dem Laserscanning, die vor einigen Jahren in einem hydrologischen Gutachten erreichten Werte verfeinern. Dazu werden die Messwerte der Gruppe vom Hochwasser am 7. Juni und die Daten vom vergangenen Freitag einbezogen. In einer sogenannten hydraulischen Berechnung wird das Bachbett des Schlierbachs von der Mündung bis fast zur Quelle per Laserscanner untersucht – hinsichtlich Fließgeschwindigkeit, Überflutungsflächen und weiterer Punkte.

Das vorläufige Angebot beläuft sich auf rund 35 600 Euro zuzüglich weiterer Ausgaben. Die Dauer bis zur Fertigstellung gab Binder mit fünf bis sechs Monate an. Der Gemeinderat stimmte den Kosten zu, unter dem Vorbehalt, dass das Gutachten bis Ende des Jahres fertig werden wird.

Ensle wehrt sich gegen Angriffe

Nach der Abstimmung verlas Bürgermeister Günter Ensle eine persönliche Stellungnahme. Er verwahrte sich gegen persönliche Angriffe „teilweise unter der Gürtellinie“ und „eine Hetzjagd“ im Zusammenhang mit dem Thema, wie sie ein Gemeinderat veranstalte. Er habe einen einstimmig gefassten Ratsbeschluss in Bezug auf den Bau einer Schutzmauer genauso umgesetzt und ein Planfeststellungsverfahren veranlasst. Abgeordnete zu einer Begehung einzuladen sei legitim, allerdings hätte auch der Bürgermeister eingeladen werden müssen. „Demokraten akzeptieren gefasste Beschlüsse und hintertreiben sie nicht“, sagt Ensle. „Konsens ist nötig fürs Gemeinwohl, nicht die Befriedigung des eigenen Egos.“

Jürgen Eschenhorn

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