HQ100-Schutz: Was es kostet

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Im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr in Niederalfingen vorsorglich Sandsäcke am Schlierbach gelegt.
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Der Voranschlag für Extremhochwasserschutz für Niederalfingen wird im Gremium vorgestellt.

Hüttlingen

In seiner Sitzung im April hatte der Gemeinderat beschlossen, vom Ingenieurbüro Winkler und Partner GmbH einen Kostenvoranschlag für die Planung der von diesem vorgeschlagenen Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Niederalfingen anzufordern.

Dessen Ingenieur Armin Binder hatte in seiner Flußgebietsuntersuchung insgesamt vier geeignete Maßnahmen aufgeführt, die zusammen das gesamte Dorf schützen würden. Dieser Kostenvoranschlag wurde von der Verwaltung vorgestellt.

„Armin Binder hat in seinem Gutachten den Schlierbach von der Quelle bis zum Einlauf in den Kocher untersucht und drei weitere Maßnahmen zur bereits beschlossenen Mauer angeführt, die das Dorf nach menschlichem Ermessen vor einem Extremhochwasser über HQ100 schützen sollten. Ein 100-prozentiger Schutz ist aber nirgends sicher“, sagte Bürgermeister Günter Ensle. Die erstellten Berechnungen von Binder werden derzeit im Landratsamt geprüft, ebenso die Einsprüche gegen die bereits beschlossene Mauer am Freibad. Für seine Planungsleistungen für die drei vorgeschlagenen Maßnahmen an der Verdolung, im Bereich Hürnheimer Straße und am Ringdamm oberhalb des Freibads veranschlagt das Büro 62 400 Euro, für weitere Planungsarbeiten anderer Fachleute kämen danach rund 49 000 Euro dazu.

Das Büro hat auch eine vorläufige Kostenschätzung für diese drei Baumaßnahmen abgegeben. Danach kostet die Erhöhung des Ringdamms rund 190 000 Euro, die Bauarbeiten an der Verdolung rund 60 000 Euro und die Mauern entlang der Hürnheimer Straße unterhalb der Verdolung rund 385 000 Euro. Inklusive der Planungen kosten die drei Maßnahmen danach rund 905 000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Mauer am Bad von rund 100 000 Euro.

Die Mauer ließe sich schnell verwirklichen, wenn sie genehmigt wird, die anderen Maßnahmen müssten durch den Behördenweg, sagte Ensle. Man wolle aber prüfen, ob ein Teil der neuen Maßnahmen, zum Beispiel die an der Verdolung, ins laufende Planverfahren mit aufgenommen werden könne, und nach Vorliegen der genauen Planungen das Wasserrechtsgesuch beantragen. Gemeinderätin Karin Jennewein, selbst aus Niederalfingen, sagte sie sei dankbar für das Gutachten, es sei mit seinen Vorschlägen ein Fahrplan für wirksame Maßnahmen, auch wenn  es lange gedauert habe. Der GR beschloss die Vergabe der Planungen an das Büro Winkler und Partner für 62 400 Euro und die Prüfung, ob weitere Maßnahmen in Planfeststellungsverfahren der Mauer aufgenommen werden können, einstimmig.

BI bleibt fern

Von der BI „Hochwasserschutz sofort“, die im Vorfeld unter anderem eine namentliche Abstimmung gefordert hatte, war niemand unter den Zuhörern.

Ein 100-prozentiger Schutz ist nirgends sicher.

Günter Ensle, Bürgermeister Hüttlingen

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