Kowatsch: „Ensle hat das Tischtuch zerschnitten“

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Nach den Vorwürfen des Bürgermeisters gegen ihn äußert sich nun der Hüttlinger Gemeinderat.

Hüttlingen. Wie berichtet, hatte Bürgermeister Günter Ensle in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats dessen Mitglied Josef Kowatsch Pflichtverletzung vorgeworfen. Er fehle „seit elf Sitzungen unentschuldigt“, obwohl laut Gemeindeordnung Teilnahmepflicht bestehe, auch „hetze er in sozialen Medien in unverantwortlicher Weise gegen den Bürgermeister und auch die Gemeinde“. Er forderte Kowatsch zum freiwilligen Rücktritt auf.

Zu dieser Stellungnahme äußerte sich Kowatsch im Gespräch mit der SchwäPo. Der Vorwurf, dass er eine politische Auseinandersetzung scheuen würde und kein Interesse an der Mitarbeit haben würde, sei absolut nicht richtig. Er arbeite seit 45 Jahren aktiv für die Gemeinde, dies zeige sich auch jetzt in vielen Stellungnahmen und Kommentaren zu unterschiedlichen Themen, vor allem zu Natur- und Umweltschutz.

Er selbst habe weiter Kontakt zu anderen Gemeinderatsmitgliedern und tausche sich mit einigen gleicher Meinung in vielen Themen aus. Ensle und er seien bei vielem unterschiedlicher Meinung, was sich auch öfters im Rat – unter anderem beim Thema Hochwasserschutz und anderen Baumaßnahmen – gezeigt habe. Auch den Vorwurf der Hetze weise er von sich. Er äußere seine Meinung zu Beschlüssen und Meinungen der Verwaltung, das sehe er als seine Pflicht an. Er schade der Gemeinde nicht, im Gegenteil.

Er wolle eine massive Konfrontation zwischen beiden einfach vermeiden, sagt Kowatsch. Eine Zusammenarbeit sehe er da als schwierig bis unmöglich an. Zumal Ensle ihn im Sommer einmal zu einer Fachveranstaltung des Gemeinderats selbst ausgeladen habe, er sei unerwünscht, eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich.

Das sei der Grund gewesen, dass er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr an den Sitzungen teilnahm. Aber auch davor hat Kowatsch in den öffentlichen Sitzungen bereits oft gefehlt. Ensle habe am Beginn seiner Amtszeit versprochen, nach Hüttlingen zu ziehen, was er nicht gehalten habe. Dadurch fehle ihm der richtige Bezug zu Hüttlingen, meinten auch Bürger, wie Josef Kowatsch ergänzt.

Kowatsch wirft Ensle vor, mit dieser öffentlichen Stellungnahme eine weitere Zuspitzung in der Konfrontation geschaffen zu haben. Er sei der Meinung, dass der Bürgermeister ihn in nichtöffentlicher Sitzung hätte anmahnen und rügen müssen, wie es in der Gemeindeordnung seiner Meinung nach vorgesehen sei.

Aber auch da ist Kowatsch nach Informationen unserer Zeitung genauso lang nicht mehr gewesen. „Mit so einem Mann arbeite ich nicht mehr zusammen“, sagt das Hüttlinger Urgestein über den Bürgermeister. „Ensle hat das Tischtuch zerschnitten“, fügt Josef Kowatsch noch an. Jürgen Eschenhorn

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