Land übernimmt Marienburg vom Bund Neudeutschland

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Die das Kochertal beherrschende Burg Niederalfingen wechselt den Besitzer.

Schullandheime wird es keine mehr geben. Für die weitere Nutzung gibt es mehrere Ideen.

Hüttlingen-Niederalfingen. Mit wehmütigem Herzen zogen am Samstag die Mitglieder des Bundes Neudeutschland (ND) zu ihrem Regionaltag hinauf zu ihrer Marienburg. Wohl zum letzten Mal. Denn Ende des Jahres geht die alte Fuggerburg in das Eigentum des Landes Baden-Württemberg zurück. Das endgültige Aus für alle Jugendtreffen. Und das Aus für Schullandheime. 92 Jahre lang war die Burg prägender Erlebnisort für Kinder und Jugendliche.

Für das Aus in Niederalfingen ist nach den Darlegungen des ND-Burgbeauftragten Klaus Eilhoff (Schwäbisch Gmünd) nicht allein die Pandemie schuld, die den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten ließ. Denn das bischöfliche Ordinariat wollte ihm zufolge schon seit Längerem nicht mehr das angestellte Wirtschaftspersonal finanzieren. Dem wurde jetzt gekündigt. Bis auf zwei Angestellte, die vom Ordinariat übernommen werden. Die langjährige Wirtschafterin geht in Rente und wird Ende des Jahres die Wohnung auf der Burg gleichfalls räumen.

Eilhoff berichtete des Weiteren von Gesprächen mit dem ehemaligen Landrat Klaus Pavel und dem Hüttlinger Bürgermeister Günter Ensle, die sich vehement für ein Weiterführen des Burgbetriebes ausgesprochen hätten. Etwa durch ein Pächterpaar in Eigenregie? Die Gespräche deuten jedenfalls darauf hin, dass es einen neuen Trägerverein mit ND und KSJ nicht geben wird.

Auf Grund der Pandemie musste der Regionaltag in den Kellergewölben der Burg stattfinden. Der Leiter der ND-Region Württemberg, Wolfgang Kramer, konnte dort die neue Bundesleitung Jo Menze und Renate Spannig (Köln) sowie die Vertreter der KSJ begrüßen. Eine breite Diskussion galt dann dem Rückblick auf unvergessene Tage und Wochen auf der Burg. Auch von NDlern weit über die Region hinaus. Der mit 92 Jahren Senior der Tagung, Dr. Norbert Trabold (Stuttgart), unterstrich die wichtige Rolle der Benediktiner und Jesuiten als von den Diözesen unabhängige geistliche Begleiter.

Was die Zukunft betrifft, wurde angemahnt, darauf zu achten, dass die Burg nicht in falsche Hände komme. Ein nicht abwegiger Vorschlag ließ erkennen, dass es durchaus Chancen für eine Zukunftslösung geben könne: die Burg mit ihren vielseitigen Möglichkeiten auch zum Klettern als Basisstätte für den Deutschen Alpenverein?

Der Regionaltag wurde mit einem Gottesdienst in der offenen Burghalle abgeschlossen. Dabei sprach Prälat Werner Redies (Ellwangen) von einem Wendepunkt im Bund Neudeutschland wie in der Kirche. Beide müssten sich verändern. Es sei aber wichtig, "aus der Kellerstimmung herauszukommen" und in Solidarität die Zukunft zu gestalten. Das gemeinsam gesungene Abschiedslied der Pfadfinder drückte die Stimmung dieses Tages aus: "Nehmt Abschied Brüder ungewiss ist alle Wiederkehr ..."

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