Mehr Gelassenheit beim Gärtnern 

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Günter Harsch in seinem Garten.
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Ein Workshop weist Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern einen entspannten Weg zum spannenden Garten. Ein Besuch in Günter Harschs Garten.

Mehr Gelassenheit beim Gärtnern 

Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.
Gartenworkshop bei Günter Harsch in Hüttlingen.  © Werner Volmari

Hüttlingen. „Dagegen machen Sie jetzt wirklich nichts?“ Rund zwei Dutzend Augenpaare sind fragend auf Günter Harsch gerichtet. Gerade hat die Gruppe eine Blattlauskolonie entdeckt, normalerweise der klassische Fall für die Brennnesselbrühe oder zumindest für ein bisschen Entsetzen im Gesicht aller, die ihr Grün lieben. Günter Harsch wirkt entspannt. „Das regelt die Natur“, sagt der gelernte Landschaftsgärtner. Harsch, der den Beruf auch zum Hobby gemacht hat, überlässt die Arena lieber den Marienkäfern. 

Oder auch den Spatzen. Die haben nach seiner Erfahrung den Zünsler zum Fressen gern. So hat Günter Harsch unter anderem mit Nischen zum Brüten und Sandbädern rund ums Haus auch ein Vogelparadies geschaffen. „Im Gegenzug bleibt der Buchs schädlingsfrei“, erklärt er mit zufriedenem Blick auf das mächtige Grün am Garteneingang. Und appelliert an die Besuchergruppe: „Bloß nicht zurückstutzen, ein Buchsbaum muss seinem Namen auch gerecht werden.“ 

Damit steht Harsch im Widerspruch zu dem, was sich viele seiner Gäste in Illustrierten abgeguckt haben, doch sein Wort hat Gewicht. „Denn hier sieht man ja, dass es klappt“, heißt es unisono in der Gruppe, die damit auch indirekt das Motto der Veranstaltung lobt. Die ist Teil eines Workshops vom Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Aalen und dem Landratsamt Ostalbkreis. Die Idee dahinter: Garteninteressierte, die ihr Hobby besonders naturnah pflegen wollen, informieren sich bei denen, die dies bereits erfolgreich tun. Nach der Besichtigung werden einige Teilnehmende zusammen mit den Expertinnen und Experten naturnahe Projekte in ihren Gärten umsetzen. 

Fasziniert vom „Sandarium“ 

Die für das Seminar geeigneten „Anschauungsobjekte“ hat Christiane Karger ausgewählt, Kreisfachberaterin für Obst- und Gartenbau am Landratsamt. Den Garten der Familie Harsch auch deshalb, „weil er durch seine Lage am Hang zeigt, wie vielfältig man Höhenunterschiede nutzen kann.“ Günter Harsch tut das unter anderem mit Trockenmauern und Totholz, letzteres auch mal horizontal angerichtet. „Das ist ein absoluter Hingucker“, zeigt sich Workshop-Teilnehmerin Anita Göres entschlossen, das in ihrem Garten in Neresheim auch umzusetzen. Ebenso fasziniert ist die SchwäPo-Leserin vom sich anschließenden „Sandarium“, das bodennahen Insekten Heimat bietet. Vor Regen schützt ein Dach, das wiederum eine ideale Anbaufläche für zahlreiche Sukkulenten ist. 

So bleibt auf den knapp 1000 Quadratmetern rund ums Eigenheim der Harschs kein Fleckchen unbeackert. Stauden und Gehölze, Beete und Blumen gehen großzügig und harmonisch ineinander über. Das sei auch im Kleinen gut machbar, ermutigt der Hausherr die Workshop-Teilnehmer. „Und dann die Natur einfach laufen lassen“, so sein Credo, das er auch beruflich als Bauhofleiter der Gemeinde Essingen umsetzt, jüngst hat er dazu gemeinsam mit einer Kollegin ein Buch veröffentlicht. 

Als Beispiel für seine Art des Gärtnerns rät er zu einem entspannteren Umgang mit der Gießkanne. Nach dem Anwachsjahr lasse zu viel „Getränkeservice“ Pflänzchen zu faulen Flachwurzlern werden, gibt er zu bedenken. Eng gesetzt, beschatten sich die Pflanzen gegenseitig. Mulchen hält Harsch auch für verzichtbar, weil es seiner Erfahrung nach den Gartenboden sauer macht. Auch den Giersch überlässt Günter Harsch sich selbst, ganz nach dem Motto: Mehr Gelassenheit beim Gärtnern! 

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