Neues Leben für das „Lamm“

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Die Gemeinde Hüttlingen hat das "Lamm" im Ortskern von der Familie Röhrle gekauft. Von links: Diana Röhrle, Bürgermeister Günter Ensle, Gabriele und Gebhard Röhrle, Känmmerer Oswald Bolz.
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Die Gemeinde kauft die Traditionsgaststätte. Wie das historische Gasthaus erhalten und weiter betrieben werden soll.

Hüttlingen

Die Gemeinde hat das historische „Lamm“, Gasthaus mit angeschlossener Metzgerei, im Ortskern gekauft. Das als Fachwerkhaus unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll erhalten werden, möglichst weiterhin als Gasthaus.

„Das Lamm ist das letzte historische Gasthaus im Ort, es ist wert, erhalten zu werden“, sagte Bürgermeister Günter Ensle bei einem Pressegespräch.

Es sei erhaltenswert, auch weil es eben viele Erinnerungen biete und Ortsbildprägend sei, man wolle die lange Tradition erhalten. Zudem  stehe der Denkmalschutz einem Abriss entgegen. „Es ist die Aufgabe einer Gemeinde, solche Gebäude zu erhalten. Das Lamm ist zudem in einem sehr guten Zustand“, ergänzte er. Ein Ort brauche ein Gasthaus, und Hüttlingen speziell eben auch Übernachtungsmöglichkeiten. Mit der Betreiberfamilie Röhrle sei abgesprochen, dass die Gemeinde Gasthaus und Metzgerei bis auf weiteres an sie verpachte. Ensle ergänzte zudem, dass man – wenn  die Familie einmal aufhören wolle – einen geeignete Nachfolge für das Gasthaus, wenn möglich, auch für die Metzgerei finden wolle.

Tradition seit 1759

Ensle gab einen kurzen historischen Abriss zum „Lamm“. Erstmals erwähnt wurde „Der untere Wirt“, wie das Lamm damals bezeichnet wurde, 1759 erstmals erwähnt wurde. Ebenso wie der „Obere Wirt“, der ehemalige Adler, beide Teil von „95 Haushalten im Ort“. Erster Betreiber sei ein Antonius Sekler gewesen, danach folgte Johannes Kieninger als Lammwirt. Im Mai 1908 folgte ein Saalanbau, 1927 wurde eine „Schlächtereianlage“ eingebaut. Ab da betrieb Bernhard Bihr das Lamm, gefolgt von seinem gleichnamigen Sohn, der das Lamm Anfang 1992 an Gabi und Gebhard  Röhrle verkaufte. 1987 hatte er noch Laden, Wurstküche und Schlachthaus umgebaut. 1993 und 1998 folgten weitere Umbauten, 2016 die Errichtung einer Terrasse mit Vordach.

De-Facto-Vereinsheim

„Das Gasthaus wird immer noch gern von Vereinen genützt, so ist es quasi Vereinsheim der Chorfreunde, auch das wollen wir fortführen“, sagte Ensle.

Gabriele Röhrle verwies für die Familie auf die immer gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, namentlich Bürgermeister Ensle und Kämmerer Oswald Bolz. Man habe jetzt 30-jähriges Jubiläum gehabt – und es bisher nicht feiern können.

Kein Personal mehr

20 Lehrlinge wurden bisher im Betrieb ausgebildet, zusammen mit ihrer Tochter Diana haben beide Röhrles rund 130 Arbeitsjahre im Lamm verbracht. Gabriele begann 1975 dort zu arbeiten ihr Mann – gelernter Metzger – kam kurze Zeit später. Beide denken an den Ruhestand, „der irgendwann kommt“. Diana könne den Betrieb nicht weiterführen, weil entsprechendes Personal nicht zu finden sei. „Das ist kein Acht-Stunden-Job“, betont Gabriele Röhrle.

„Gemeinsam haben wir den Kreisel gebaut, weil die Familie uns einen Teil des Grundstücks verkaufte“, sagte Ensle. „Und ich werde hier weiter einkaufen, wie viele Hüttlinger, damit es der Familie schwer fällt, irgendwann aufzuhören. Aber wie gesagt, bis auf weiteres läuft alles weiter wie bisher.“

Das Lamm ist das letzte historische Gasthaus im Ort, es ist wert, erhalten zu werden.“

Günter Ensle, Bürgermeister Hüttlingen

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