Viel Spaß mit etwas Biss

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Die Bretterwanzen, die Theatergruppe der Chorfreunde Hüttlingen, präsentierten das Stück „Der keusche Lebemann“ im Bürgersaal.
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Bretterwanzen zeigen mit viel Erfolg schwäbisches Mundarttheater mit „Der keusche Lebemann“ im Bürgersaal. Auch mit lokalen Bezügen wird nicht gespart.

Hüttlingen

Nun ist endlich wieder Theaterzeit“, begrüßt Vorstand Thomas Rettenmaier das Publikum im Bürgersaal. Nach zweijähriger Pause stehen die Bretterwanzen wieder auf der Bühne. Die Freude ist der Theatergruppe deutlich anzumerken und auch die Zuschauer genießen das Zusammenkommen.

An zwei Tagen wird gespielt, am Samstag ist der Saal voll besetzt. Für die Einstimmung auf einen heiteren Abend sorgt ein Kinderchor mit drei Liedern. 80 Mitglieder singen in den Kinder- und Jugendgruppen der Chorfreunde Hüttlingen, sagt Rettenmaier.

Dann öffnet sich der Vorhang und gibt den Blick auf ein Wohnzimmer frei. Die Einrichtung nostalgisch, Telefon mit Wählscheibe, Radio und samtbezogene Stühle. Hier lebt der Senffabrikant Julius Seibold (Andreas Bickel) mit seiner Frau Regine (Conny Bieg). Er möchte seine Tochter Gerti (Rosalie Seibold) verheiraten, und zwar mit seinem Kompagnon und Teilhaber Max Stieglitz (Micha Kling). Gerti ist gerade aus der Großstadt zurückgekommen, chauffiert von dem charmanten Heinz Fellner (Thomas Rettenmaier). Auf den hat Gerti ein Auge geworfen, denn das ist genau der Mann, den sie sich vorstellt: ein vielbegehrter Lebemann, der Handküsse und Komplimente verteilt.

Vater Seibold will das nicht akzeptieren und bringt seinen Kompagnon Max in Stellung. Das mag zwar gut fürs Geschäft sein, aber er ist weder jung noch schön. Manieren hat er auch keine. Genauso wenig wie Glück bei den Frauen. Und wie altmodisch er sich kleidet! Seibold borgt ihm eine Krawatte, steckt ihm eine Blume ins Knopfloch und kämmt ihm die Haare. Doch all das nützt nichts. Gerti nimmt den unbeholfenen Heiratsantrag nicht an, sie kann ihn nicht einmal ernst nehmen.

Die Verwicklung

Vater Seibold gibt nicht auf. „Ich mache aus Ihnen einen interessanten Mann, einen Lebemann“, sagt er zum Kompagnon. Eine Affäre muss her. Eine Autogrammkarte der bekannten Schauspielerin Ria Ray (Bettina Rettenmaier) mit einer handschriftlichen Widmung an den „heiß geliebten Max“ lässt diesen auf einmal interessant und begehrenswert erscheinen. Gerti verlobt sich mit Max, der fesche Fellner ist passé. Das Glück scheint perfekt, bis jedoch Ria Ray vor Ort gastiert. Nun ist guter Rat teuer, denn das ganze Dorf weiß schon von der angeblichen Affäre.

Es ist ein großes Vergnügen, den Bretterwanzen bei dem Spiel der Verwicklungen und Intrigen zuzusehen, das witzig und zuweilen bissig daherkommt. Das Publikum hat ordentlich Spaß auch an den lokalen Bezügen der Inszenierung. Immer wieder wird Bürgermeister Ensle erwähnt, der in der ersten Zuschauerreihe sitzt. In weiteren Rollen spielten: Viktor Rettenmaier jun., Barbara Bullinger und Klaus Auchter.

Ich mache aus Ihnen einen Lebemann!“

Julius Seibold, Senffabrikant

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