Warum der Bächweiher jetzt abläuft

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Ehrenamtliche von "Hüttlingen natürlich" sammeln die Amphibien ein, die am Krötenzaun aufgehalten werden. Sie sollen jetzt nicht im Bächweiher laichen, da er abgelassen wird.
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Angelsportverein Ostalb, Umweltschützer und Landratsamt arbeiten Hand in Hand, um ein Amphibiensterben zu verhindern.

Hüttlingen-Mittellengenfeld

SchwäPo-Leser Thomas Mönnig schrieb anfang dieser Woche verwundert an die Redaktion: "Jetzt zur Laichzeit wird der Bächweiher abgelassen. Die Lurche sind von Geburt her auf das Gewässer programmiert. Nun singt der Wasserstand täglich. Wer hat solch eine Entscheidung getroffen?"

Vor Ort bestätigte sich Mönnigs Beobachtung: Tatsächlich sinkt der Wasserstand immer mehr. Zudem wurde an der Nordseite des Weihers, zu den Feldern hin, ein Krötenzaun mit Fangeimern errichtet, um die Reptilien daran zu hindern, das abfließende Wasser zu erreichen.

Ein Anruf bei Voin Stojanovich, dem Vorsitzenden des Angelsportclub (ASV) Ostalb, der das Gewässer bewirtschaftet, brachte schnell die Aufklärung des Rätsels: In den Bächweiher wurden die Fische aus dem Bucher Stausee umgesetzt, während dort die Sanierung der Stauanlagen lief. Jetzt läuft am Bucher Stausee das Wasser wieder ein und die Fische sollen schnell zurück.

Voin Stojanovich: "Das muss jetzt schnell gehen, weil sich aufgrund der hohen Tagestemperaturen der Weiher schneller aufheizt als zu dieser Jahreszeit üblich. Da sind Fische im Wert von 90 000 bis 100 000 Euro drin."

Würde man die Fische im Weiher belassen, wären nicht nur die Fische in Gefahr, das ganze Gewässer könnte komplett umkippen. Deshalb hat sich der ASV entschlossen, den Bächweiher abzulassen, wohl wissend, dass die Kröten und Amphibienwanderung bereits eingesetzt hat. Am kommenden Montag soll der Fischbesatz entnommen werden und dann wird sofort die Stauklappe wieder geschlossen.

Da sind Fische im Wert von 90 000 bis 100 000 Euro drin.

Voin Stojanovich ASV-Vorsitzender

In der schwierigen Situation hat der Hüttlinger Bürgerstammtisch zusammen mit der Gemeindeverwaltung und dem Landratsamt spontan eine Rettungsaktion für die Amphibien organisiert. Die untere Naturschutzbehörde hat einen Laichzaun aufgebaut, um zu verhindern, dass die Tiere in unsicherem Gewässer laichen, die Organisatoren von "Hüttlingen natürlich" haben über Facebook einen Aufruf gestartet, um Ehrenamtliche zu mobilisieren, die regelmäßig die Fangeimer leeren.

"Leider fällt die Umsiedelung der Fische aufgrund der Verzögerungen in Buch genau mit der Amphibienwanderung zusammen und durch das Ablassen des Wassers könnte ungeschützter Laich schnell von Wasservögeln gefressen werden", sagt Peter Müller-Krejcir. Die Hüttlinger Bürgerinnen und Bürger stellen nun sicher, dass Kröten, Frösche, Salamander und Lurche in den Fischteich unterhalb des Bächweihers eingesetzt werden, wo sie dann ablaichen können.

Durch Anbringung einer vorübergehenden Geschwindigkeitsbegrenzung (30 km/h) an der vorbeiführenden Straße nach Schwenningen hat der Bauhof der Gemeinde Hüttlingen kurzfristig und unkompliziert mehr Sicherheit für die Helfenden geschaffen

Für die Muscheln, die aus dem Bucher Stausee in den Bächweiher umgesetzt wurden, wird nun der Schlamm lebensrettend werden. Die geschützten Schalentiere graben sich dort ein, um nicht zu vertrocknen. Nach den aktuellen Wettervorhersagen wird es in den nächsten Tagen regnen, so dass man davon ausgehen kann, dass der Bächweiher schnell wieder voll läuft und die Muscheln den Ablass überstehen.

Ehrenamtliche von "Hüttlingen natürlich" sammeln die Amphibien ein, die am Krötenzaun aufgehalten werden. Sie sollen jetzt nicht im Bächweiher laichen, da er abgelassen wird.

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