Reiterstaffel der Polizei in Hüttlingen unterwegs

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Im Rahmen der Kriminalitätsprävention waren zwei Reiter der Polizei aus Stuttgart in Hüttlingen Wohngebieten unterwegs. Präsenz zeigen und Bürgerkontakt waren das Ziel.
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Zwei Polizeibeamte sind am Montag zu Pferd in Hüttlingen unterwegs. Was hinter dem außergewöhnlichen Einsatz steckt.

Hüttlingen. Carlos und Caprino haben gerade einen Polizeieinsatz hinter sich, jetzt grasen sie entspannt am Ortsrand von Hüttlingen. Polizeipferde wie sie sieht man hauptsächlich vor dem Fußballstadion oder bei Großdemonstrationen. Dementsprechend ungewöhnlich ist es, wenn zwei Polizeibeamte durch das Wohngebiet reiten. Genau das macht sich das Polizeipräsidium Aalen nun zunutze, um Aufmerksamkeit zu schaffen.

"Wir hatten allein in den vergangenen drei Monaten sechs Einbrüche in Hüttlingen", berichtet Jonas Ilg, Sprecher des Aalener Polizeipräsidiums, der ebenfalls vor Ort ist. Als dann das Angebot der Bereitschaftspolizei kam, spontan zwei Polizeireiter zur Verfügung zu stellen, habe man sich auf den Einsatz in Hüttlingen geeinigt, um dort Kriminalprävention zu betreiben. "Die Pferde schaffen andere Aufmerksamkeit als eine normale Streife", erläutert er.

Für Gefahren sensibilisieren

Also ziehen die Beamten Reiner Christian auf Caprino und Werner Volk auf Carlos durch das Hüttlinger Wohngebiet, um die Bevölkerung für Einbruchsschutz zu sensibilisieren. Die Polizei schlägt dabei etwa verschiedene mechanische und elektronische Schutzmaßnahmen vor. Denn: Je mehr Zeit potenzielle Einbrecher benötigen, desto höher ist die Chance, entdeckt zu werden – damit steigt auch die Möglichkeit auf einen erfolglosen Einbruchsversuch.

Warum aber ist gerade Hüttlingen so sehr von Einbrüchen betroffen? "Hüttlingen liegt direkt an der B29 und an der B19, das ist für Einbrecher sehr günstig", sagt Ilg. Auch die umliegende Natur erleichtere den Kriminellen die Flucht.

Pferdealltag bei der Polizei

Wenn Caprino und Carlos, sieben und zehn Jahre alt, nicht vor dem Fußballstadion oder in Fußgängerzonen stehen, verbringen sie ihre Zeit auf einem Gestüt in Hohenstaufen bei Göppingen. Circa vier Jahre alt sind die Pferde in der Regel, wenn sie zur Polizei kommen, so Werner Volk. Dann werden sie etwa zwei Jahre lang ausgebildet. "Man muss sie immer trainieren, es sind ja immer noch Fluchttiere", erzählt der Beamte. Man fange etwa mit kleinen Rauchkörpern an, die Tiere auf laute und angespannte Situationen vorzubereiten. Mit Anfang 20 gehen die Tiere dann in Rente. Und dann? "Sie kommen nicht in die Wurst", betont Reiner Christian, sondern auf die Koppel.

Wer Reiter bei der Pferdestaffel werden will, erzählt Jonas Ilg, sollte ein gewisses Maß an Grundkenntnissen mitbringen. "Aber natürlich werden die Beamten auch noch entsprechend ausgebildet." Am Ende des Einsatzes zieht er eine positive Bilanz. "Uns ist jetzt kein Einbrecher ins Netz gegangen", erzählt er schmunzelnd, "aber wir sind mit einigen Bürgern ins Gespräch gekommen." Ob die Maßnahme tatsächlich Früchte getragen hat, werde sich im Nachhinein zeigen.

  • Kriminalprävention der Polizei
  • Die Polizei Aalen ergreift verschiedene Maßnahmen, um Kriminalprävention zu betreiben. Unter anderem ist aktuell erneut ein Truck im Ostalbkreis unterwegs , der ebenfalls auf das Thema Einbruchsschutz aufmerksam machen soll. Die Beamtinnen und Beamten besuchen zudem Schulen, Kitas, Verbände und andere Gruppen, um über verschiedene Gefahren aufzuklären. Mehr Informationen unter ppaalen.polizei-bw.de.

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