Was Schnelltests an Schulen bewirken

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An der Hüttlinger Alemannenschule werden seit knapp einem Monat Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrenden zweimal die Woche auf Corona getestet. Die Ärztin Dr. Sandra Esber-Schimmel beim Schnelltest einer Schülerin der Abschlussklasse.
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Ralf Meiser zieht erste Bilanz der Schnelltestaktion für Schüler und Lehrer an der Alemannenschule. Der Rektor weist auf finanzielle Hilfen hin.

Hüttlingen

In Baden-Württemberg sollen sich Lehrer und Erzieher bis zu den Osterferien nun zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen können. An der Hüttlinger Alemannenschule ist die Testung von Lehrenden sowie von Schülerinnen und Schülern unter medizinischer Anleitung in diesem Rhythmus bereits seit knapp einem Montag Usus. In einer ersten Bilanz ist Rektor Ralf Meiser sehr zufrieden. Noch hat es keinen positiven Fall gegeben. Die Lernatmosphäre sei entspannter. "Die Schülerinnen und Schüler können sich besser auf das Fachliche konzentrieren." Doch der Leiter der Alemannenschule macht deutlich, dass die bisher auf private Spenden basierte Aktion künftig auf finanzielle Unterstützung aus der Region oder vom Land angewiesen ist.

Ein Hoffnungszeichen gibt es. "Kultusministerin Susanne Eisenmann hat jüngst veranlasst, dass Schnelltests in die Förderliste für das Corona-Schulbudget aufgenommen wurden", erklärt Meiser. Mit diesem Investitionsprogramm stellt das Kultusministerium allen öffentlichen und privaten Schulen in Baden-Württemberg schulbezogene Budgets in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Ziel dieses Budgets ist es, dass Schulen Dinge anschaffen oder realisieren können, die ihnen helfen, gut durch die Corona-Pandemie zu kommen. "Die Schulträger können damit nun bei Bedarf auch zusätzliche Schnelltests für ihre Schulen finanzieren", sagt Meiser. Der Rektor wertet das als einen Schritt in die richtige Richtung. Schließlich habe er an der Alemannenschule mit der regelmäßigen Testung sehr gute Erfahrungen gemacht. Er bedauert, dass nicht schon seit Monaten getestet wird. Denn Schnelltests bedeuten für ihn "Sicherheit" – zusätzlich zu den AHA-Regeln – und "für die Schüler weniger coronabedingten Stress".

Testen, testen

Schulträger können damit nun zusätzliche Schnelltests für ihre Schulen finanzieren.

Ralf Meiser Rektor der Alemannenschule

Ihm zur Seite springt Dr. Sandra Esber-Schimmel, die an der Hüttlinger Schule Lehrer wie Schüler schnelltestet und die das Pilotmodell Meisers "testen, testen", lobt. "Die Schnelltests sind gut zu handhaben", sagt die Medizinerin. Sie halte allerdings das von der Landesregierung jetzt für Lehrer und Erzieher vorgegebene Verfahren über Apotheken und Ärzte für nicht optimal. Das zeige bereits die vergleichsweise geringe Akzeptanz der bisher ausgegebenen Gutscheine – für dreimaliges Testen bis zu den Osterferien. "Wir brauchen da einen niederschwelligeren Zugang."

Die Essinger Ärztin denkt an mobile Testzentren – vor allem aber ans Selbsttesten. "Schüler wie Lehrer können unter Anleitung die Stäbchen selbst in die Nase schieben, wenn eine geschulte Person das überwacht", sagt sie und weist dabei darauf hin, dass diese Tests, die fünf bis zehn Euro pro Stück kosten, auch die Corona-Mutanten erkennen.

Für Ralf Meiser ist das eine Investition, die "die Gefährdung durch das Coronavirus reduziert". Mit Schnelltests an den Schulen würden symptomfreie Fälle identifiziert und die Infektionsketten unterbrochen. "Deshalb sind Tests und die Impfung für mich die erste Wahl."

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