Was wird aus der Jugendburg?

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Die Marienburg Niederalfingen steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem der ND die Nutzung gekündigt hat.

Das Land hat über zwei Millionen investiert.

Hüttlingen-Niederalfingen. Die große Sorge bleibt: Was wird aus der Jugendburg Niederalfingen? Droht ihr das gleiche Schicksal wie seinerzeit der Kapfenburg?. Die stand jahrzehntelang leer, bis durch einen Glücksfall die Musikakademie einzog.

Jedenfalls ist das Land Baden-Württemberg wenig entzückt, dass der Bund Neudeutschland (ND) die Pacht der Burg Niederalfingen aufkündigen muss. Das Land hat in letzten Jahren immerhin über zwei Millionen in die umfangreiche Sanierung der Burg investiert. So konnte durch den Einbau einer modernen Gasheizung die Burg auch im Winter genutzt werden. Und auch der Bergfried erhielt einen neuen Treppenaufgang, der indessen seitdem nicht mehr genutzt werden durfte. Das Burgkuratorium wollte die Haftung für das Besteigen des Turms nicht übernehmen. Dies hielt viele Ausflügler auf dem Kochertal-Radweg davon ab, einen Abstecher auf die Burg zu machen.

Durch weitere Auflagen sah sich auch der Verein Heimatliebe Niederalfingen gezwungen, sein traditionelles Burgfest ins Tal zu verlegen. Auch intern gab es im Burgkuratorium gewisse Querelen, die dazu führten, dass Bernd Brasse aus Ellwangen vom Vorsitz des Kuratoriums zurücktrat. Aus Solidarität mit ihm auch drei Vorstandsmitglieder aus Aalen. Brasse hatte ehrenamtlich über 20 Jahre lang seine ganze Freizeit der Burg gewidmet und auch dafür gesorgt, dass die Belegungszahlen und somit die Finanzen stimmten.

Nachdem ND im "Dritten Reich" von der Hitler-Jugend von der Burg vertrieben wurde, konnte ND 1946 den Mietvertrag mit dem Land erneuern. 1947 hatte der Bekennerbischof Sproll die Burg zur Marienburg geweiht. Sieger Köder hat wenige Jahre später in der von ihm gestalteten Burgkapelle Maria als Schutzpatronin der Burg dargestellt. Es war sein künstlerisches Erstlingswerk.

Der ND hat hat in den Fünfziger- und Sechzigerjahren die Marienburg über das Ländle hinaus zu einer wichtigen Jugend- und Begegnungsstätte entwickelt. Zunächst wurden die Räume im historischen Bau in Zimmern mit Stockbetten ausgestattet. Dann folgte der von ND finanzierte Neubau, der zwischen den erhaltenen Bauten und einen weiteren Treppenturm eingefügt wurde.

Die moderne Küche wurde zu Beginn der Neunzigerjahre eingebaut. Weil ND zu solchen finanziellen Anstrengungen nicht mehr fähig war, wurde 2012 der Neubau in das Eigentum des Landes gegeben. Und jetzt die ganze Burg.

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