Was wirklich im Erlenweg los ist

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Hier werden zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Auch nach dem Beginn der Arbeiten wird von einigen weiter protestiert.
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In Hüttlingen kursiert eine Reihe von Behauptungen zum Bau zweier Mehrfamilienhäuser. Und der Bauherr sagt, er sowie Arbeiter auf der Baustelle werden beschimpft und bedroht.

Hüttlingen

Auch nach dem Beginn der Bauarbeiten sind die beiden geplanten Mehrfamilienhäuser im Erlenweg weiter ein Diskussionsthema in Hüttlingen. Vor allem im Kreis der direkten Nachbarn. Nach langen Diskussionen hatten die Gemeinde und der Bauherr die Zahl der geplanten Gebäude von fünf auf drei reduziert. Diesen geänderten Plänen hatte der Gemeinderat dann im März 2020 mit großer Mehrheit zugestimmt.

Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Bebauung der ehemaligen Streuobstwiese gekämpft, Unterschriften gesammelt und Protestaktionen gegen die Bebauung organisiert.

Ursprünglich waren fünf Mehrfamilienhäuser mit rund 50 Wohnungen auf der Fläche geplant, letztlich sind es jetzt drei Häuser mit 25 Wohnungen. Seit einigen Wochen werden erste Arbeiten für die beiden am Erlenweg stehenden Gebäude ausgeführt. So wurde eine Stützmauer oberhalb der beiden entstehenden Gebäude in den Hang gesetzt. Sie ist nötig, da der Hang steil und der Untergrund rutschgefährdet ist. Sie war in den genehmigten Plänen vorgesehen.

Dazu werden derzeit noch eine größere Zahl an Betonbohrpfählen in den Untergrund getrieben, um die Häuser dort fest zu gründen. „Alles genau, wie in den Plänen vorgesehen“, sagt Dieter Garber, Geschäftsführer der Garber Haus GmbH, die das Gelände von der Gemeinde gekauft hatte und die Mehrfamilienhäuser errichtet und vermarktet.

Wenn auch die BI ihre Aktivitäten eingestellt hat, wird immer noch diskutiert, nicht alle Bürgerinnen und Bürger haben sich mit dem Baubeschluss abgefunden.

So hat die Redaktion der Schwäbischen Post ein Schreiben einer Bürgerin erreicht, in dem verschiedene Behauptungen zu Schwierigkeiten beim Bau enthalten sind, zum Teil auch Verdrehungen von Tatsachen. So habe sich die Stützmauer bereits durch Hangrutschungen geneigt, es sei Wasser durchgebrochen, es seien vor kurzem weitere Testbohrungen nötig gewesen, um die Beschaffenheit des Hanges noch einmal zu erkunden. Auch seien der beauftragte Statiker und selbst Mitarbeiter über erfolgte Hangrutschungen „erschrocken“. Zudem gebe es zu wenig Stellplätze für die künftigen Bewohner, es habe ein Bürgerentscheid stattgefunden – was aber nur eine Unterschriftensammlung war.

Dieter Garber widerspricht diesen Behauptungen energisch. „Bisher läuft alles nach Plan. Aufgrund der Beschaffenheit des Untergrunds ist ein Mehraufwand erforderlich, aber der Bau wird fachgerecht gesichert, es gibt keine unvorhergesehenen Probleme“, sagt er.

Die angesprochenen Bohrungen seien die für die Betonbohrpfähle und werden im Laufe dieser Woche abgeschlossen. Sie seien bereits im Vorfeld so geplant gewesen, ihre Anzahl und Tiefe aufgrund eines Bodengutachtens mit vier Probebohrungen festgelegt worden. Der Hang sei nicht gerutscht. „Wir tun auch alles zur Vermeidung von Folgeschäden bei den benachbarten Häusern“, ergänzt der Geschäftsführer. Im Vorfeld habe man einen Gutachter diese Häuser in Augenschein nehmen lassen, um etwaige Folgeschäden feststellen zu können.

Was Garber aber ebenso wie Bürgermeister Günter Ensle nicht nachvollziehen kann, ist, dass er selbst und auch die Arbeiter auf der Baustelle wiederholt beschimpft und teils bedroht wurden. Ebenso Mitarbeiter des Büros am Telefon, und das meist anonym. Zudem habe es Anzeigen beispielsweise wegen zu hoher Maschinen und Lärm bei verschiedenen Behörden gegeben.

Die Gewerbeaufsicht und die Bauaufsicht des Landratsamts haben auf Nachfrage dieser Zeitung bei mehreren Kontrollen keine Beanstandungen gehabt, auch keine Hangrutschungen festgestellt.

Ab kommende Woche sollen die Fundamente gegossen werden, Ende des Monats soll dann die Bodenplatte fertig sein, sagt Garber. „Alle Maßnahmen sind mit den Behörden abgestimmt und werden planmäßig ausgeführt. Und 70 Prozent der Wohnungen sind verkauft“, betont er. „Stellplätze gibt es in der Tiefgarage und in Carports nach den Vorschriften genügend“, ergänzt er. Und: „Ich hoffe, dass bald alle den demokratisch erfolgten Beschluss zu dieser Bebauung akzeptieren.“

Dem schließt sich auch Günter Ensle an. Nach der Fertigstellung der beiden Häuser ist dann für Anfang 2023 der Baubeginn für das dritte Haus am Seitsberger Weg geplant.

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