Jubiläumssaison mit Handbremse

+
Stachelmatza Hüttlingen (unten), Faschingsverein Untergröningen (oben)
  • schließen

Zum zweiten Mal werden die Faschingsvereine von Corona ausgebremst. Was in Hüttlingen und Untergröningen dennoch geplant wird.

Hüttlingen/Abtsgmünd

Eigentlich begänne für die Faschingsvereine und –Gruppierungen jetzt die Hochzeit der Narretei, der vier Wochen lange Endspurt der „fünften Jahreszeit“. Doch alle größeren Veranstaltungen sind abgesagt,  Umzüge, Prunksitzungen und andere mehr können aufgrund der Corona-Verordnungen nicht stattfinden. Und das schon in der zweiten Saison.

Doch die Vereine suchen Alternativen, wollen wenigstens kleinere Aktionen durchführen, „immer in Abstimmung mit den Behörden und den aktuellen Verordnungen – zur Sicherheit aller“, sagt beispielsweise Andrea Böhm, Vorsitzende der „Hüttlinger Stachelmätza“. „Es ist schwierig, etwas zu planen, deshalb wird alles kurzfristig geschehen“, ergänzt sie. Normal sei man jetzt bei Umzügen unterwegs und bei Faschingsveranstaltungen, und habe jede Menge Spaß. Seit zwei Jahren  treffen sich die rund 25 40- bis 70-jährigen Frauen online, zu Wanderungen, am regelmäßigen Stammtisch, oder im Garten eines Mitglieds, einfach um den Kontakt zu pflegen und das „Vereinsleben“ aufrecht zu erhalten. Auch wenn man ja eigentlich gar kein Verein sei, schmunzelt Böhm.

Die „Stachelmätza“ bestehen jetzt im 20. Jahr, „und da wären wir gern zur Höchstform aufgelaufen“, bedauert die Vorsitzende, zumal ohne Aktivität auch kein Nachwuchs geworben werden könne.  Traditionelle Aktionen werden durchgeführt. So schmückt die Gruppe am Gumpendonnerstag, dem 24. Februar, wieder den Kreisel mitten im Ort närrisch und mit Luftballons. Wenn möglich, wolle man nach Absprache mit Gemeinde und den Geschäftsinhaber auch in kleinen Gruppen durch die Läden ziehen. „Aber da sind wir vorsichtig, wir wollen für uns und die Menschen absolut nichts riskieren“, betont Andrea Böhm. „Das entscheiden wir kurzfristig.“

Ruhe auch in Untergröningen

Ähnlich ausgebremst ist gerade die „Faschingsgesellschaft Untergröningen“. „Wir haben am 22. Januar mit einer kleinen Gruppe den Narrenbaum aufgestellt, und am 11.11. unser Prinzenpaar Vanessa I. und Michael I. im Schlosshof proklamiert. Das wars bis jetzt“, berichtet der Vorsitzende und Präsident Martin Mehrer.  Wenn möglich, wolle man am Faschingssamstag eine Open-Air-Veranstaltung im Schlosshof mit begrenzter Teilnehmerzahl machen, statt der üblichen Prunksitzung. Auch die Gruppen der FG – fünf Garden, Elferrat, Schlossgoischdr, Männerballet, und der „ Kocherreiter“ – wären jetzt laufend unterwegs.

Das Jahr über habe man mit verschiedenen Unternehmungen Kontakt gehalten, meist innerhalb einzelner Gruppen. Wanderungen, Stammtische, seit dem Herbst hätten man  wieder trainiert, die Garden hatten auch Online-Trainings abgehalten, in der Walpurgisnacht sei man unterwegs gewesen. „Aber das ersetzt natürlich nur bedingt die sozialen Kontakte, den Spaß im Fasching“, sagt Mehrer. Zudem befürchtet er, dass Nachwuchs abspringe und kein neuer gewonnen werden könne. „Wir hoffen jetzt, dass im kommenden Jahr wieder eine ,normale´ Kampagne möglich ist“ ergänzt er. 

In unserem Jubiläumsjahr wären wir gern zur Höchstform aufgelaufen.“

Andrea Böhm, Vorsitzende „Stachlmätza“
Stachelmatza Hüttlingen (unten), Faschingsverein Untergröningen (oben)

Zurück zur Übersicht: Kochertal

Mehr zum Thema

Kommentare