Maßnahmen zum Hochwasserschutz laufen weiter

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Hier entlang der Hürnheimer Straße schlägt der Gutachter beidseitig niedrige Schutzmauern vor.
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Gremium und Verwaltung wollen Vorschläge des Fachbüros voran treiben - BI kritisiert dies.

Hüttlingen-Niederalfingen. In seiner jüngsten Sitzung hatte der Gemeinderat eine umfangreiche Tagesordnung zu bearbeiten. So beschloss man auch das weitere Vorgehen in Sachen Hochwasserschutz in Niederalfingen.

Am 23. März hatte Ingenieur Armin Binder vom Stuttgarter Fachbüro Winkler das von der Gemeinde beauftragte Gutachten zur Flussgebietsuntersuchung für den kompletten Schlierbach den Gemeinderäten von Hüttlingen und Neuler vorgestellt. Zum Abschluss seines Vortrags hatte er insgesamt drei Maßnahmen vorgeschlagen, die nach seinen Berechnungen das ganze Dorf bei einem sogenannten 100-jährigen Hochwasser (HQ100) weitgehend schützen würden, eine weitere Maßnahme würde diesen Schutz noch verstärken.

Eine Maßnahme ist die Verwirklichung der vom Gemeinderat bereits beschlossenen Mauer  vom Freibad entlang des Parkplatzes bis knapp zur Brücke über den Schlierbach. Als zweites schlägt er eine weitere niedrige Mauer vor der Verdolung in der Hürnheimer Straße, wo der Bach die Straßenseite wechselt, vor, um das Wasser in diese Verdolung zu leiten. Weitere bis etwa 40 Zentimeter hohe Mauern sollen dann unterhalb der Verdolung beiderseits des Bachbettes gebaut werden, beispielsweise mit U- oder L-Steinen, um dort die Anlieger zu schützen. Diese Maßnahmen würden das ganze Dorf vor einem HQ100 schützen.

Als Zusatzmaßnahme für einen noch besseren in die Zukunft gerichteten Schutz schlägt Binder die Verkleinerung des Durchlasses unter dem Wanderweg um über die Hälfte direkt hinter dem Freibad mit einer gleichzeitigen Erhöhung des bestehenden Damms und dessen Verlängerung auf etwa 70 Meter vor. Damit könnte dort bereits Wasser im Falle von Hochwasser zurück gehalten werden, das so erst verzögert durch das Dorf fließen würde.

Bürgermeister Günter Ensle erläuterte, die Mauer am Bad könnte zeitnah verwirklicht werden – wenn die Bürger und die BI „Hochwasserschutz sofort“ ihre Einsprüche zurückziehen würden. Zu den weiteren Mauern erstellt Binder derzeit Höhenberechnungen und Kostenberechnungen, außerdem berechne er noch, wie viele Häuser wie betroffen wären vom Hochwasser, wenn nur die Freibadmauer gebaut wird.

„Wir wollen schnellstmöglich etwas unternehmen, um die Bürger bestmöglich zu schützen“, sagte Ensle.  Maria Harsch-Bauer erklärte im Auftrag des abwesenden Joachim Grimm, die Freibadmauer dürfe nur so hoch werden wie unbedingt nötig. Das sagte Ensle zu, Binder und Landratsamt würden die notwendige Höhe berechnen.

BI kritisiert das Gutachten

Die Bürgerinitiative um Vorsitzendem Anton Hügler kritisiert das Gutachten. Unter anderem seien nicht alle ihre Vorschläge berücksichtigt worden, zudem sei auf Gemarkung Neuler nichts vorgesehen. Auch seien mehr naturnahe Maßnahmen oberhalb des Freibads möglich.

Der Gemeinderat stimmte zu, dass Binder Kostenvoranschläge und Berechnungen für die Maßnahmen in der Hürnheimer Straße und am Ringdamm erstellen soll. Möglichst möchte man in der nächsten Sitzung bereits Aufträge vergeben.

Jürgen Eschenhorn

Als eine von vier von einem Gutachter präferierten Schutzmaßnahmen sollte rechts entlang des Parkplatzes eine Mauer gebaut werden.

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