Neuer Schwung fürs alte Dorf

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Blick durch die Hüttlinger Bachstraße in Richtung Ortsmitte (Kirche). Es ist das Herzstück der Sanierung mit neuen Wohn- und Geschäftshäusern und dem Seniorenzentrum mit Begegnungsstätte.

Wie Hüttlingen durch die Sanierung „Ortsmitte II“ profitiert hat. Das 2002 gestartete Programm ist jetzt ausgelaufen. Ein Fazit.

Hüttlingen

Fast 20 Jahre Sanierung „Ortsmitte II“ haben aus einem Bauerndorf eine moderne Gemeinde gemacht. So könnte man es zugespitzt sagen. Die Sanierung ist abgeschlossen, Ende 2020 war die Zeit abgelaufen.

Für einen Abschlussbericht waren am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung im „Forum“ Johann Schiefele und Marion Bürkle von der „STEG“, der Stadtentwicklungsgesellschaft Stuttgart, zu Gast.

Sie berichteten von Gesamtkosten in Höhe von 8,5 Millionen Euro, davon 4,8 Millionen als Landeszuschuss. Die öffentliche Sanierung habe private Investitionen in Höhe von etwa 36 Millionen Euro angestoßen. Das entspreche einem „Multiplikator“ von 8,2 und liege über dem Landesdurchschnitt.

„Ortsmitte II“ betraf in etwa folgende Gebiete:

Bachstraße beiderseits zwischen Wasseralfinger Straße (B 19).

An der Pfitze und das Gebiet ums „Lamm“ und die Bäckerei Stollenmeier.

Kirche, westlich und östlich, also „Forum“ und ehemals „Adler“.

Abtsgmünder Straße und Sulzdorfer Straße mit Gebiet Rathaus und rotes Schulhaus.

Dort sind in all den Jahren 37 Grundstücke angekauft worden im Wert von zusammen 2,1 Millionen Euro. 23 Gebäude wurden abgebrochen, acht private Gebäude wurden erneuert.

Acht Straßen und Plätze wurden umgestaltet, dabei sind die beiden Kreisverkehre entlang der Ortsdurchfahrt nicht einmal enthalten. Zentral dabei: die Umgestaltung in der Bachstraße. Schiefele und Bürkle zeigten anhand von alten Fotos, wie sich die von Hofstellen und Baulücken gesäumte Straße zu einer modernen Einkaufsstraße entwickelt hat, die auch Wohn- und Aufenthaltsqualität vereint.

Meilensteine der Sanierung

2002 hatte das Landesprogramm offiziell begonnen. 2006 und 2008 waren in der Bachstraße das DRK-Seniorenpflegeheim und die Begegnungsstätte eingeweiht worden. 2010 folgte der Neubau des Kinderhauses Arche Noah. Und 2015 schließlich das „Forum“, in dem die Vertreter der „STEG“ Dankesworte von Bürgermeister Günter Ensle sowie Sprecherinnen und Sprechern der Gemeinderatsfraktionen entgegennahmen.

„Hüttlingen hat's gut gemacht“

Johann Schiefele lobte Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung für ihren Einsatz und die Konsequenz, mit der die Ziele der Ortskernsanierung verfolgt wurden. Dadurch, dass dem Regierungspräsidium stets praktische Fortschritte präsentiert werden konnten, sei die Bereitschaft erhalten geblieben, öffentliche Zuschüsse zu gewähren.

Vorkaufsrecht fällt weg

Nachdem die Ortskernsanierung jetzt offiziell abgeschlossen ist, verliert die Gemeinde ihr zeitlich befristetes Vorkaufsrecht an privaten Grundstücken, das sie während der Sanierung hatte.

Auch die STEG ist stolz drauf, was in Hüttlingen entstanden ist.“

Johann Schiefele, Prokurist

Anlieger der Ortskernsanierung müssen nichts zahlen

Hüttlingen. Gute Nachricht für alle Grundstückseigentümer im Bereich der Ortskernsanierung II: Sie müssen den sogenannten „Ausgleichsbetrag“ nicht bezahlen. Dieser Ausgleichsbetrag wird normalerweise fällig, weil durch die Sanierung der Bodenrichtwert steigt. Der Betrag soll zur Finanzierung der Sanierung beitragen.
Im Hüttlinger Fall greift die „Bagatellregelung“: Der Verwaltungsaufwand zur Beibringung der Ausgleichsbeträge würde die voraussichtlichen Einnahmen in Höhe von gut 14 000 Euro übersteigen. Neun Eigentümer betrifft die Wertsteigerung, die je nach Lage der Grundstücke zwischen 6 und 8 Euro je Quadratmeter beträgt. mam

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