Betrugsversuche in der Region – mit diesen Tipps erkennen Sie Bauernfänger

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Diese Schreiben hat ein Bürger aus Pommertsweiler bekommen. Der Verbraucherzentrale sind Schreiben wie diese bekannt. "Seit Sommer werden sie vermehrt verschickt", sagt Oliver Buttler.
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310 Euro soll ein Bürger aus Pommertsweiler an die "Inkasso Hauptzentrale Frankfurt" überweisen. Der auf den ersten Blick professionell aufgesetzte Brief entpuppt sich als dreister Betrugsversuch. Diese Tipps gibt die Verbraucherzentrale.

Abtsgmünd-Pommertsweiler. Die Hiobsbotschaft lauert im Briefkasten: Rund 310 Euro fordert die „Inkasso Hauptzentrale Frankfurt“. Wenn das Geld nicht innerhalb von sieben Tagen überwiesen wird, drohen Kontosperre, Pfändung der Rente oder Zwangsvollstreckung. Freundlich grüßt am Ende des Briefs Dr. Mathias Müller, Rechtsanwalt. Dieses Schreiben hat ein Bürger aus Pommertsweiler vor Kurzem erhalten. Sie ahnen es sicher schon: Bauernfänger waren hier am Werk. Woran das zu erkennen ist? Das erklärt Oliver Buttler, Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet, Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Der erste Eindruck: „Durch die Aufmachung soll ein seriöser Eindruck vermittelt werden“, sagt er. Durch Paragrafen und das Siegel des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen habe der Brief einen offiziellen Touch. „Die Betrüger schmücken sich mit Siegeln“, sagt Buttler weiter.

Wann der Betrug auffällt: Der Teufel liegt wie so oft im Detail. Ein Inkassounternehmen schreibe die betroffene Person immer direkt an – in unserem Beispiel steht „Sehr geehrte(r) Herr/Frau". Auch die angegebene Mailadresse – hauptzentrale.frankfurt@gmail.com – sollte Empfängerinnen und Empfänger stutzig machen. Spätestens kurz vor dem Ausfüllen der Überweisung falle der Betrug auf, betont Buttler. „Ein deutsches Inkassounternehmen muss eine Niederlassung in Deutschland haben. Und damit auch ein deutsches Konto“ – in unserem Beispiel sollen 310 Euro an einen Empfänger in Griechenland überwiesen werden.

Lügen über Lügen: „Das Arbeitslosengeld oder das Bankguthaben darf man nicht pfänden“, stellt Buttler klar. Es werde viel Druck aufgebaut, um die Menschen zu einer Zahlung zu bewegen. Wer sich unsicher ist und unter der angegebenen Telefonnummer anruft, bekomme vorgegaukelt, dass er in der Hauptzentrale des Inkassobüros gelandet sei. Vom Schreiben einer Mail an den Absender rät der Experte ebenfalls ab. Denn dann hätten die Betrüger die Mailadresse und könnten an diese ebenfalls Betrugsschreiben senden.

Ein Rat: Wer ein Betrugsschreiben erhält, sollte schnell handeln und online eine Strafanzeige stellen. Wenn vermehrt solche Briefe im Umlauf sind, könne die Polizei rasch mit den Ermittlungen beginnen und eventuell Konten einfrieren.

Wenn alles zu spät ist: Wer ins Netz der Betrüger tappte und das Geld überwiesen hat, müsse schnellstmöglich eine Strafanzeige stellen, sagt Buttler. Wer mit Kreditkarte oder Paypal gezahlt hat, könne zudem den Käuferschutz aktivieren und so das Geld zurückbekommen.

Der Schutz: "Man muss aufpassen, wo man seine Daten hinterlässt", betont Buttler. Er rate davon ab, an Gewinnspielen auf Whats App, Facebook oder Telegram teilzunehmen. Wichtig sei, Cookies und Browserverläufe regelmäßig zu löschen und ein Virenprogramm zu installieren. Um an die Daten zu gelangen, gebe es unterschiedliche Wege, etwa über unseriöse Gewinnspiele, falsche Freunde bei Whats App oder Spam-SMS.

  • Der Inkasso-Check
  • Mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentrale können Sie Inkassoforderungen kostenlos überprüfen lassen. Sie erfahren, ob Sie überhaupt zahlen müssen und ob die Höhe der Kosten gerechtfertigt ist unter https://www.verbraucherzentrale.de/inkasso-check

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