Der Eiwaldbrunnen sprudelt wieder

+
Hermann Hofer (links) und Erwin Mettmann haben den kaputten Eiwaldbrunnen bei Hinterbüchelberg saniert. Die Enkel dürfen vorführen, wie gut der Brunnen jetzt wieder funktioniert. Foto: je
  • schließen

Erwin Mettmann und Hermann Hofer haben den Brunnen instand gesetzt.

Abtsgmünd-Pommertsweiler. Seit sicher über 120 Jahren steht der Eiwaldbrunnen im Gebiet Eiwald bei Hinterbüchelberg neben einer Wanderhütte. Lange hat er frisches Wasser aus der Erde geliefert. Im Laufe der Zeit war er aber verrottet, ist seit über zehn Jahren defekt. Jetzt haben ihn zwei Mitglieder des Vereins WIP („Wir in Pommertsweiler“) mit viel Eigenengagement und Unterstützung einiger Firmen instand gesetzt. Ein Grund zur Freude bei Wanderern und Spaziergängern.

Die Fertigstellung war auch Anlass für eine „Einweihungsparty“ im kleinen Kreis, an der Hermann Hofer und Erwin Mettmann ihr Werk vorstellten. Auch Wolfgang Horlacher war dabei und erzählt schmunzelnd von seinen Erinnerungen, wie er hier an der Hütte 1946/1947 seine ersten Verabredungen hatte und sich „damals in der Sitzbank der Hütte verewigt“ hat.

Ein schmucker rund zwölf Meter tiefer Brunnen mit einer Technik, wie sie ihn immer betrieb, ist nun nach der Instandsetzung wieder entstanden. „Es war alles verrostet, Schrauben und Bolzen teils gebrochen, Gelenke ausgeschlagen, die Stange in die Tiefe verschwunden“, erzählt Hofer. Viele Jahre hatte man Wasser herauf holen können, doch dann hatte sich keiner mehr darum gekümmert.

„Die für das Waldgebiet zuständige Forst BW scheute wohl die Kosten und Mühen“, ergänzt Hofer. Obwohl auch sie die Hütte immer wieder nütze. Auch Hofer hatte den Brunnen immer genutzt, so wie viele andere, die an der Hütte Rast machten. Eines Tages habe dieser nicht mehr funktioniert. So sei er auf die Idee gekommen, zu versuchen, ihn eben selbst zu reparieren. Im WIP-Vereinskamerad Erwin Mettmann, der aus einem Metallberuf kommt, habe er einen Mitstreiter gefunden, berichtet Hermann Hofer.

Gemeinsam mit dem zuständigen Förster, der von der Idee angetan war, bauten die beiden die alten Teile des Brunnens mit Hilfe eines Traktors und mit viel Mühe per Schaufel aus, um überhaupt die Technik einmal in Augenschein nehmen zu können. Anschließend wurde diese in Werkstatt von Erwin Mettmann gebracht.

Der Brunnenschacht selbst ist rund eineinhalb Meter im Durchmesser, zwölf Meter tief und mit Ziegeln gemauert. Unten ist er einige Meter mit Wasser aus dem Grundwasser gefüllt. Die Pumpe bestand aus einem Zylinder mit Rückklappventil und einer Dichtung aus Leder. „Der Teil war noch in bestem Zustand. Deshalb haben wir ihn gesäubert und in Wasser gelegt, damit er nicht austrocknet“, erzählt Mettmann. Schrauben, Bolzen und Gelenke bauten die Zwei zum Teil selbst nach - und wieder ein in die Pumptechnik über der Erde. Die über zehn Meter langen Rohre, durch die das Wasser nach oben kommt, bekam man von einer Firma aus Adelmannsfelden gespendet, alle Teile wurden von einer Spezialfirma in Obersontheim kostenlos per Sandstrahlen gereinigt. Benötigte Farben zu ihrer Grundierung und für die sichtbaren Teile – ein sattes Grün mit gelben Streifen – stellte ein weiterer Betrieb in Pommertsweiler zur Verfügung. Die Pumptechnik wurde zuerst einmal an Mettmanns Zisterne getestet.

„Mühevoll war dann der Einbau der Verrohrung“, erzählt Hofer den Gästen der kleinen Einweihungsparty. Sein Bruder Josef sei mit einem Traktor gekommen, seine beiden Schwiegersöhne halfen, und die Enkel staunten, wie die Rohre in mehreren Teilen eingelassen, quasi im Brunnen verschweißt wurden. Zum Schluss wurde die überirdische Pumptechnik und das Ablaufbecken befestigt. Über 200 Stunden Arbeit haben die beiden Männer in die Sanierung des Eiwaldbrunnens gesteckt.

⋌Jürgen Eschenhorn

Zurück zur Übersicht: Pommertsweiler

Kommentare