Probleme durch Mobilfunkmast

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Dieser neue Mobilfunkmast soll seit Anfang des Jahrees Pommertsweiler versorgen. Im Hintergrund der gut vernetzte östliche Teil des Ortes.
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Warum in Pommertsweiler nach dem Bau eines neuen Masten nun nichts mehr geht.

Abtsgmünd-Pommertsweiler. Stell dir vor, dein Dorf bekommt einen neuen Mobilfunkmasten – und das Netz geht danach für dich nicht mehr. So geschehen in Pommertsweiler, wo der Anfang des Jahres in Betrieb gegangene neue Sendemast genau diese Wirkung für einige Anwohner brachte.

Doch der Reihe nach. Bis Ende 2020 waren die Sendestationen der drei Anbieter Telekom, Vodafone und O2, damals noch E-Plus, auf zwei Plätze verteilt. Telekom und Vodafone versorgten vom Wasserturm Adelmannsfelden aus, was aufgrund der topographischen Gegebenheiten aber nur den Westteil von Pommertsweiler versorgte, den Ostteil – weil von einem Hang verdeckt - aber nur unzureichend. O2 sendete von einem Strommast östlich des Ortes. Um das Netz für alle zu verbessern, auch für die neuen Baugebiete, suchte man im Ort einen Standpunkt für einen Masten. Der vorgeschlagene Standort auf der Schule wurde von Bürgern abgelehnt. Also suchte eine Firma im Auftrag der drei Anbieter einen Standpunkt für einen neuen Sendemast. Dieser wurde rund 150 Meter östlich des Ortes gefunden und gebaut. Und Anfang dieses Jahres in Betrieb genommen.

Seitdem ist der Ostteil des Ortes gut versorgt, ein Teil der Einwohner, der im Westen hinter einem Hang wohnt, hat nun bei Telekom und Vodafone nur unzureichend Netzverbindung. Wie Ortsvorsteher Egon Ocker, der nun zum telefonieren vor sein Haus auf den Gehweg gehen muss. Auf den Ackerflächen des Nebenerwerbslandwirts am Ostrand der Gemeinde funktioniert das Netz jetzt dagegen tadellos. Sein Nachbar, Inhaber einer kleinen Firma, marschiert für Gespräche auf eine kleine Anhöhe hinter seinem Haus. Beide haben einen Telekom-Vertrag. Manfred Sauter, ebenfalls Ortschaftsrat, hat mit dem neuen Masten endlich guten Empfang, davor nicht. „Etwas nervig ist, dass es bei Reklamationen an der Hotline heißt, „laut unserer Karte muss es funktionieren, es gibt keine Störung“, anstatt dass mal jemand herkommt und sich selbst einen Eindruck verschafft“, sagt Ocker. Gegenüber von Ocker hat die Physiotherapeutin Dujana Majerska ihre Praxis, sie ist bei O2 – und hat derzeit überhaupt kein Netz. Denn ein Relais der Sendeanlage ist seit Mitte September kaputt, und der Betreiber bekommt seitdem kein Ersatzteil. „Wobei ich davor wie der Ortsvorsteher nur eingeschränkt Netz hatte“, sagt sie.

„Ärgerlich ist auch, dass das neue Baugebiet, das gerade entsteht, so ebenfalls keine Netzverbindung haben wird“, ergänzt der Ortsvorsteher. „Das hatten wir uns anders vorgestellt.“ Inzwischen hat die Gemeindeverwaltung Abtsgmünd die Initiative ergriffen. Annegret Glombik, Leiterin der Bauverwaltung, hat an den Betreiber des Mastens geschrieben – aber nach drei Wochen noch keine Antwort bekommen. „In Sachen Zukunftstechnik ist das eher kein Paradebeispiel“, sagt Egon Ocker, und hofft, dass sich in absehbarer Zeit etwas tut.

Ortsvorsteher Egon Ocker muss zum telefonieren mit dem Handy derzeit vors Haus.

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