Schlierbach: BI vermutet Umweltfrevel, Landratsamt widerspricht

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Bei Starkregen kann es in Niederalfingen vorkommen, dass der Schlierbach über die Ufer tritt und einen Teil des Ortes überflutet. Die BI “Hochwasserschutz sofort” fordert daher einen wirkungsvollen Hochwasserschutz.
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Neulers Bürgermeisterin Sabine Heidrich behält sich rechtliche Schritte gegen die Bürgerinitiative aus Niederalfingen vor.

Hüttlingen-Niederalfingen. „Umweltfrevel! Neuler öffnet die Schieber der alten Kläranlage und leitet Unmengen von Dreckwasser in den Schlierbach ein“, das schreiben die Mitglieder der Bürgerinitiative „Hochwasserschutz sofort“ (BI) in einer Mitteilung. Auf Fotos und Videos, die nach Angaben der BI am Samstagmittag entstanden, sind das braune Wasser und ein erhöhter Pegel zu sehen. „Die stark stinkende, verwest riechende, braune und modernde Dreckbrühe zog Richtung Kocher“, so Wilhelm Hammer, Sprecher der Gruppe. „Hunderttausende Liter Dreckbrühe“ wurden aus Sicht der BI durch das Öffnen der Schieber an der alten Kläranlage in den Bach abgelassen. Die BI-Mitglieder haben nun eine Strafanzeige gegen die Gemeinde Neuler bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen eingereicht.

Sabine Heidrich dementiert diese Aussage. Die Behauptungen der BI seien gegenstandslos, betont sie. Denn die Schieber an der alten Kläranlage, die als Regenüberlaufbecken (RÜB) dient, könne die Gemeinde nicht öffnen. 

“Am Samstagmorgen gab es in Neuler einen lokalen Starkregen. Das führte dazu, dass innerhalb einer halben Stunde große Wassermassen in der Kanalisation waren und sich das Regenüberlaufbecken füllte”, erklärt die Bürgermeisterin. Die Regenwasserentlastung sei daraufhin für etwa 20 Minuten angesprungen - in dieser Zeit wurde Wasser vom RÜB in den Schlierbach geleitet. Für die dunkle Farbe sei die Fließgeschwindigkeit verantwortlich. Die Wassermassen hätten Dreck mitgerissen, sagt Heidrich. 

Die Vorwürfe der BI seien massiv, daher behalte sich die Verwaltung rechtliche Schritte gegen die BI vor, betont Heidrich. 

Der Geschäftsbereich Wasserwirtschaft des Landratsamts hat den Vorfall am Wochenende überprüft. “Aufgrund eines in der Gemeinde Neuler am Samstagmittag gegen 14 Uhr auftretenden starken Regenereignis mit hoher Intensität, 20 mm in 30 Minuten, kam es zu natürlichen Regenentlastungen im Kanalsystem”, teilt Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage mit. Die Beckensysteme hätten den überwiegenden Anteil ordnungsgemäß zurückgehalten. Erst nach Vollfüllung des RÜB Krähenbach sei die Entlastung kurzzeitig angesprungen, so Dietterle. Alle Regelereignisse der von der BI genannten Becken lassen sich laut Dietterle digital belegen. “Die Behauptungen der Bürgerinitiative sind nicht nachvollziehbar. Es liegt aus Sicht des Landratsamts keine Straftat vor”, sagt die Sprecherin.

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